Annemarie Eilfeld
© Getty Images Annemarie Eilfeld

Annemarie Eilfeld Die Marke Annemarie

Annemarie Eilfeld hat das geschafft, woran viele "DSDS"-Kandidaten trotz guter Stimme scheitern: Die 18-Jährige versteht es, sich zu vermarkten

Bereits im Alter von sechs Jahren stand Annemarie Eilfeld, die im Städtchen Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt aufwuchs, zum ersten Mal auf der Bühne - und arbeitete seitdem hart an ihrer musikalischen Karriere. Mit acht begann sie, klassischen Gesangsunterricht zu nehmen und Keyboard zu spielen. Annemaries großes Talent zeichnete sich also schon früh ab. Vater Mario und Mutter Heike, die früher selbst mit verschiedenen Bands auftrat, befanden, dass ihre Tochter das Talent habe, um professionell zu singen.

Und so unterzeichneten sie 2003 für ihre damals 14-jährige Tochter einen Vertrag mit dem Musik-Macher Amaho Ike. Allerdings kam nur eine Single auf dem Markt, dann wurde die Zusammenarbeit aufgrund von Differenzen zwischen Vater Mario und dem Musikmanager beendet. Der große Durchbruch ließ auf sich warten, auch wenn Annemarie jede Gelegenheit nutzte, um bei Gesangswettbewerben aufzutreten.

Mit 15 Jahren ging "Anmie", wie sie von Freunden und Familie genannt wird, ein Jahr lang mit der Coverband "Six" auf Tour und unterstützte die Truppe als Frontfrau. Weiter trat sie als Opening-Act der "Bloodhound Gang" und Christina Stürmer auf. Doch ihr war schon immer bewusst, dass es nicht leicht werden würde, im Musikgeschäft Fuß zu fassen. Daher entschloss sich das blonde Gesangstalent, noch etwas Bodenständiges zu lernen und begann eine Ausbildung zur Immobilienmaklerin im Betrieb ihres Vaters. Die macht sie bis heute, für "Deutschland sucht den Superstar" nimmt sie sich jedoch eine Auszeit.

Trotzdem weiß die Superstar-Anwärterin, dass die Teilnahme bei "DSDS" die Chance ihres Lebens ist. Jeden Samstagabend, wenn sie die Bühne bei "Deutschland sucht den Superstar" betritt, sieht ein Millionenpublikum zu und potenzielle Produzenten könnten auf das Talent aufmerksam werden. Und die ehrgeizige Sächsin versteht es, sich zu verkaufen. Längst hat sie verstanden, dass die Zuschauer keine langweiligen Durchschnittstypen sehen wollen, sondern Charakterköpfe mit hohem Wiedererkennungswert. Den besitzt Annemarie Eilfeld im Gegensatz zu manch anderen Kandidaten zweifelsohne, mit ihrem "Bad-Girl-Image" polarisiert die Sächsin und hat es geschafft, sich unverwechselbar zu machen.

Nach jeder "DSDS"-Sendung ist sie es, die die Schlagzeilen bestimmt: Ehrgeizig, vorlaut und ausgesprochen sexy: So gab sich Annemarie Eilfeld von Anfang an. Als einzige Kandidatin entschied sie sich auch, erotische Aufnahmen von sich in Deutschlands größter Boulevard-Zeitung zu veröffentlichen. Für "RTL" ist Annemarie ein echter Quotengarant: Bis zu acht Millionen Zuschauer wollen jedes Mal wissen, mit wem sich die Blondine fast auf der Bühne geprügelt hätte oder welcher ihrer Mitkandidaten ihr den Rauswurf gönnen würde.

Eines ist klar, ohne sie wäre die diesjährige "DSDS"-Staffel nur halb so unterhaltsam: Als sie vor laufenden Kameras sagte, sie würde ihren Konkurrenten Holger Göpfert am liebsten nach Hause schicken, weil ihm so der Leistungsdruck nicht gut bekäme, erntete Annemarie minutenlange Buh-Rufe. Spätestens seit diesem Moment stand fest: Annemaries direkte Art ist für den Sender Gold wert, am Tag danach konnte es sich kaum eine Zeitung leisten, nicht über den Streit bei "DSDS" zu berichten.

Das Phänomen Annemarie Eilfeld erinnert ein bisschen an Gina-Lisa Lohfink: Die ehemalige "Germany's Next Topmodel"-Kandidatin, die mit ihrer unkonventionellen Art und dem Spruch "Zack, die Bohne" bei den Zuschauern Kultstatus erreichte, verstand es ebenso wie Annemarie, sich gut zu verkaufen und bekam sogar eine eigene Fernsehsendung. In einem Interview sagte Annemarie Eilfeld einmal: "Ich weiß, dass mich die meisten Kandidaten am liebsten in eine Kanone stecken und nach Timbuktu schießen würden. Aber ich bin eben kein Schön-Wetter-Mensch, ich bin nur immer ehrlich."

jan