Lucy Liu gibt das asiatisch-amerikanische Hollywood-Klischee der sexy Kampfsportkatze bis zur Perfektion
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Das sollte man über Lucy Liu wissen:
In Hollywood gibt es derzeit niemanden, der so ist wie Lucy Liu. Die erfolgreiche amerikanische Schauspielerin mit chinesischen Wurzeln verkörpert gleich zwei Welten: Auf der einen Seite stilisiert sich Lucy in ihren Rollen gnadenlos sexy, extravagant und angriffslustig zum Hollywood-Klischee. Auf der anderen Seite ist da noch die kunstinteressierte Lucy mit einer gehörigen Portion Selbstironie, die sich humanitären Aufgaben widmet. So verlieh ihr Friedens-Nobelpreisträger Michail Gorbatschow im Oktober 2006 in New York den "World Social Award" für den Einsatz, mit dem sie Kindern und Opfern von Naturgewalten helfen will. Seit 2005 ist Lucy Unicef-Botschafterin und unterstützt weltweit HIV/Aids-Aufklärungskampagnen. Sie reiste auch nach Pakistan, um Überlebenden des Erdbebens zu helfen, und nach Lesotho, um die unfassbaren Auswirkungen der Aids-Verbreitung auf Kinder zu dokumentieren.
Aber fangen wir von vorne an: "Ich bin in Jackson Heights, Queens, ohne Geld aufgewachsen. Ich habe gelernt, Nichts im Leben als selbstverständlich zu betrachten. Wenn man mit aller Gewalt die Diva mimt oder die Extravagante, dann wird man keine Freude daran haben", kommentiert Lucy ihre Herkunft. Die Tocher einer Biochemikerin und eines Bauingenieurs studierte an der University of Michigan Asiatische Sprach- und Kulturwissenschaften. Neben Kursen in Tanz und Schauspiel ergatterte sie eine Rolle in der Produktion von "Alice im Wunderland" und machte entspannt mit dem Diplom in der Tasche ihre ersten Erfahrungen als Schauspielerin. Es folgte der Umzug nach L.A. mit klassischem Werdegang: Jobs als Kellnerin, Vorsprechen für Rollen. 1991 darf sie in der Teenie-Kult-Serie "Beverly Hills, 90210" auch vor der Kamera eine Kellnerin spielen, 1996 dann im Kino die Ex-Freundin von Tom Cruise in "Jerry Maguire - Spiel des Lebens".
Kleine Rollen folgten, bis Lucy die "Nebenrolle ihres Lebens" auf den Leib geschneidert bekam: "Ally McBeal"-Produzent David E. Kelley besetzte für die Rolle, auf die Liu sich beworben hatte, zwar Portia de Rossi. Er findet Lucy beim Vorsprechen aber dermaßen klasse, dass er ihr verspricht, eine Gastrolle für sie zu schreiben. Und so taucht "Ling" 1998 erstmals in einer "Ally"-Folge auf. Die ewig nörgelnde Rechtsanwältin ist besessen davon, jeden zu verklagen, der ihren Weg kreuzt und ist so erfrischend politisch unkorrekt, dass die Zuschauer sie einfach liebten. Bis 2001 durfte sie deshalb dabei bleiben.
Das vermittelte ihr dann auch die nötige Popularität für weitere Kinorollen: In "Payback - Zahltag" mit Mel Gibson spielte sie die Peitsche schwingende Domina und stieg mit Antonio Banderas und Woody Harrelson in "Knocked Out - Eine schlagkräftige Freundschaft" in den Boxring. Doch es ging noch sportlicher. Denn ihre Schauspielkollegin Drew Barrymore wagte sich als Produzentin an die Filmversion des Klassikers "Drei Engel für Charlie". Neben Drew und Cameron Diaz brillierte Lucy als Engel Nummer 3 "Alex Munday". Vor lauter "Engel"-Kult ging ihr Part als nicht minder schlagfertige Prinzessin Pei Pei im Jackie-Chan-Western "Shang-High Noon" fast unter. Richtig gefährlich wurde es in Quentin Tarantinos "Kill Bill: Volume 1 und 2" - Lucy spielte Cottonmouth, die tödlichste Killerin Tokios.
Ein völlig anderer Streifen läuft ab, wenn Lucy privat als Unicef-Botschafterin unterwegs ist. "Es sieht aus wie ein großer Haufen Bauschutt", beschrieb Lucy die pakistanische Stadt Balakot, als sie im März 2006 nach dem Erdbeben tagelang zu der entlegenen Region am Fuße des Himalaya unterwegs war. Über 70.000 Menschen waren gestorben, vier Millionen hatten immer noch kein Dach über dem Kopf. Lucy engagierte ein Kamerateam, mit dem sie durch die Stadt zog, um die Bilder der Verwüstung festzuhalten. Der entstandene Dokumentarfilm sollte auf die Situation in Pakistan aufmerksam machen, um Spenden zu sammeln.
Für etwaige Diva-Allüren bleibt Lucy Liu bei soviel Einsatz auch wirklich keine Zeit.
Autorin: Stefanie Behrens
Klatsch und Tratsch
Als Lucy ihre Brötchen noch nicht als Schauspielerin verdiente, sollte sie für einen Job Omeletts backen - allerdings zu einer unglaublichen Tages- bzw. Nachtzeit: "Ich bin immer um 03.00 Uhr früh aufgestanden und habe Omelettes und Frühstück zubereitet. Gegen 10.00 Uhr war ich fertig und hatte noch den ganzen Tag vor mir. Das ging nur zwei Tage gut. Dann fiel ich ins Bett und habe den ganzen Tag verschlafen." Danach musste sie sich allerdings einen neuen Teilzeit-Job suchen. +++ Sie war die erste asiatisch-amerikanische Frau, die "Saturday Night Life" moderierte. +++ Seit Lucy Patentante geworden ist, ist sie ganz verrückt nach Kindern und hört bereits ihre eigene biologische Uhr ticken: "Ich habe ein Patenkind, das ich sehr liebe. Ich hätte nichts gegen ein eigenes Kind. Ich finde es wichtig, dass man auch diese Seite an sich entdeckt. Egal, ob man Kinder hat oder nicht - ich denke, dass jede Frau diese mütterlichen Gefühle in sich trägt."
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