Barren, Reck und Bock - bei Fabian Hambüchen ist dies das Holz, aus dem die Träume sind. Der 24-Jährige ist der erfolgreichste Turner Deutschlands
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Das sollte man über Fabian Hambüchen wissen:
Wenn die Turnhalle bebt, ist Fabian Hambüchen am Reck, oder am Boden - das hängt davon ab, in welcher Turndisziplin sich der Junge gerade austobt. Beherrschen tut er sie alle. Im Herzen ist der gebürtige Gladbacher ein Mehrkämpfer, er will die volle Kontrolle. Gepaart mit eiserner Disziplin und dem unbedingten Willen nach Erfolg macht sie das nächste Ziel erreichbar. Und das lautet für Fabian "Höher, Schneller, Weiter" - seit seiner Kindheit.
Rief bei anderen Kindern mit drei Jahren die Sandkiste, ging es für Fabian in die Turnhalle. Ursprünglich als kleiner Unterstützer für seinen älteren Bruder Christian gedacht, stand bald schon fest: Auf der Zuschauerbank ist es Fabian zu langweilig, er will selber turnen. Mit fünf Jahren tritt Fabian in den KTV 68 in seiner Heimatstadt Wetzlar ein. Zwei Jahre später übernimmt Vater Wolfgang das Training. Turnen im Hause Hambüchen wird zur Familiensache und Fabian wohnt bis heute im elterlichen Dachgeschoss. "Ich mache jetzt einen Rückwärtssalto mit Dreifachschraube!"
Was bei seinen Geschlechtsgenossen nach einem Unfall im Hobbykeller klingt, gehört bei Fabian von nun an zum guten Ton. Mit 12 gewinnt er seinen ersten deutschen Meistertitel. Zwar turnt er noch in der Jugendklasse, aber auch hier lassen sich Medaillen und Titel sammeln. Fabian wird Jugendeuropameister, vier Mal. 2004 nimmt er an den olympischen Spielen in Athen teil. Als jüngster deutscher Teilnehmer erturnt er sich am Reck einen siebten Platz. Keine Medaille, aber dennoch - Fabian zeigt in seiner Kür Flugteile der höchsten Schwierigkeitskategorie. Und das muss man sich erstmal trauen, mit 17 Jahren. Fabian ist mutig. 2005 kommt es zu seinem internationalen Durchbruch - er wird Europameister am Reck, diesmal bei den Großen. Aber mit dem Können kommt auch die Verantwortung und der mögliche Misserfolg.
Die Kehrseite der Medaille zeigt sich im folgenden Jahr: Die verpasste Qualifikation für die Weltmeisterschaften 2006 bricht Fabian sein Sportlerherz, die Medien stürzen sich auf ihn. "Das hat so weh getan, ich hab gebrüllt, hatte Wut im Bauch. Als ich darüber hinweg war, haben die Medien erst richtig draufgehauen." Fabian merkt: Das Leben ist kein Turnverein. Dranbleiben tut er trotzdem, auch abseits der Matten lässt er sich nicht hängen. 2007 schafft Fabian sein Abitur. Note: 3.1, Durchschnitt. Macht nichts, für Fabian zählen die Bestnoten auf ganz anderen Skalen. Je höher, desto besser. 16,250! Mit dieser Note wird Fabian im Oktober 2007 in der Stuttgarter Schleyerhalle vor 8000 Zuschauern Weltmeister am Reck. Kurz nach dem "Herbstmärchen" wird er Sportler des Jahres. Fabian Hambüchen ist 20 und seine Tage als Turntalent sind gezählt: Von nun an ist er Goldhoffnung, immerzu.
Autorin: Marie Lutz
Klatsch und Tratsch
Da half auch das stundenlange Training nicht: In Fabians praktischer Sportprüfung im Abi reichte es nur für eine Zwei +++ Poster von Britney oder Megan Fox sucht man bei Fabian vergebens. An seine Zimmerwand schafft es nur einer: Japans Superturner Hiroyuki Tomita +++ Um seiner Haltung mehr Grazie zu verschaffen, ging es für Fabian früher auch zu den Mädchen in den Ballettunterricht. Heute distanziert er sich davon +++ Fabian war nicht immer so populär wie heute. In der Schulzeit wurde er Opfer von Hohn und Spott und musste sich von seinen Mitschülern einiges anhören +++ Und das von einem Hip-Hop-liebenden Leistungsturner: "Wenn ich versuche zu breakdancen, verrecke ich bitterlich. Von solchen Bewegungen kann ich nur träumen."
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