Margot Käßmann Rücktritt nach Promille-Fahrt

Margot Käßmann zieht die Konsequenzen aus ihrer Promille-Fahrt: Obwohl der Rat der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) ihr das Vertrauen ausgesprochen hat, legt sie ihr Amt als Ratsvorsitzende und Landesbischöfin der Landeskirche Hannover nieder

Bischöfin Margot Käßmann ist heute Nachmittag vor die Presse getreten und hat in einer rund dreiminütigen Erklärung ihren sofortigen Rücktritt von allen kirchlichen Ämtern erklärt. Obwohl der Rat der EKD ihr zuvor noch einstimmig das Vertrauen ausgesprochen hatte, gab die 51-Jährige sowohl ihren Ratsvorsitz als auch ihr Amt als Landesbischöfin der Landeskirche von Hannover auf.

"Am vergangenen Samstag habe ich einen schweren Fehler gemacht, den ich zutiefst bereue", so Margot Käßmann. Hierdurch sei ihre Autorität beschädigt worden und dies erlaube ihr nicht ihr Amt weiterzuführen. Sie habe außerdem nicht mehr die Freiheit, "ethische Herausforderungen zu benennen und zu beurteilen." Margot Käßmann war am Samstag (20. Februar) von einer Polizeistreife in Hannover angehalten worden. Sie hatte am Steuer ihres Dienstwagens eine rote Ampel überfahren. Der von der Polizei veranlasste Alkoholtest ergab 1,54 Promille. Daraufhin geriet die Theologin, die als Ratsvorsitzende die oberste Repräsentantin der Evangelischen Kirche in Deutschland ist, unter massiven Druck und Erklärungsnot. Es hagelte Negativ-Schlagzeilen in der Presse. In ihrer heutigen Presse-Erklärung sagte die Theologin, sie danke ihren Unterstützern, Ratgebern und besonders ihren vier Töchtern. Diese würden die Entscheidung mit ihr gemeinsam tragen. Mit den Worten "Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hand", schloss Margot Käßmann ihre Erklärung. kdi