Ein Landei erobert Hollywood: Michelle Williams spielte mit Lassie, flirtete mit Dawson und heiratete in "Brokeback Mountain"
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Das sollte man über Michelle Williams wissen:
Raus aus Kalispell. Die zehnjährige Michelle Williams jubelte, als sie und ihre Familie die verschlafene Kleinstadt im Nordwesten Montanas verließen und in der Sonnenstadt San Diego eine neue Heimat fanden. "Ich wurde mit einer heftigen Leidenschaft für die Freiheit geboren", sagt Michelle. Diese lebte sie fortan auf der Bühne aus. Theater, Werbespots, dann Gastrollen in Fernsehserien. Ihr Vater musste mit ihr so lange zu Vorsprechen nach Los Angeles fahren, bis sie mit 14 ihre erste große Rolle im Film-Remake von "Lassie" bekam.
Als sie nur ein Jahr später sogar im Welterfolg "Species" mitspielen durfte, brach die clevere Blondine die Schule ab - jedoch nicht ohne ihren Abschluss im Rekordtempo per Fernstudium nachzuholen. Für ihre Paraderolle musste sie dann zurück in die Kleinstadt: Doch hieß die diesmal nicht Kalispell, sondern "Capeside" und war Schauplatz der Erfolgsserie "Dawson's Creek". Als ein süßes Next-door-Girl namens Jen Lindley lebte sie ihren Fans fünf Jahre lang die Tücken des Erwachsenwerdens vor. Genau wie ihre Kollegen Katie Holmes und James van der Beek nutzte Williams die Serie als Sprungbrett zur Kinokarriere.
Dabei ist Qualität ihr Markenzeichen. Anders als viele ihrer hübschen Kolleginnen, die sich stets darüber beklagen, als eindimensionale Beautys abgestempelt zu werden, aber dann doch immer wieder diesen Part geben, lehnt Michelle solche Rollen konsequent ab. "Papierverschwendung" nennt sie es, wenn sie mal wieder ein seichtes Drehbuch im Briefkasten findet. Sie glänzt lieber im Charakterfach: Etwa in Wim Wenders Independent-Film "Land of Plenty", der die Terrorparanoia in den USA aufs Korn nimmt. Oder im homoerotischen Cowboy-Drama "Brokeback Mountain". Damit, dass ihrem Vater, immerhin Politiker der Republikaner, diese Themen nicht wirklich gefallen, kann sie recht gut leben.
"Brokeback Mountain" brachte ihr indes nicht nur die erste Oscar-Nominierung, sondern auch gleich den Mann fürs Leben - eine Zeitlang zumindest: Mit Filmpartner Heath Ledger hat sie seit Oktober 2005 Tochter Matilda. Seit Herbst 2007 lebte das Paar getrennt, dennoch gab Michelle zu, "ihr Herz sei gebrochen", als Heath Ledger im Januar 2008 an den Folgen eines ärztlich verschriebenen Medikamenten-Cocktails starb.
Ab und zu kehrt das ehemalige Landei in die Heimatstadt Kalispell zurück. "Ich merkte gar nicht, wie sehr ich es vermisst habe, bevor ich nicht dorthin zurückgekehrt bin. Es ist eine andere Art von Leben. Es ist eine Wirklichkeitsflucht. Von Hollywood."
Autor: Björn Erichsen
Klatsch und Tratsch
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