Miriam Pielhau
© Freitext Miriam Pielhau

Miriam Pielhau Sie macht Machos zu Romantikern

Moderatorin Miriam Pielhau spricht mit gala.de über ihre neue Sendung "Baustelle Liebe", Romantik und ihr Rezept fürs Glück

Bei "Baustelle Liebe" helfen Sie Machos in Sachen Romantik auf die Sprünge. Haben Sie Erfahrung mit unromantischen Männern?

Da hatte ich Glück. So ganz unromantisch waren die irgendwie alle nicht. Aber es gab Unterschiede im Grad der Romantik: Der eine zog zum Jahrestag des Kennenlernens alle Register der Romantik mit Kerzenscheindinner, Mondscheinspaziergang und dann noch den Kassettenrekorder im Gepäck, dass man romantische Musik am See spielen konnte und ein anderer empfand es schon als wahnsinnig romantisch in einen Julia-Roberts-Film zu gehen. Was ich jetzt durch diese Sendung merke, ist, dass es wirklich Männer gibt, die mit dem, was Romantik für uns Frauen bedeutet, nichts anfangen können. Denen ist es schon zuviel, eine Kerze beim Abendessen anzumachen und das ist ja nun wirklich die Minimal-Variante dessen, was man unter Romantik versteht. Aber ja, das gibt es und das versuche ich auf unterhaltsame Art und Weise zu ändern.

Mit "Vivid"-Sänger Thomas Hanreich ist Miriam seit sechs Jahren glücklich verheiratet
© Getty ImagesMit "Vivid"-Sänger Thomas Hanreich ist Miriam seit sechs Jahren glücklich verheiratet

Welche Berufsgruppe stellte sich bei den Dreharbeiten als die "Unromantischste" heraus?

Ich möchte gar kein Urteil fällen, weil wir ja hauptsächlich im Feld der Handwerker gewildert haben. Deswegen auch diese Doppeldeutigkeit des Titels "Baustelle Liebe". Einmal im Sinne von "Baustelle - da muss was getan werden" und einmal Baustelle, weil wir fast ausschließlich Männer vom Bau gefunden haben. Während der Casting-Phase haben wir gefragt, wie so die Beziehung läuft, welche Dinge die Frau bemängelt. Und im Zuge dessen kamen dann zum Ende hin die Sachen zutage, die uns eigentlich wirklich interessiert haben.

Haben alle Männer dann gleich eingewilligt, bei der Sendung mitzumachen?

Erstaunlicherweise gab es in den ganzen Folgen, die wir abgedreht haben, nur einen einzigen Mann, der nicht mitmachen wollte, nachdem klar war, dass er mit seinen Kollegen zusammen ein Liebeslied für ihre Frauen singen soll. Er sagte: "Das mach ich nicht! Ich werf' doch hier nicht mit Wattebäuschen, das ist doch Mädchenkram." Aber das ist dann auch ok, man kann ja niemanden zwingen. Das ist nur authentisch. Es würde uns ja auch niemand abnehmen, wenn acht Folgen lang alle immer sofort einverstanden wären. Da ist halt einer mal nicht dabei und das ist doch spannend.

Sind Sie ein romantischer Typ oder haben Sie keinen Sinn für rote Rosen und Candlelight-Dinner?

Ich bin da sehr empfänglich, das kann ich gar nicht anders sagen. Es ist jetzt nicht so, dass ich von meinem Liebsten erwarte, dass er alle zwei Tage mit irgendwas Schickem um die Ecke kommt, aber ich freue mich über romantische Überraschungen. Man muss nicht immer im Fußballstadion diese Digitalleinwand mit rosa Herzen beflimmern lassen. Das ist natürlich ganz großes Kino, aber ich finde auch ein romantisches Abendessen draußen auf dem Balkon mit Kerze toll. Oder einen Ausflug, bei dem ich nicht weiß, wo es hingeht, wenn er mich ins Auto packt und wir landen irgendwo an einem See und picknicken. Das sind Sachen, die kann man auch ganz unabhängig von jedem Geldbeutel machen. Autokino ist für mich auch ganz groß, das finde ich sehr romantisch. Da sitzt man dann in dem kuscheligen Auto und guckt womöglich noch eine schöne Schnulze, herrlich!

Wie konnte ihr Mann Thomas ihr Herz erobern?

Das hat er als Musiker tatsächlich auf eine Art und Weise gemacht, wie man es sich als Frau ja immer wünscht, aber nie glaubt, dass es wirklich so passiert: Er hat nämlich ein Lied für mich geschrieben. Das hat er mir, als wir noch nicht zusammen waren, als CD zukommen lassen und da war aufgrund des Textes sehr schnell klar, dass sein Herz genauso für mich schlägt wie meines für ihn und da konnte ich natürlich nicht widerstehen.

Sie beide haben in Las Vegas geheiratet. Romantisch oder zweckmäßig?

Das war für uns sehr romantisch. Wir sind ja tatsächlich ganz bewusst geflüchtet. Wir hatten das langfristig geplant. Zu dem Zeitpunkt mussten wir beiden in Los Angeles arbeiten und wir hatten alles im Gepäck: Den Smoking, das weiße Kleid, die Eheringe mit Gravur. Die Romantik bestand darin, dass nur wir zwei fernab von allem, die Tage vor der Hochzeit, den Hochzeitstag selbst und auch die Tage danach unheimlich intensiv erlebt haben. Auch die Trauungszeremonie war total schön und individuell. Das war für uns so romantisch, dass ich schon nach den ersten Sätzen Augen voller Tränen hatte.

Was glauben Sie, warum in vielen Beziehungen die Romantik im Alltag auf der Strecke bleibt?

Es kostet zusätzlich Kraft, Romantik aufzubringen und sich zu überlegen: womit könnte ich jetzt meine Frau überraschen oder ihr etwas Gutes tun, damit sie sich ein Stück weit neu in mich verliebt. Man muss aber auch ein Bewusstsein dafür haben, man muss im Kopf haben, dass man für die Liebe und die Qualität der Beziehung eigentlich jeden Tag was tun muss. Das gelingt nicht immer. Aber wenn man im Kopf hat, dass es ein immer währender Prozess ist, dass man dem anderen einfach oft genug signalisiert, wie toll es ist, ihn an der Seite zu haben, dann kann so schrecklich viel nicht schief laufen. Das hoffe ich zumindest, weil das meine Lösung ist, also quasi mein zurechtgebasteltes Rezept fürs Glück.

Interview: Jana Andres