Melissa Leo muss in Hollywood immer noch kämpfen - dabei hat die Charakterdarstellerin ihr Talent schon häufig bewiesen
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Das sollte man über Melissa Leo wissen:
Melissa Leo müsste eigentlich ein glamouröses Leben führen: Die Schauspielerin war bereits zwei Mal für einen Oscar nominiert und durfte einen der begehrten Golden Globes mit nach Hause nehmen. Hollywood liegt ihr zu Füßen, sollte man meinen. Aber so einfach ist das bei Melissa Leo nicht, denn irgendwie blieb ihr Name trotz der Erfolge nur wenigen in Erinnerung.
Vielleicht liegt es daran, dass Leo in ihren Rollen so perfekt aufgeht. Über die Jahre hinweg hat sich die New Yorkerin explizit auf Charakterrollen spezialisiert, spielt meist Arbeiterfrauen mit verlebten Gesichtern wie etwa in ihren Oscar-Filmen "Frozen River" und "The Fighter". Die Person Melissa Leo ist in diesen Figuren kaum noch zu erkennen, sie hat die besondere Fähigkeit, mit einer Rolle zu verschmelzen. Wandelbar ist wohl ein Stichwort, das Leo gut beschreibt und ihr Rollen wie die der Mutter des nur elf Jahre jüngeren Mark Wahlbergs ermöglicht.
Trotzdem muss die leidenschaftliche Schauspielerin nach jedem Projekt um einen neuen Job kämpfen. "Dabei liebe ich es zu arbeiten und jetzt, wo mein Sohn aus dem Haus ist, hätte ich noch viel mehr Zeit dafür", erzählt sie offen von ihren Schwierigkeiten bei der Jobsuche. Daher kann es durchaus passieren, dass Leo sich für einen kleinen Studentenfilm einsetzt, vorausgesetzt, er wirkt auf sie vielversprechend. Denn die Tochter eines Redakteurs und Fischers hat ihre Prinzipien und kann auch sehr wählerisch sein. Eine Rolle in Jeff Bridges "Crazy Heart" lehnte sie ab, weil ihr die Figur zu sexistisch erschien. Sie wäre, obwohl sie zehn Jahre jünger ist, von Jeff Bridges für die noch jüngere Maggie Gyllenhaal verlassen worden. "Das hat sich einfach falsch angefühlt", sagt sie überzeugt.
Trotzdem war sie traurig, nicht mit Jeff Bridges arbeiten zu können, Melissa Leo freut sich nämlich immer wie ein Kind, wenn sie bekannte Kollegen trifft. Stolz berichtet sie zum Beispiel davon, dass Clint Eastwood sie auf einem roten Teppich erkannt und mit "Hallo kleine Lady" begrüßt hat. Ihrem Sohn ist das manchmal peinlich, seine Mutter soll doch bitte nicht immer von den Stars schwärmen. Und wer sich einmal Leos unbeholfenen, vor Freude überschäumenden Auftritt bei der Entgegennahme ihres Golden Globes angesehen hat, der weiß, was ihr Sohn John Matthew meint. So ungefiltert und leicht verrückt wirken Preisträger in Hollywood selten. "Es ist großartig und aufregend, ich genieße es", gibt Leo offen ihre Freude am Erfolg zu. Doch wer weiß, vielleicht hat sie sich bei der nächsten Nominierung schon etwas an das Glamour-Leben gewöhnt. Denn so langsam kennt man ihren Namen in Hollywood.
Sarah Stendel
Klatsch und Tratsch
Bei ihrer Oscarnominierung für ihre Rolle in "The Fighter" entschloss sich Leo im Vorfeld der Verleihung, eine selbstbezahlte Werbung für sich zu schalten. Zwar sind solche Kampagnen üblich, jedoch nicht, wenn man sie im Alleingang betreibt. Kritiker prophezeiten der Favoritin deshalb ein Ausscheiden aus dem Rennen um einen Preis. Doch weit gefehlt: Bei den 83. "Academy Awards" gewinnt Leo einen Oscar als beste Nebendarstellerin - und hat es damit mal wieder allen Kritikern gezeigt.
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