Heath Ledger rührte als schwuler Cowboy in "Brokeback Mountain" ganze Kinosäle zu Tränen. Der Charakterdarsteller starb früh - mit 28 Jahren
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Das sollte man über Heath Ledger wissen:
Heath Ledger war der Mann für einen der schönsten Küsse der Filmgeschichte. 2005 lagen sich der Australier und Kollege Jake Gyllenhaal derart leidenschaftlich in den Armen, dass man laut MTV die Augen vor einer Tatsache nicht mehr verschließen konnte: Auch Männerliebe kann sehr romantisch sein. Dank dieser Erkenntnis gab es für die beiden im Jahr 2006 nicht nur den MTV Movie Award in der Kategorie "Best Kiss", Heath bekam für seine Rolle als schwuler Cowboy in "Brokeback Mountain" sogar fast einen Oscar in die Hand - nominiert war er jedenfalls. Wer hätte gedacht, dass sich mit einem Schwulenfilm als Schauspieler soviel Ruhm und Ehre verdienen ließe?
Dabei begann seine Filmkarriere ganz harmlos - mit einer Teenager-Romanze. In "10 Dinge, die ich an Dir hasse" verfasste Heath 1999 eine Handvoll Zeilen, die sich in das Herz von Julia Stiles stehlen sollten. Die MTV-Kids liebten ihn, der Rubel rollte Richtung Mädchenträume. Was für manchen Schauspieler die Verbannung in das Schubladen-Exil des schönen Nichtssagenden bedeutet hätte, wurde für Heath Ledger zum Sprungbrett in Hollywood. Er wurde selbst derjenige, der Gedichte geschrieben bekam, säckeweise - und sicherlich nicht nur wegen seines ansehnlichen Äußeren. Spätestens seit "Brokeback Mountain" galt Heath als ernstzunehmender Charakterdarsteller. Welpendasein ade.
Bevor Heath seine persönlichen Märchen schrieb, strich er 2005 in "Brothers Grimm" zwischen Rotkäppchen und dem Hexenhäuschen durch den Märchenwald und füllte als eine Hälfte der Gebrüder Grimm ein ganzes Buch. Für seine schönste Geschichte stand jedoch weder Rapunzel noch Dornröschen Modell. "Dawson's Creek"-Star Michelle Williams, die er 2004 am Set von "Brokeback Mountain" kennenlernte, wurde zu seiner privaten Prinzessin, die ihm schon nach kurzer Zeit "Thronfolgerin" Matilda Rose gebar. Ein Familienglück auf Zeit: Im Herbst 2007 trennte sich das stille Märchenpaar, Matilda bekam zwei genau gleich eingerichtete Kinderzimmer bei Mama und bei Papa. Und Heath irgendwie nicht mehr die Kurve. Zwar drehte er fleißig weiter Filme. Doch das allein konnte ihn wohl nicht glücklich machen. Von Depressionen ist die Rede, von Drogenproblemen gar. Als die Polizei ihn am 22. Januar 2008 tot in seiner New Yorker Wohnung fand, waren Pillen im Zimmer. Später kam heraus, dass der Schauspieler an einer versehentlichen Überdosis verschreibungspflichtiger Medikamente starb. Die Ermittlungen wurden im August 2008 eingestellt, es kam zu keiner Anklage. Zuvor waren auch die Ärzte, bei denen Heath in Behandlung war, von jeder Schuld frei gesprochen. Woher der 28-Jährige die starken Beruhigungsmittel hatte, die einen Herzstillstand ausgelöst haben, konnte nicht geklärt werden.
Autoren: Nina Heitele, Verena Lugert, Claudia Fudeus
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