Guido Maria Kretschmer im GALA-Interview

"Unsere Liebe hat etwas Heiliges"

Guido Maria Kretschmer sagt ja zu seinem Frank, nach 32 Jahren! Exklusiv in GALA sprechen die beiden über die Vorbereitungen für ihre Traumhochzeit auf Mallorca, über Sex und Seitensprünge – aber auch über die Angst vor der Endlichkeit

Guido Maria Kretschmer und Frank Mutters

Guido Maria Kretschmer und Frank Mutters

Jede ihrer Gesten drückt eine tiefe Zärtlichkeit aus – wenn Guido sich sanft an Frank schmiegt, oder wenn Frank strahlend zurücklächelt. Eigentlich brauchen Stardesigner Guido Maria Kretschmer, 52, und der Maler Frank Mutters, 62, nach mehr als 30 Jahren keine offizielle Bestätigung mehr für ihre Beziehung. Erst recht nicht, da es seit fünf Jahren eine "eingetragene Lebenspartnerschaft" gibt. Trotzdem wollen die beiden 2018 Hochzeit feiern: Denn die "Ehe für alle" ist ja nun endlich möglich – da möchten sie ein Zeichen setzen.

GALA traf das Paar auf dem mallorquinischen Weingut Son Puig, eine halbe Autostunde von Palma entfernt. Auf der Insel, wo sie schon lange ein traumhaftes Refugium besitzen, soll das Fest mit vielen Freunden stattfinden. Als Krönung ihrer außergewöhnlichen Liebe.

Wer hat eigentlich den Antrag gemacht?

Guido Maria Kretschmer: Das war Frank. Er hat um meine Hand angehalten, im Dämmerlicht bei uns zu Hause. Er sagte: "Ich möchte mit dir eine richtige Ehe haben." Vorher lief ja alles mit angezogener Handbremse. Jetzt sind wir alle gleich vor dem Gesetz und dürfen richtig heiraten.

Gab es einen Kniefall?

Frank Mutters: Hinknien tue ich mich generell nicht, mit 62. Wir sind ja nun schon seit 32 Jahren zusammen. Und bevor es anfängt zu knacken oder zu knirschen, habe ich uns beiden den Kniefall erspart. (lacht)

Wann und wo feiern Sie Ihre Hochzeit?

Kretschmer: Wir wollen nächstes Jahr auf Mallorca heiraten. Wir planen ein großes Fest – aber keinesfalls in Weiß. Ich will eine Wohlfühlparty ohne Dresscode. Wir haben so viele unterschiedliche Freunde, von "völlig explodiert und verrückt" bis hin zu "schwer intellektuell", und wir wollen alle dabei haben. Es kann auch jemand in Jogginghose kommen, wenn er sich so mag. Auch unsere vier Windhunde – Alaya, Aimee, Alicia und Undine – werden dabei sein. Und wenn jemandem die Anreise zu aufwendig ist, dann unterstützen wir unsere Freunde gern. Auch falls das Geld fürs Ticket knapp wäre.

Mutters: Ja, es soll ein rauschendes, unvergessliches Fest werden.

Guido Maria Kretschmer

Die schönsten Brautkleider des Star-Designers

Guido Maria Kretschmer Frühjahr/Sommer 2018
Guido Maria Kretschmer für Otto Herbst/Winter 2017
Guido Maria Kretschmer für Otto Herbst/Winter 2017
Guido Maria Kretschmer Frühjahr/Sommer 2017

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Was bedeutet diese Entscheidung für Sie?

Mutters: Politisch betrachtet, ist es ein ganz wichtiger Schritt, den man machen sollte, um auch zu zeigen, dass man die "Ehe für alle" wertschätzt. Wir sind jetzt mit allen anderen Paaren vor dem Gesetz gleichgestellt. Das haben wir uns immer gewünscht. Von der emotionalen Seite ist es sehr aufregend, auch wenn wir schon seit 32 Jahren ja zueinander sagen. Dieses Versprechen jetzt ist ganz besonders für uns. Und außerdem bringt es auch wieder Frische in den Alltag. (lacht)

Kretschmer: Wir wollen auch Vorbild sein für andere gleichgeschlechtliche Paare.

Waren Sie sich in all den Jahren immer treu?

Kretschmer: Ja, wir waren uns immer treu. Treu ergeben und treu geblieben. Klar gibt es viele Verlockungen, aber wirklich spannend fand ich bislang keinen anderen Mann. Unsere Liebe hat etwas Heiliges.

Könnten Sie einen Seitensprung verzeihen?

Kretschmer: Nun, schön wäre das nicht, und sicher würde ich nicht sagen: Hey, toll, dass du den Bäckerburschen vernascht hast … Ich bin aber nicht naiv, ich weiß, dass so etwas passieren könnte. Ich will aber nicht darüber nachdenken. Ein Seitensprung würde vieles kaputt machen, verlassen würde ich Frank aber nicht.

Guido Maria Kretschmer

Welche Rolle spielt Sex nach drei Jahrzehnten Beziehung?

Kretschmer: Ich glaube, wir haben da einen guten Rhythmus und eine wunderbare und tiefe Vertrautheit.
Wir begehren uns noch immer und finden uns attraktiv, auch wenn wir miteinander älter geworden sind. Ich bin auch froh, dass wir immer noch ohne tausend Hilfsmittel oder Innovationen, von denen man ja immer hört, glücklich werden. Wir mögen die Normalität und müssen nicht 85 Kerzen anzünden, bevor es überhaupt erst losgeht.

Haben Sie getrennte Betten?

Kretschmer: Nein, wir schlafen immer zusammen ein, in einem Bett.

Wie gehen Sie mit Krisen um?

