Nena
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Nena "Heiraten? Nichts für mich"

Sie wird Oma und bald 50 - doch um Konventionen schert Nena sich immer noch nicht. In Gala verrät sie, was sie von offenen Beziehungen hält, von Drogen und dem Älterwerden

Zur Begrüßung streckt Nena uns die linke Hand entgegen.

Der rechte Arm schmerze, sie habe Tags zuvor zu Hause Bäume und Sträucher geschnitten und sich dabei überanstrengt, entschuldigt sie sich grinsend. Als ob die Frau nicht genug Jobs hätte: Popstar, Mutter von vier Kindern, bald Großmutter, Gründerin einer Schule, Kinderbuchautorin - und jetzt auch Hobbygärtnerin. Ach ja, eine neue Platte hat sie zudem noch aufgenommen: "Made In Germany" ist gerade erschienen.

Seit 15 Jahren sind Philipp Palm und Sie ein Paar. Liebäugeln Sie nach all der Zeit noch mit einer Heirat? Ihren neuen Song "Dreh Dich" könnte man so deuten.

So wie viele Leute hier heiraten, finde ich das für mich nicht passend. Ich kann niemandem ein solches Versprechen geben. Aber ich kann mich für jemanden entscheiden, und nach einer gewissen Zeit fragt man sich erneut, ob man noch zusammen sein will. Das heißt, dass man sich bewusst immer wieder füreinander entscheidet und der Liebe Raum gibt. So geht heiraten für mich.

Seit 1994 ist Nena mit dem zwölf Jahre jüngeren Philipp Palm liiert.
© Getty ImagesSeit 1994 ist Nena mit dem zwölf Jahre jüngeren Philipp Palm liiert.

Es war mal zu lesen, dass sie eine offene Beziehung führen. Heißt das, dass Seitensprünge erlaubt sind?

Nein, das muss wohl missverständlich rübergekommen sein. Ich suche nicht nach anderen Möglichkeiten, weil ich glücklich in dieser Beziehung bin. Wenn es passieren würde, wenn also mein Partner sich irgendwoanders hingezogen fühlen würde, wäre das für mich nicht ganz so easy, aber ich würde damit anders umgehen, als noch vor ein paar Jahren. Nicht durchdrehen, sondern gucken: Wie geht es für mich weiter.

"Eifersucht ist ein überflüssiges Programm, was wir abschaffen sollten", haben Sie mal gesagt.

Man kann einen Menschen nicht besitzen. Und das, was mir nicht gehört, kann ich auch nicht verlieren. Es ist nicht immer einfach, das umzusetzen, aber es lohnt sich auf jeden Fall, daran zu arbeiten. Das Konzept funktioniert für mich. Wir sind bereit, miteinander zu wachsen. Und wir gönnen uns auch die Phasen, in denen es nicht gut läuft und wir uns nicht so viel zu sagen haben.

"Ich leb' so gesund und Drogen nehm' ich auch", singen Sie in einem Ihrer Stücke auf der neuen Platte "Made In Germany". Klingt paradox ...

In dem Song erzähle ich von den Gegensätzen, in denen wir uns bewegen. Menschen wollen gesund leben, und Drogen nehmen sie auch.

Was meinen Sie damit?

Fast jeder ist doch von irgendetwas abhängig, oft merkt man es nicht einmal. Zucker kann eine Droge sein, manche können ohne Kaffee nicht existieren. Was ist mit Alkohol und Zigaretten? Andere brauchen Tabletten um einzuschlafen oder wach zu werden, und oft begibt man sich auch in die Abhängigkeit von einem anderen Menschen.

Wie ist es bei Ihnen?

Ich probiere Dinge aus, aber für mich ist es wichtig, nicht irgendwo kleben zu bleiben. Das ist nicht immer leicht und es passiert schnell. Manchmal ist es besser für mich, einfach nein zu sagen.

Schade, keine Drogenbeichte aus Ihren wilden Zeiten?

Was für wilde Zeiten?

Na, die Achtzigerjahre. Sie lebten damals in Berlin. Da gab es doch sicher verrückte Partys mit einem Haufen Drogen.

Habe ich nie mitgemacht. Ich habe noch nie in meinem Leben Kokain oder so etwas genommen, und das werde ich mir auch niemals antun. Die Achtziger waren eine aufregende Zeit, aber aus heutiger Sicht finde ich mein Leben jetzt viel spannender.

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