Robbie Williams ist der perfekte Entertainer - und kämpft mit seinen Dämonen. Dabei möchte er nur von allen geliebt werden
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Das sollte man über Robbie Williams wissen:
"Ich habe als Kind all die Stars im Fernsehen gesehen und wollte sein wie sie: erfolgreich. Ob als Musiker, Schauspieler oder Massenmörder, war mir egal."
Ein Glück, dass sich Robbie Williams damals den ersten der drei möglichen Lebensentwürfe rauspickte. Ein bisschen Rampensau plus Wahnsinn lassen sich als Popstar trotzdem prima ausleben. Wie im Video zu "Let Me Entertain you". Mit groteskem "KISS"-Make-up und beherzten Griffen in den Schritt zappelt er sich Richtung Irrsinn. Und scheint sich dabei den ganzen "Take That"-Frust aus fünf Jahren abzuschütteln.
Die Geschichte von Robbie Williams ist ein wahres Popmärchen - eins mit mindestens ebenso vielen Ecken und Kanten wie vorläufigen Happy Ends. Mit neun Jahren war er ein Pummelchen aus dem englischen Arbeitermilieu mit Leseschwäche. Er wurde zum Klassenclown und versuchte alles, um die Aufmerksamkeit seiner Umwelt auf sich zu ziehen. Im "Red Lion", dem Pub seiner Mutter Jeanette, unterhielt er die Gäste mit Showeinlagen zu alten Swing-Klassikern - vorläufig noch mit Playback. Keine schlechte Voraussetzung dafür, einer der erfolgreichsten Musiker überhaupt zu werden: "Ich bin der geborene Entertainer. Jedesmal wenn ich den Kühlschrank öffne und das Licht angeht, fange ich automatisch an zu singen!"
1990 meldete Mama Williams ihren Sohn bei einem Radiowettbewerb an: Fünf Jungs wurden für eine Konkurrenzband zu den "New Kids On The Block" gesucht. Dass Robbie so nicht nur berühmt, sondern auch ziemlich unglücklich und dazu drogensüchtig wurde, ahnte bei der "Feel good"-Fassade der fünf Jungs von Take That niemand. Hinter Leadsänger Garry Barlow und Teenieschwarm Mark Owen blieb Robbie auch hier bloß die Rolle des Clowns. Das Ende vom Lied: Nach zahllosen durchzechten Nächten wurde er vor die Tür gesetzt. Zunächst schleppend und dann kometenhaft begann Robbie 1996 seine Karriere als Solokünstler. Schon lange vor seinem Swing-Album war Robbie Williams eine Art Frank Sinatra für die Jetzt-Zeit. Er kriegt die Jungen mit seiner Lässigkeit, die Älteren wollen ihm gute Ratschläge mit auf den Weg geben. Von allen geliebt werden will er immer noch - und pendelt munter zwischen Größenwahn und Komplexen: "Wer ich bin, weiß ich immer noch nicht. Nur eines glaube ich wirklich zu sein: höchst unterhaltsam."
Autor: Roland Rödermund
Klatsch und Tratsch
Vor einiger Zeit hatte Robbie scheinbar genug von sich selbst als Überstar und kündigte an, ein Dance-Album unter dem Pseudonym Pure Francis auf den Markt zu bringen. Vom Stil sollte das Ganze irgendwo zwischen Kraftwerk, Depeche Mode und ein bisschen Neil Diamond liegen +++
Spekulationen um Robbies sexuelle Orientierung reißen trotz der vielen Frauengeschichten nicht ab. Seit seinem Statement bei einem Konzert, er stehe auf Männer und man solle ihn bitte Roberta nennen, gibt's immer mal wieder Gerüchte über Robbies sexuelle Ausrichtung. Das Ganze scheint aber eher ein cleveres Spiel mit schwuler Subkultur zu sein: "Furchtbar viele schwule Popstars tun ja so als seien sie heterosexuell. Ich werde einen Verein für Hetero-Musiker gründen, die so tun als seien sie homosexuell" +++ Bei tattoofashion.com kann man falsche Tattoos von berühmten Vorbildern auswählen. Robbie Williams hat die meisten Einträge: Elf verschiedene Motive kann man bestellen +++ Auch an "normalen" Tagen stehen vor Robbie Williams' Haus mindestens vier bis fünf Paparazzi. Denen hat er den Kampf angesagt. Jeden Tag, wenn er von der Haustür zum Auto geht, trägt er die gleichen Klamotten und die gleiche Frisur, weil er weiß, dass die Jungs ein Foto nicht zweimal verkaufen können. +++ Angeblich glaubt Robbie einen Hausgeist in seinem L.A.-Domizil zu haben: "Bertie" habe immer einen Anzug an und eine Vorliebe für Martini +++
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