Die Blondine mit der noblen Blässe hat sich rar gemacht: Ihre Bilderbuchfamilie geht vor. Aber Gwyneth Paltrow ist nur wählerischer geworden
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Das sollte man über Gwyneth Paltrow wissen:
In Hollywood, dem Phantasialand der gebräunten Superfrauen mit Atombrüsten und Silikonlippen, ist Gwyneth Paltrow eine Exotin. Ihre Blässe ist zu vornehm, das Lächeln zu schüchtern und ihre Ausstrahlung zu ätherisch, als das sie sich dort dauerhaft wohl fühlen könnte. "Grace Kelly der Neuzeit" wird die elfengleiche Blondine gern genannt, wie die tragische Monegassin umweht auch die zarte Gwyneth eine aristokratische Aura. Ganz so, als entstamme sie einer britischen Grafschaft und nicht dem Sunshine State Kalifornien. Und als sei sie vorrangig mit Teestunden bei den Royals, einem Dressurpferd und Walzerstunden sozialisiert worden. Als Gegenteil des All American Girl war Gwyneth schon als Kind Außenseiterin, auch weil sie so groß und schlaksig war.
Gut, dass Schauspielerin Blythe Danner und Regisseur Bruce Paltrow ihre Tochter früh förderten. Sie wuchs ohnehin zwischen lauter Berühmtheiten auf, ihr Patenonkel etwa ist Steven Spielberg. Blythe und Bruce waren damals zwar nicht gerade hellauf begeistert, als ihre Tochter ihr Studium der Kunstgeschichte abbrach, um Vollzeitschauspielerin zu werden. Doch der Erfolg gab Gwyneth bald Recht. Das Spiel vor der Kamera hatte sie eh im Blut. Und ihre Zurückhaltung verbarg ziemlich gerissen eine gehörige Portion Durchsetzungsvermögen: "Es ist mir mittlerweile völlig egal, ob ich die Nummer 1 oder die Nummer 10 bin. Ich bin wirklich verdammt gut in meinem Job. Und das ist das Einzige, was für mich zählt." In "Shakespeare in Love" verlieh sie als Dichtermuse mit Hang zum Knabenkostüm solchen Aussagen oscarreifen Nachdruck.
Gwyneths vermeintliche Zerbrechlichkeit bleibt bis heute ihr Markenzeichen. Damit kann sie wie keine auf der Leinwand so rührend die Leiden zart besaiteter Damen vorführen: Die depressive Lyrikerin Sylvia Plath ist Teil ihrer "Fragilen-Fraktion". Oder Brad Pitts Frau/Kevin Spaceys Opfer in "Sieben". Gyneths Freundin Jennifer Beals sagt über die reizende Mischung der Schönen aus Hochmut und Unschuld: "Gwyn ist eine Mischung aus einem Schwan und einem Golden Retriever." Und damit sie nicht zu nett rüberkommt, was auf die Dauer eigentlich nur eine Julia Roberts unbeschadet übersteht, spielt Gwyneth ab und an auch mal ein Biest oder gibt die spleenige Neurotikerin (herrlich schräg als Margot in "Die Royal Tennenbaums").
Mehr noch als durch ihre schauspielerische Leistung machte Gwyneth lange Zeit von sich reden, weil sie sich Brad Pitt geangelt hatte, schon damals Hollywoods Traummann Nr 1. Die Trennung 1997 kurz vor der Hochzeit hinterließ Spuren: "Mein Herz ist an diesem Tag gebrochen - und es wird nie wieder so wie früher sein." Dennoch ging Gwyn unbeirrbar ihren Weg, auch als ihr geliebter Vater an Krebs starb und die Beziehung zu Ben Affleck zur Pleite wurde. Seit sie sich 2002 auf einem "Coldplay"-Konzert in Chris Martin verguckte und ihn im Jahr darauf heiratete, sind die schweren Zeiten endgültig vorbei. Gwyneth lebt mit ihm und den beiden Kindern in London und macht ihrem eigenwilligen walisischen Vornamen alle Ehre: "vom Glück verwöhnt".
Autor: Roland Rödermund
Klatsch und Tratsch
Gwyneths Comeback läuft auf Hochtouren: Sie übernimmt in der Comic-Verfilmung "Iron Man" eine der Hauptrollen. Als Virginia "Pepper" Potts weiß sie über das Doppelleben ihres Chefs als Multimillionär/Superheld Bescheid und steht ihm treu zur Seite +++ Sie dreht mit Brad Pitt, nachdem sie über seinen letzten Film "Babel" anerkennend sagte: "Mit dieser Rolle wird er den Oscar bekommen." Das ist leider nicht passiert, er wurde nicht einmal nominiert. Aber viel schöner ist ja: Die beiden sind nach langen Jahren Funkstille wieder enge Freunde +++ Auf ihre Traumrolle muss Gwyn allerdings noch warten: Sie will unbedingt Marlene Dietrich spielen und auch die Produktion übernehmen. Der Film ist seit einigen Jahren geplant und basiert auf den Memoiren von Marlene Dietrichs Tochter Maria Riva. Das endgültige Okay bekam Gwyn sogar von Dietrichs Enkel Peter Riva, der sie für eine sehr gute Wahl hält. Ob und wann das Ganze realisiert wird, bleibt unklar.
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