Mit Charme, Schlagfertigkeit und ihrer erstaunlichen Bühnenpräsenz gewinnt Lena Meyer-Landrut "Love, oh Love" - und den Eurovision Song Contest
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Das sollte man über Lena Meyer-Landrut wissen:
Wie ein Satellit bewegt sich Lena Meyer-Landrut auf der Umlaufbahn unserer Herzen, seit sie am 12. März 2010 mit dem Song "Satellite" Stefan Raabs Casting-Show "Unser Star für Oslo" gewonnen hat. Zum Eurovision Song Contest nach Norwegen fuhr sie mit einer ehrgeizigen Mission - Raab wollte mit seinem Schützling am 29. Mai 2010 mindestens Platz zehn erreichen. Es wurde noch viel besser: Am Ende des Abends war Lena mit souveränen 246 Punkten Siegerin des Wettbewerbs!
Angesichts der nationalen Lena-Liebe fragt sich jeder, wer dieses Mädchen mit den langen dunklen Haaren und den charmant geröteten Wangen eigentlich ist, das auf der Bühne zur herzerfrischenden Rampensau mutiert. Wie kann jemand, der nie zuvor vor großem Publikum aufgetreten ist, mit solcher Unbekümmertheit vor Millionen TV-Zuschauern seine Show abliefern, sich mit kuriosen Zuckungen in der Musik verlieren und dabei jedem Song mit Sprechgesang und gekieksten Tönen diesen unverwechselbaren Lena-Stempel aufdrücken?
Ihr erstes Albums "My Cassette Player" stürmte in den Charts ebenso ganz nach oben (und dabei am neuen Werk von Reinhard Mey vorbei), wie es ihre drei Singles mit den drei "USFO"-Finalsongs schon getan hatten. Alles innerhalb von wenigen Wochen. Lena Meyer-Landrut kam wie Kai aus der Kiste - sie ist die Supernova des netten Mädchens von nebenan. Eines Mädchens, das mitten im Abitur steckt, als der große Durchbruch kommt und das deshalb für seinen vieldiskutierten britischen Akzent auch eine ganz simple Erklärung hat. "Ich habe meinen Akzent von meinem Englischlehrer übernommen." So dürfte Volker Assing also am 29. Mai gebannt vor dem heimischen Bildschirm gesessen haben, als seine Englischschülerin in Oslo über die große Grand-Prix-Bühne fegte.
"Das Lampenfieber ist sowieso immer auf Stufe 3000 und in Oslo wird es wahrscheinlich auf Stufe 4568 sein", vermutete Lena. " […] aber ich glaube nicht, dass ich da sterben werde." Und sollte sich ihre Karriere nach Oslo wider Erwarten nicht so positiv weiterentwickeln, hat sie auch schon einen Plan B parat: Ein Schauspielstudium nämlich. Auf der Bühne könnte sie mit ihrer extrovertierten Art und der Freude an Tanz und Gesang garantiert punkten. Nicht umsonst tanzt Lena seit ihrem fünften Lebensjahr - zunächst Ballett, später Jazz Dance, HipHop und Showtanz. "Ich bin ein Mensch, der sich gern ausprobiert", erklärt sie.
Und ein Mensch, der sein Glück selbst in die Hand nimmt: 2009 sammelte sie mit Rollen in der Sat1-Serie "K11 – Polizisten im Einsatz" sowie der Gerichtsshow "Richter Alexander Hold" erste TV-Erfahrungen. Ein ebenso schräger wie mutiger Anfang, typisch Lena eben. "Ich finde Sachen, die man macht, an die man sich erinnern kann, die sind gut", bringt sie ihre Einstellung auf den Punkt. Ihr Management scheint das ein bisschen anders zu sehen: Dort will man die Experimente in Sachen TV-Trash nicht kommentieren, ein Video von Lenas Auftritt als Zeugin bei Gericht wurde prompt von der Videoplattform "Youtube" entfernt.
Solche Verbissenheit ist Lena Meyer-Landrut fremd. Sie möchte ihre Karriere lieber locker angehen - obwohl "Unser Star für Oslo" nach seinem Sieg im März in Hannover von über 1000 Fans und dem Bürgermeister höchstpersönlich in Empfang genommen wurde. "Klar ist das alles ziemlich krass im Moment. Doch ich stehe noch ganz am Anfang. Es ist ein Schnappschuss, mehr nicht. Ein schönes Bild für den Moment!" Zu diesem Bild gehören vorerst jede Menge TV-Auftritte, Interviews. Gar nicht so leicht, bei diesem Pensum locker zu bleiben. "Ich versuche, mich von äußeren Erwartungen nicht beeindrucken zu lassen […]", erklärt Lena. Doch das einstige Mädchen von nebenan gibt auch zu: "Mich als 'cool" zu bezeichnen, wäre absolut falsch."
Autorin: Gesa Schwanke
Klatsch und Tratsch
Beim Casting von "Unser Star für Oslo" setzte Lena sich gegen 4.500 Mitbewerber durch. Das Finale verfolgten 4,5 Millionen TV-Zuschauer +++ Lenas Abi-Prüfungsfächer waren Bio, Sport und Geschichte +++ Ihr Großvater Dr. Andreas Meyer-Landrut war früher deutscher Botschafter in Moskau +++ Lenas erste Single "Satellite" hat in nur vier Wochen Platin geholt und alle Downloadrekorde gebrochen: Nie zuvor verkaufte sich in Deutschland ein Titel in so kurzer Zeit so gut (120.000 Downloads in den ersten drei Tagen). Als erster Interpretin gelang es Lena zudem, gleich drei Songs auf einen Schlag ("Love me", "Bee" und "Satellite") in den Top 5 der deutschen Singlecharts zu platzieren +++ "Satellite" wurde vom dänisch-amerikanischen Duo John Gordon und Julie Frost komponiert - Gordon arbeitete bereits mit Beyoncé und Mariah Carey +++ Die erste Platte, die Lena Meyer-Landrut auf ihrem eigenen CD-Player gehört hat, war "Flugzeuge um Bauch" von Oli P +++ Fräulein Meyer Landrut ist nicht die erste Lena, die für Deutschland am Eurovision Song Contest teilnimmt: 1981 belegte Lena Valeitis mit "Johnny Blue" den zweiten Platz +++ In dem Zeichentrickfilm "Sammys Abenteuer" ist Lena neben Matthias Schweighöfer und Axel Stein als Synchronsprecherin tätig und leiht der Meeresschildkröte Shelly ihre Stimme.
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