Nadja Benaissa
© Getty Images Nadja Benaissa

Nadja Benaissa - No Angels AIDS-Hilfe fordert Freilassung

Die "Deutsche AIDS-Hilfe" fordert eine schnelle Freilassung der Sängerin Nadja Benaissa aus der Untersuchungshaft und warnt vor den Folgen einer Vorverurteilung in den Medien

Nachdem die Verhaftung von "No Angels"-Sängerin Nadja Benaissa seit gestern (14. April) für Schlagzeilen und viele Spekulationen sorgt, mischt sich nun auch die "Deutsche AIDS-Hilfe" in die Diskussionen ein. In einer Pressemitteilung fordert die Organisation eine schnelle Freilassung der 26-Jährigen.

Die Verhaftung von Nadja ist aus Sicht der "Deutschen AIDS-Hilfe" eine unverhältnismäßige Aktion der hessischen Justiz. Die Frauenreferentin Marianne Rademacher fordert die Freilassung der Sängerin und zudem eine nicht vorverurteilende Berichterstattung: "Wir fordern die Medien auf, sachlich über den Fall zu berichten und Frau Banaissa nicht vorzuverurteilen. Die Verantwortung für den angeblich ungeschützten Sexualverkehr wird allein Frau Benaissa zugeschoben, ohne nach der Mitverantwortung ihrer Sexualpartner zu fragen", erklärt Rademacher.

Zudem gehe die deutsche Politik der HIV- und Aidsbekämpfung von der Verantwortung jedes Einzelnen, von der Solidarität und der Bekämpfung jeder Art der Stigmatisierung aus. Die hessische Justiz wolle hier offenbar ein Exempel statuieren. Doch die Justiz dürfe keine Akteurin der HIV-Prävention in Deutschland sein.

Die "Deutsche AIDS-Hilfe" befürchtet nun, dass ein solcher Umgang mit dem Thema, nämlich die Kriminalisierung der HIV-Übertragung, Menschern dazu bringen könnte, sich aus Angst vor einem möglicherweise positiven Ergebnis, nicht testen zu lassen.

Nadja Benaissa befindet sich seit dem 11. April in Untersuchungshaft, weil sie mindestens einen Sexualpartner mit dem HI-Virus angesteckt haben soll, nachdem sie wusste, dass sie positiv ist. Im Gala.de-Forum können Sie über den Fall Nadja Benaissa diskutieren.

rbr