Martin Schoeller stammt aus München und lebt seit 1993 in New York. Dort assistierte er zunächst Annie Leibovitz und fotografierte dann als Nachfolger von Richard Avedon für den "New Yorker"
Martin Schoeller stammt aus München und lebt seit 1993 in New York
(Foto: © Wire)

Drei Jahre lang war er Annie Leibovitz' Assistent (sprich: persönlicher Sklave), schleppte Stative, leuchtete den Hintergrund aus und beobachtete die Großmeisterin der Porträtfotografie genau. Es hat sich gelohnt: Heute zählt der überzeugte Rastalocken-Träger Martin Schoeller ("Die werde ich haben, bis sie abfallen") selbst zu den Stars der Szene. Berühmt wurde der 40-Jährige ebenfalls mit Porträts - von Prominenten und von ganz normalen Menschen, skurril in Szene gesetzt oder in extremen Nahaufnahmen. Jetzt präsentiert Schoeller seine besten Bilder in einem neuen Buch; eine beeindruckende Werkschau zwischen Traumfabrik und Wirklichkeit.

Auf dem Cover Ihres neuen Bildbandes tropft Angelina Jolie Blut aus dem Mund. Eine Anspielung auf ihre Vorliebe für Halsketten mit Blutfläschchen?

Nein. Vor dem Shooting hatte ich in einem Interview über sie gelesen, dass sie sich einmal die Nase gebrochen hat. Also wollte ich Angelina Jolie fotografieren, wie ihr Blut aus der Nase fließt. Als ich ihr meine Idee präsentierte, meinte sie jedoch, das könne sie nicht machen, weil sie dann wie eine Kokainsüchtige aussehen würde. Sie schlug stattdessen vor, Blut aus ihrem Mund laufen zu lassen.

Mögen Prominente solch ungewöhnliche Inszenierungen?

Nicht unbedingt. Häufig ist spätestens der PR-Agent beim Foto-Termin gegen meine Ideen. Angelina Jolie war eine rühmliche Ausnahme: Sie hatte erst gar keinen dabei.

"'Auf keinen Fall darf er in die Badewanne, das ist absolut unmöglich', sagte Jack Blacks PR-Frau entsetzt, als sie meinen Vorschlag hörte"
"'Auf keinen Fall darf er in die Badewanne, das ist absolut unmöglich', sagte Jack Blacks PR-Frau entsetzt, als sie meinen Vorschlag hörte"
(Foto: © Matrin Schoeller für Stern Fotografie)





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