Sie schmollt schon wieder Bestimmt zum zwanzigsten Mal an diesem Tag. Und sie macht es großartig: Beim Gala-Fotoshooting wirkt Michelle Hunziker so verführerisch wie die junge Brigitte Bardot. In den Pausen ist dann Schluss mit lasziver Erotik, da albert die 34-jährige Schweizerin mit Fotograf und Stylist Armin Morbach und seinem Team herum. Ihr ansteckendes Lachen hallt durch die Villa Neutra nahe Frankfurt. Michelle Hunziker, derzeit wieder Single, ist eine umwerfend schöne Powerfrau.

Seit Ende 2009 moderierte sie an der Seite von Thomas Gottschalk "Wetten, dass..?". Was sein Abschied für sie heißt? Auch darüber äußerte sie sich im Gala-Interview, genauso wie über One-Night-Stands und Seitensprünge. Und auch ein sehr ernstes Thema thematisierte sie am Rande des Shootings: den Tod ihres Vaters, durch den sie 2000 in den Bann einer Sekte geriet. "Eine der schlimmsten Erfahrungen meines Lebens. Ich hatte Depressionen, fühlte mich ohne Halt. Aber ich habe den Ausstieg geschafft, und heute geht es mir wieder richtig gut." Nicht zuletzt diese Bilder beweisen das.

Könnten Sie sich einen radikalen Schnitt vorstellen -von der blonden Mähne zur Kurzhaarfrisur?

Niemals! Lange blonde Haare sind seit 15 Jahren mein Markenzeichen, und im Showbiz ist ein hoher Wiedererkennungswert wichtig. Es reicht mir völlig, wenn ich mich beim Theaterspielen für ein paar Stunden komplett verändern kann. Als Sally Bowles in "Cabaret" trug ich zum Beispiel eine schwarze Kurzhaarperücke. Es gibt aber auch einen ganz persönlichen Grund, warum ich so sehr an meiner Mähne hänge.

Welchen denn?

Mein Papa war früher immer der Meinung, dass mein Gesicht mit kurzen Haaren viel besser zur Geltung kommt. Deshalb musste ich permanent zum Friseur. Ich fand das schrecklich! Erst als Zwölfjährige konnte ich mich durchsetzen und habe meine Haare seitdem nie mehr kurz schneiden lassen.

Sie erinnern auf den GALA-Fotos an die junge Brigitte Bardot. Die Diva steht heute zu ihren Falten. Ist das für Sie auch denkbar?

Ich finde Frauen schön, die den Mut aufbringen, natürlich zu altern. Das möchte ich auch. Jede Spur des Lebens, die man im Gesicht trägt, macht einen doch interessanter. Ich liebe meine ersten Fältchen. Wohl auch deshalb, weil ich mich heute selbst viel mehr mag als mit 20. Meine tollste Zeit ist jetzt! Und was ist in zehn Jahren? Gerade für prominente Frauen wird der Druck mit zunehmendem Alter immer größer. Natürlich ist das nicht einfach. Du brauchst viel mentale Stärke, um diesen Druck auszuhalten. Aber ich habe ja auch keine Ambitionen, später vor mich hinzurunzeln. Wenn du auf dich achtest, dann kannst du auch mit 50 gut aussehen - ganz ohne Nachhilfe vom Beauty-Doktor. Aftershowpartys zum Beispiel sind für mich tabu. Nach dem Job ziehe ich den Stecker raus und gehe nach Hause, um mich mit meiner Tochter oder mit Freunden zu entspannen. Außerdem achte ich immer mehr auf meinen Körper, treibe noch mehr Sport und ernähre mich noch bewusster. Von nichts kommt nichts!

Botox & Co. sind also nichts für Sie?

Ich hätte viel zu viel Angst davor, künstlich und maskenhaft auszusehen.






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