Den sexbesessenen Fiesling gab Michael Douglas nicht nur im Film, sondern auch privat. Alles vergangen, er ist zahm geworden
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Das sollte man über Michael Douglas wissen:
Sein Vater Kirk war einer der markantesten amerikanischen Schauspieler der 50er und 60er Jahre und wirkte auf Michael selbst "furchterregend". Trotzdem war es für Michael Douglas Zeit seines Lebens auch ein Riesenansporn, mindestens so gut und erfolgreich wie sein Vater zu werden. Optisch ist er ihm wie aus dem Gesicht geschnitten und die Lust auf Schauspielerei hat er wohl auch von Papa geerbt. Michael legte dazu noch einen unbremsbaren Ehrgeiz an den Tag und kultivierte regelrecht seinen Perfektionismus.
Seine erste Rolle als Inspektor Steve Keller in der Kultserie "Die Straßen von San Francisco" (1972) bekam er noch als "Douglas Junior", konnte sich aber als Partner von Knubbelnase Karl Malden bald einen eigenen Namen machen. Bis 1976 sammelte er mit seiner Verbrecherjagd Bonuspunkte beim Publikum und erntete sogar drei Emmys.
Auf dem steilen Weg nach oben kassierte Michael 1987 den Oscar als Bester Hauptdarsteller in Oliver Stones "Wall Street" für seine oberschmierige Darstellung des Maklers Gordon Gekko. Auch für Filme wie "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten" (1984), "Eine verhängnisvolle Affäre" (1987), "Black Rain" (1989), "Der Rosenkrieg" (1990), "Basic Instinct" (1992) und "The Game" (1997) wurde er gefeiert. Ob es eine Medienvision war oder ob er tatsächlich auch privat den sexbesessenen Fiesling gab - Kinogänger liebten ihn für seine perfekt gespielte Macho-Rolle.
Seinen Blick dafür schärfte er bereits als Kind des markanten Daddys Kirk, der für ihn immer "Spartakus" (das war eine von Kirk Douglas' bekannte Rollen) symbolisierte. Nach einem Studium an der University of California zog Michael nach New York, wo er sich bis 1967 am "Neighbourhood Playhouse" und dem "American Place Theater" zum Schauspieler und Regisseur ausbilden ließ und schon mit 20 Jahren seine erste Produktionsgesellschaft gründete. Als Produzent landete Michael 1975 gleich mit seinem ersten Projekt einen Hit: Mit "Einer flog über das Kuckucksnest" räumte er 1976 fünf Oscars ab - unter anderem Bester Film, Bester Regisseur (Milos Forman), Beste Hauptdarstellerin (Louise Fletcher) und Bester Hauptdarsteller (Jack Nicholson). Kirk Douglas hatte sich die Rechte für den Stoff ehemals sichern lassen, hatte aber nie Zeit für die Geschichte.
Das Jahr 2000 brachte einen Wendepunkt in Michaels Leben: Sein zweiter Sohn kam zur Welt, er heiratete die Mutter, die 25 Jahre jüngere britische Kollegin Catherine Zeta-Jones und spielte an ihrer Seite im oscarprämierten Drogendrama "Traffic" einen Richter, der zum obersten Drogen-Ermittler der USA ernannt wird - ohne zu ahnen, dass seine Tochter drogenabhängig ist.
So richtig einen auf Familie machte er dann im Film "Es bleibt in der Familie" (2003), in dem er erstmals gemeinsam mit seinem Vater, seiner Mutter - der Schauspielerin Diana Douglas - und seinem Sohn Cameron aus erster Ehe mit Diandra vor der Kamera stand. Abgesehen von dieser Tatsache haute der Film allerdings niemanden aus dem (Kino)sessel. Douglas' Sohn Cameron hat erst im Jahr 2010 wieder einen ähnlich großen Auftritt: vor Gericht, wegen Drogenhandels. Er muss ins Gefängnis und stürzt Michael Douglas damit in eine schwere persönliche Krise. Im Sommer 2010 der nächste Schlag: Im August wurde bei dem Schauspieler Kehlkopfkrebs diagnostiziert. Seine Frau und seine Kinder sind ihm in dieser schweren Zeit ein großer Halt. Auch sein Vater Kirk tut alles, um ihn aufzumuntern: Er soll ihm zur Ablenkung täglich schmutzige Witze erzählen. Im Januar 2011 kam dann die erlösende Nachricht: Der Tumor konnte mit Hilfe von Chemotherapien und anderen Behandlungen erfolgreich bekämpft werden. Douglas fühlt sich geheilt und bereitet sich auf die "Liberace"-Dreharbeiten vor.
Autorin: Stefanie Behrens
Klatsch und Tratsch
Kein toller Stunt, sondern ein Beinahe-Unfall ereignete sich im Februar 2007, als Michael bei der Einweihung eines Kunstmuseums auf den Bermudas mit einem Kran in über sieben Meter Höhe gehievt wurde. Auf den Bermudas gehört es nämlich zum Tauf-Ritual, ein paar ordentliche Schlucke Rum auf das Gebäude-Dach zu plätschern. Nicht nur die Flasche kippte, sondern fast wäre auch Michael aus dem Kran gekippt: "Ich lachte und bin gestolpert", kommentierte der 62-Jährige die Einlage, als er die Fassung wieder gewonnen hatte. +++ Gar nicht feierlich war die Geschichte um die Fotos der Märchenhochzeit von Michael und Catherine. Alles war bestens organisiert: Die Rechte an den Hochzeitsfotos waren nach einem Bieterwettstreit an die Zeitschrift "OK" gegangen, die dafür rund eine Million britische Pfund bezahlte. "Ätsch" sagte das Konkurrenzblatt "Hello!", schleuste einen Fotoreporter ein und veröffentlichte drei Tage vorher Bilder von der Hochzeit. Das sei eine Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte, meinten Michael und Catherine, verloren aber Jahre später das Gerichtsverfahren gegen "Hello", das vor dem obersten Gericht Großbritanniens, dem "House of Lords", verhandelt wurde. +++ Seit rund 30 Jahren verbringt Michael bis zu sechs Monate im Jahr auf Mallorca. In seiner zweiten Heimat muss er nicht ins Hotel gehen, sondern besitzt in Valldemossa das Landgut S'Estaca, eines der Güter des österreichischen Erzherzogs Luis Salvador. Im gleichen Ort rief er vor vier Jahren die Kulturstiftung "Costa Nord" ins Leben, veräußerte sie aber inzwischen an die Landesregierung.
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