154 Stundenkilometer schnell schoß der 1,90-Mann Felix Loch schon durch den Eiskanal. Von einem, der auszog, das Familienunternehmen Rodeln fortzuführen
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Das sollte man über Felix Loch wissen:
Mit fünf Jahren begleitete Felix Loch seinen Vater Norbert das erste Mal zur Rodelbahn. Während andere Kinder sich damit begnügten, mit dem Holzschlitten einen Hügel herunterzurodeln, wollte Felix mehr: Ihn reizte es, sich mit einem Hightech-Rodel in den Eiskanal zu stürzen. "Ja, mach", sagte sein Vater Norbert, der selber für die Mannschaft der DDR bei Olympia gerodelt war und damals gerade bayerischer Rodel-Landestrainer.
Bei seinem Einstieg in den Rodelsport war Felix klein, schmächtig und galt als zu leicht. Der Konkurrenz fuhr er regelmäßig nur hinterher. An den zarten Jungen von damals erinnert der hünenhafte Sportler von heute nicht mehr. Inzwischen misst Felix 1,90 m und muss sich damit auf den nur 1,35 m langen Rodelschlitten legen. Weil an der optimalen Präparation seines Sportgerätes einige Sekunden hängen können, legt Felix hier am liebsten selber Hand an: "Ich will ja wissen, was ich unterm Arsch habe."
Dass Felix seinen Schlitten beherrscht, beweist auch sein Geschwindigkeitsrekord im kanadischen Whistler. Hier erreichte er die Rekordgeschwindigkeit von 154 Kilometern pro Stunde. Um solche Spitzenzeiten zu erreichen, braucht es volle Konzentration, vor allem beim Start. Hier kann Felix seine mentale Stärke ausspielen. Seine Umgebung blendet er völlig aus, um sich nur auf den nächsten Lauf zu fokussieren.
Auf diese Weise legte der angehende Bundespolizist eine echte Traumkarriere hin: Als Jugendlicher holte er Deutsche Meistertitel, einen Sieg im Gesamtweltcup und wurde 2006 und 2007 Junioren-Weltmeister. Ein Jahr später startete der gebürtige Sonnenberger bereits bei den Senioren und bewies auch hier seine Qualitäten. Nach guten Leistungen im Weltcup wurde Felix Loch bei den Weltmeisterschaften in Oberhof 2008 Erster. Sein Sieg überraschte ihn selber besonders, immerhin war Felix gerade 18 Jahre und damit der jüngste Titelträger in seiner Disziplin.
Rodel-Legende Georg Hackl, der für Felix sportlicher Ratgeber und Vorbild in einer Person ist, ist auf die Karriere seines Sprösslings "stolz wie ein Schnitzel". Neben Hackl ist es besonders seine Familie, allen voran Vater Norbert Loch als Bundestrainer der Rennrodler, die für Felix Loch ein wichtiger Wegbegleiter sind. Einen Familienbonus gibt es für den begabten Junior vom Vater allerdings nicht. Beim Rodel-Training ist er ausschließlich Trainer, zu Hause Vater.
Karen Diehn
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