Coco Chanel schuf mit dem "kleinen Schwarzen" einen revolutionär schnörkellosen Modetypus und schrieb mit dem Duft "Chanel No.5" Parfümgeschichte
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Das sollte man über Coco Chanel wissen:
Gabrielle Bonheur "Coco" Chanel gründete 1914 in Paris das Modehaus Chanel. Das Luxuslabel gehört heute zu den einflussreichsten Firmen der Mode- und Kosmetikbranche - dabei deutete in Cocos Kindheit nichts auf ihr späteres Leben als Mode-Ikone hin:
In ärmlichen Verhältnissen geboren, verlor die Französin bereits mit zwölf Jahren ihre Mutter. Chanel kam in ein katholisches Waisenhaus, wo sie zur Näherin ausgebildet wurde. Als 16-Jährige verließ sie die Einrichtung, arbeitete in einem Aussteuer-und Babyartikelgeschäft und nahm privat Schneideraufträge an. Später zog es Gabrielle nach Paris, wo sie als Sängerin und Tänzerin in Nachtclubs Geld für ihren Traum verdiente, selber Mode zu entwerfen. In dieser Zeit bekam sie vermutlich ihren Spitznamen "Coco".
1904 lernte sie den Industriellensohn Etienne Balsan kennen, mit dessen finanzieller Hilfe sie 1910 in seiner Wohnung ein eigenes Hutgeschäft eröffnen konnte, in dem sie mit großem Erfolg ihre eigenen Kreationen vertrieb. Nur vier Jahre später besaß Coco Chanel bereits ihre erste Boutique im Seebad Biarritz. Sie entwarf schlichte und sportlich-körperbetont geschnittene Kleider aus Baumwoll-Jersey und begründete mit ihrem Verzicht auf üppige Verzierungen und strenge Korsetts einen ganz neuen Trend. 1918 designte Chanel die ersten Pyjamas für Frauen - bis zu diesem Zeitpunkt der Männerwelt vorbehalten - im darauf folgenden Jahr eröffnete sie ihr erstes Modehaus in Paris. Die amerikanische "Vogue" erklärte Chanel zum "Inbegriff von Eleganz".
Der internationale Durchbruch gelang Mademoiselle Coco 1923 mit der Einführung des Parfüms "Chanel No.5". Es war der erste Duft, der jemals unter dem Namen seines Schöpfers veröffentlicht wurde - und der erste, der sich nicht in einem überfrachteten floralen Flakon, sondern in einer minimalistisch rechteckigen Form befand.
1926 gelang Chanel die nächste Sensation; sie entwarf das "kleine Schwarze", das bis heute zu den treuesten Begleiterinnen der Frauenwelt zählt. Die Designerin lehnte bunte Farben ab, setzte vor allem auf klassisches Schwarz, Weiß und Beige. So glaubte sie, die Schönheit der Frauen am intensivsten unterstreichen zu können. Bis 1936 wuchs die Zahl der Chanel-Angestellten auf 4.000. Zu diesem Zeitpunkt war Coco selbst längst zu einem Star der Mode- und Kunstszene avanciert, zählte Größen wie Picasso, Jean Cocteau, Romy Schneider und Winston Churchill zu ihren Freunden. Während des Zweiten Weltkriegs zog sich die Designerin aus dem Geschäftsleben zurück und entwarf neue Kollektionen - Inspiration dafür fand sie in den Armee-Uniformen.
Erst nach 15 Jahren Pause eröffnete die inzwischen 71-jährige Coco Chanel 1954 wieder ein Geschäft in Paris, wo endlich ihre "Kriegskollektion" realisiert werden konnte. Die Entwürfe wurden vor allem in den USA mit Begeisterung aufgenommen - der Siegeszug des berühmten zweiteiligen Chanel-Kostüms begann: Es bestand aus körnig-weichem melierten Tweed und aufgesetzten Taschen. Der Rock reichte bis zum Knie. Verziert mit Goldknöpfen und schwarzem Besatz beeinflusste das Chanel-Kostüm die Mode der folgenden Jahrzehnte wesentlich. Das Label von Coco Chanel wurde zum Inbegriff von Eleganz und elitärem Wohlstand. Neben dem "kleinen Schwarzen" und dem Kostüm führte die Designerin ein weiteres Novum ein: Sie ersetzte echten Schmuck durch auffälligen Modeschmuck und entwarf Hosen für Frauen. Auch die typische gesteppte Handtasche mit Schulterkette – die "2.55"-Bag (benannt nach Datum und Jahreszahl ihrer Markteinführung) zählt bis heute zu den Markenzeichen des Labels.
Nach dem Tod seiner Unternehmensgründerin 1971 verstaubte das Image des Modehauses zusehends. Chanel wurde immer mehr zum Synonym für hochpreisige Mutti-Mode. Frischen Wind brachte erst Karl Lagerfeld, der seit 1983 für Chanel designt und das Luxusimperium zu altem Glanz zurückführen konnte. Neben Haute Couture und Prêt-à-porter-Linien produziert Chanel heute auch Uhren, Schmuck, Brillen, Mode-Accessoires, Kosmetik und natürlich Parfüms.
Gesa Schwanke
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