"Oh Captain, my Captain" - so erweichte Ethan Hawke unser Herz. Und erobert es mit Filmen, Büchern und viel Lässigkeit
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Das sollte man über Ethan Hawke wissen:
"Oh Captain, my Captain": Als schüchterner Todd Anderson in "Der Club der toten Dichter" stieg er trotz drohendem Rausschmiss aus dem Elite-College auf sein Schülerpult, um seinem Professor Dankbarkeit für alles, was er in ihm wachgerüttelt hat, auszusprechen.
Mit dieser Rolle hatte Ethan Hawke seinen Durchbruch als Schauspieler. Die Kritiker überschlugen sich förmlich ob seines hochkarätigen Spiels. Da war er gerade mal 19 Jahre alt und hatte nach nur fünf Monaten sein Schauspielstudium an der Carnegie-Mellon-University in Pittsburgh für eben diesen Part als Todd abgebrochen. Seine erste Leinwanderfahrung machte Klein-Ethan aber bereits 4 Jahre zuvor. An der Seite von River Phoenix, mit dem er bis zu seinem tragischen Tod befreundet blieb, spielte er im Sci-Fi-Film "Explorers - Die fantastische Reise" (1985).
Seitdem bescherte uns der Schauspieler mit den strubbeligen Haaren wunderbare Filmen - manche davon waren erfolgreich, andere weniger. Doch ob der Film ein Kassenknüller wird oder nicht, interessierte den jungen Hawke schon damals nicht sonderlich. Ihm ging es immer um die Kunst. So brillierte er in den Folgejahren in kleineren Filmen wie "Waterland" (1992) oder dem Weltkriegsdrama "A Midnight Clear"(1991), die vom Publikum eher unbemerkt blieben. Mit seiner Rolle als sensibler Faulenzer Troy an der Seite von Winona Ryder im Film "Reality Bites" (1994) wurde das Publikum wieder auf ihn aufmerksam.
In der Zwischenzeit hatte sich der hochintelligente Schauspieler an eine andere Kunst gewagt, ein Buch geschrieben: "The Hottest State" (deutsch: "Hin und weg"). Es ginge darum, das College abzubrechen und Schauspieler zu sein, so Hawke. "Und darum, dass ich nicht wollte, dass mein Leben verstreicht und ich nichts anderes gemacht habe, als Zeilen zu rezitieren. Ich wollte versuchen, etwas anderes zu machen. Das war mit Sicherheit das Waghalsigste, was ich je in meinem Leben getan habe." Das Buch hatte einen beachtlichen Erfolg, sowohl bei den Kritikern als auch beim Publikum.
Die Rolle des sensiblen Jünglings, die er schon in "Der Club der toten Dichter" und "Wolfsblut" verkörperte, übernahm er wieder in der Charles Dickens Verfilmung "Great Expectations" (deutsch: Große Erwartungen) an der Seite von Gwyneth Paltrow. Darin spielt er einen von der Liebe Gebeutelten. Dass er sich aber auch außerhalb des Liebesdramas gut vor der Kamera macht, bewies er mit "Training Day" (2001). Seine Darstellung als Schüler eines korrupten Drogendezernat-Polizisten brachte ihm seine erste Oscar-Nominierung als "Bester Nebendarsteller" ein. Auch die Filme "Lord of War- Händler des Todes" (2005) oder "Assault on Precinct 13" (2005) zeigen ihn von einer ganz anderen, "härteren" Seite.
Ethan Hawke wurde zwar durch die Leinwand bekannt, betreibt aber inzwischen seinen Beruf als Autor und als Regisseur ebenso ernsthaft wie den des Schauspielers. Für seine vielseitigen Beschäftigungen hat er eine ganz simple Antwort auf Lager: "Der Grund, warum ich Bücher schreibe und andere Dinge neben der Schauspielerei tue, ist der, dass ich es nicht ertragen kann, auf Rollenangebote zu warten." Trotzdem nimmt er das, was er tut sehr ernst:
"Ich will, dass man denkt: Er hat nicht bloß einen Film gedreht, eine Theaterrolle gespielt oder ein Buch geschrieben, sondern zur Kunst beigetragen."
2001 gab er sein Regiedebüt mit dem experimentellen Film "Chelsea Walls". Nicht gerade ein Kassenknüller, aber das scherte den Meister auch nicht wirklich: "Ich will keinen Schrott machen, nur um damit Geld zu verdienen" äußerte er sich zu seinem Regiedebüt. Sein zweites Werk als Regisseur war die Verfilmung seines eigenen Debütromans "The Hottest State" im Jahr 2006. Mit der Wahl des 25-jährigen Mark Webber in der Hauptrolle war Hawke besonders glücklich. Denn seiner Meinung nach wollen viele junge Schauspieler heutzutage einfach nur berühmt werden; sie spielen ihre Rollen, um auf der Titelseite von Magazinen zu landen. Nicht so Mark Webber - das gefällt Ethan.
Autorin: Sonja Schewe
Klatsch und Tratsch
Er litt sehr unter der Trennung von Uma im Jahr 2004 und nennt sie auch heute noch manchmal "meine Frau". +++ Seinen Namen verdankt er John Waynes Figur aus dem legendären Western "Der schwarze Falke". Die Schauspielerei war ihm also sozusagen in die Wiege gelegt. Er selbst sieht seine Karriere als Schauspieler eher als eine Folge seines größten Charakterfehlers an. "Ich war immer nur gut darin, so zu tun, als wäre ich jemand anderes", sagt er nicht ohne Selbstironie. +++ Nach "Before Sunrise" und "Before Sunset" soll ein dritter Teil in Planung sein. Ethan Hawke soll vorgeschlagen haben, dass darin die Liebesszenen körperlich wesentlich expliziter werden, so wie etwa im Film "Der letzte Tango in Paris". Julie Delpy ist von der Idee gar nicht angetan. +++ Seine Katze erschien in dem Musikvideo zum Song "Stay" von Lisa Loeb, bei dem er selbst Regie führte. +++ Über seine Zusammenarbeit mit Jude Law in "Gattaca", äußert sich Ethan: "Jude Law ist wirklich faszinierend. Unglaublich elektrisierend. Er ist so schön. Es ist total seltsam, in der Nähe von jemand zu sein, der so schön ist. Ich konnte kaum glauben, dass er heterosexuell ist. +++ Gründete die Theater-Truppe "Malaparte" mit Robert Sean Leonard, Frank Whaley und Steve Zahn.
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