Russell Brand ist teuflisch: wahnsinnig witzig und gefährlich risikobereit. Die größte Gefahr stellt der Komiker allerdings für sich selbst dar
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Das sollte man über Russell Brand wissen:
Wo fängt man an, wenn man Russell Brand beschreiben will? Bei seiner Drogensucht? Bei den Sexeskapaden? Oder, ganz manierlich, bei seinem Comedy-Programm?
Russell Brand ist schwer zu fassen, obwohl er auf den ersten Blick aussieht wie ein lebendes Klischee: Wilde Haare, dunkle Augen, das Hemd offen, so dass keinem der Blick auf die dichten Brusthaare verwehrt bleibt - Russell Brand ist pures Testosteron. Das kommt bei den Frauen gut an, wie der Komiker immer wieder gerne betont: "Ich habe gehört, dass die Queen gesagt hat, ich sei der Einzige, der in ihr Schlafzimmer einbrechen dürfte." Wenn man Fotos von Russell sieht, denkt man an den coolen, stillen Außenseiter von der Schule, von den Mädchen umschwärmt, von den Eltern gefürchtet. Sieht man Russell in Aktion, zerstört er den Eindruck: viel zu ausufernd die Gesten, zu affektiert sein Sprechen.
Dabei ist Russell Brand sicherlich kein typischer Klassenclown, dafür hat er schon zuviel Mist erlebt: Als er sechs Monate alt war, trennten sich seine Eltern, er blieb bei seiner Mutter. Diese erlitt drei schwere Krebserkrankungen innerhalb der nächsten 16 Jahre. Mit seinem Vater hegte er nur sporadischen Kontakt und er sorgte dafür, dass sein Sohn schon in sehr jungen Jahren sowohl mit Pornographie als auch mit Prostituierten Erfahrungen sammelte. Mit 16 Jahren war Russell da, wo kein Mensch hin möchte: bulimiekrank, drogenabhängig, sich selbst verletzend.
Auch wenn er beruflich schnell seinen Weg fand, saß er privat in einer Abwärtsspirale fest. Heute noch erinnert er sich an das Gefühl, das er hatte, als er Heroin nahm: "Ich hab mich in die Wärme [des Heroins] verliebt – es fühlt sich so an, als kehrte man in den Mutterleib zurück." Seine Arbeitgeber teilten seine Begeisterung verständlicherweise nicht – als er am 12. September 2001 zugedröhnt und in Osama-Bin-Laden-Kostümierung zur Aufzeichnung erschien, feuerte MTV ihn. 2002 fand sein Manager Russell, wie er in dessen Haus Heroin nahm und brachte ihn dazu, einen Entzug zu machen.
Natürlich gehen solche Erfahrungen nicht spurlos an einem Menschen vorüber. Russell nutzt sie effektiv: Im Grunde erzählt er in jedem seiner Sketche sein Leben. In seiner selbstverfassten Autobiographie "My Booky Wook" beschreibt Russell: "Mein Leben ist nur eine Reihe von peinlichen Geschehnissen, die mit dem roten Faden verbunden sind, dass ich Leuten von ihnen erzähle."
Autorin: Carla Quick
Klatsch und Tratsch
Bis 2009 wurde Russell elfmal verhaftet +++ Mit 16 Jahren fing er an, Marijuana zu rauchen und wandte sich auch schnell dem LSD zu. Heroin folgte bald darauf. +++ Für den ehemaligen amerikanischen Präsidenten fand Russell warme Worte: Er bezeichnete ihn einmal als "zurückgebliebenen Cowboy-Kumpel".
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