Kretschmer: Wir hatten keine großen Krisen. Wir haben uns auch noch nie angeschrien oder beleidigt. Bei so etwas wäre bei mir Feierabend. Wir haben diesen Kodex: Wir passen aufeinander auf und respektieren uns. Klar gibt es mal Meinungsverschiedenheiten, dann kann ich auch schon mal eingeschnappt sein. Aber ich bin dann auch der, der wieder einlenkt.

Haben Sie Kosenamen füreinander?

Kretschmer: Ich sage immer "Fränkchen". Tabu ist "Bärchen".

Mutters:  Ich sage auch mal "Guidchen" …

Hier auf Mallorca shooten Sie gerade die aktuelle Home-, Living- und Fashion-Kollektion "Guido Maria Kretschmer presented by OTTO". Sie erreichen damit ein Millionenpublikum – angefangen haben Sie vor 35 Jahren als Designer auf dem Flohmarkt von Ibiza. Wie denken Sie daran zurück?

Kretschmer: Ehrlich? Ich empfinde das alles als ein großes Glück, eine große Freude – meine ganze Karriere. Ich habe wirklich ganz klein angefangen, und es war immer mein Ansinnen, so viele Menschen wie möglich zu erreichen. Ich habe immer gedacht: Ich kann es schaffen! Und es hat geklappt. Davor habe ich eine große Demut, bis heute. 

Auch Ihr TV-Format "Shopping Queen" ist ein riesiger Erfolg. Wird es nicht langweilig, ständig Frauen modisch zu optimieren?

Kretschmer: Nein, wirklich nicht. Manchmal stehe ich mit dem Auto an einer roten Ampel und sehe eine Frau, bei der ich denke: Oha …! Dann bin ich immer kurz davor, aus dem Auto zu springen und zu sagen: Hey, versuch es doch mal mit einem anderen Mantel! Solange dieser Impuls noch da ist, ist alles gut.

Hat der Erfolg Sie verändert?

Kretschmer: Ganz und gar nicht. Ich bin immer noch der gleiche Guido. Das habe ich natürlich auch Frank und meinem Umfeld zu verdanken.

Arbeiten Sie noch für Geld oder haben Sie ausgesorgt?

Kretschmer: Ich habe in meinem ganzen Leben nie etwas geschenkt bekommen. Ich kenne es ehrlich gesagt auch nicht anders, als für die Träume, die ich hatte, hart und konsequent zu arbeiten. Uns geht es gut. Sagen wir es mal so: Ich muss über Geld nicht mehr nachdenken.

Was gönnen Sie sich?

Kretschmer: Ich gönne mir eigentlich lächerlich wenig. Mir ist schönes Wohnen wichtig, daher habe ich drei Häuser. Eins in Berlin, eins in Brandenburg auf dem Land und eins auf Mallorca. Ich brauche ein Zuhause, dort, wo ich auch ein bisschen König sein darf. Dort habe ich mein Bettchen, meine Sachen, und ich komme zur Ruhe. Ich gönne mir auch ein gutes Auto, damit ich sicher durch die Welt fahren kann. Ich empfinde Geld als eine Form von Freiheit.

Sitzen Sie selbst am Steuer oder lassen Sie sich fahren?
Kretschmer:
 Ich habe manchmal einen Fahrer, meinen Felix. Der fährt auch Wolfgang Joop. Wir kennen uns seit Jahren – Felix gehört zur Familie. Es ist einfach schön, wenn man in der Nacht zurückkommt, nach einem 18-stündigen Arbeitstag, und er wartet schon am Flughafen.

Eine sehr ernste Frage: Haben Sie eigentlich schon Ihr Testament verfasst?

Kretschmer: Nein. Das würde mir das Gefühl von Endlichkeit geben, und das mag ich nicht. Wir haben aber eine Verfügung verfasst, damit unsere Hunde versorgt sind. Eine gute Freundin erbt Geld von uns, damit sie für sich und die Hunde ein größeres Haus kaufen kann. Frank sagt allerdings schon, dass wir uns bald um das Thema kümmern sollten. Im Ernstfall wünsche ich mir nur ein kleines, schwarzes Mausoleum aus Marmor. Und ich werde vielleicht auch viele Briefchen schreiben und verstecken, in denen meine Wünsche für nach dem Tod stehen.

Frank ist Ihr Lebensmensch. Was ist das Besondere, das Sie beide so eng zusammenschweißt?

Kretschmer: Frank ist das Beste, was mir bisher im Leben passiert ist und je passieren wird. Wenn es mehr Menschen wie ihn gäbe, wäre die Welt definitiv eine bessere. Er ist den Menschen wohlgesonnen, er ist einfach der liebenswerteste Mensch, den ich kenne. Er hilft, macht und tut, wo er nur kann, er ist verbindlich und zuverlässig.

Ihr Liebesrezept?

Kretschmer: Man muss seinen Partner immer ein bisschen toller finden als sich selbst. Ich finde mich okay, aber ich finde Frank besser. Ich habe mich mit Frank in 32 Jahren nicht einen einzigen Tag alleine gefühlt.

Mutters:  Ich bin der vollen Überzeugung, dass Guido vor 52 Jahren für mich geboren wurde und ich vor 62 Jahren für Guido. Ich fühle mich an der Seite von ihm wunderbar. Guido ist der einzige Mensch, mit dem ich bedingungslos jeden weiteren Moment meines Lebens teilen möchte.

Wie wohl Guido Maria Kretschmer, 52, und sein langjähriger Lebensgefährte Frank Mutters im hohen Alter aussehen werden? Im Video sprechen der Modedesigner und der Maler im Backstage-Bereich über ihre Partnerschaft. 
© Gala


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