Er ist zu alt und auch zu cool, um sich noch groß um Hollywoods Genre-Konventionen zu scheren - Clint Eastwood dreht einfach, was er will
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Das sollte man über Clint Eastwood wissen:
So kennt man ihn: Cooler Blick aus zusammengekniffenen Augen, verwegener Stoppelbart, ein angekauter Tabakstängel hängt lässig aus einem seinem Mundwinkel - Clint Eastwood verkörpert filmschauspielerische Coolness wie kaum ein anderer. Da mag man es kaum glauben, wenn aus Insiderkreisen bekannt wird, dass der einstige Westernheld schon immer wahnsinnige Angst vor Nacktszenen hatte. So berichtete Regisseur Wolfgang Petersen, der mit Eastwood einen Film mit Nacktszene drehte, einmal: "Er hat ständig gefragt, wann die Szene gedreht würde. Ich spürte seine Hemmungen." Petersen entschied damals, das Ganze mit Humor zu nehmen. Im fertigen Film sähe man nur, dass Utensilien wie Pistole, Munition und Funkgerät zu Boden fallen. Nach Abdrehen der Szene soll der Schauspieler in lässiger Eastwood-Manier gesagt haben: "Jetzt muss ich den ganzen Scheiß wieder anziehen."
Harte Schale, weicher Kern - das trifft also auf Eastwood ganz sicher zu. Bevor er zum Film kam, schlug er sich unter anderem als maskuliner US-Army-Ausbilder und Bademeister durch. Dann mimte er zunächst im TV, später im Kino, den eiskalten Cowboy und etablierte sich mit Streifen wie "Für eine Handvoll Dollar" und "Zwei glorreiche Halunken" als kerniger Westernheld. Die Schauspielerei ist ihm aber nie genug. Deshalb gründete er Ende der 60er Jahre eine eigene Produktionsfirma und festigte nach und nach seine Stellung in der Filmbranche. Doch seiner Rolle als erbarmungsloses Raubein blieb er - oft auch unter eigener Regie - treu: In "Firefox" spielte er einen Kampfpiloten, jagte in "Der Wolf hetzt die Meute" einen Serienkiller oder mimte einen Sergeant im Kriegsfilm "Heartbreak Ride".
Neben seiner Filmarbeit zeigt sich Eastwood vielseitig, engagiert sich politisch und nimmt sogar öffentliche Ämter wahr. Von 1986 bis 1988 ist er Bürgermeister seines kalifornischen Heimatortes Carmel. Dieses Interesse am politischem Weltgeschehen zeigt sich auch mehr und mehr in seinen Filmen. Der Zusammenarbeit mit Steven Spielberg entspringen Verfilmungen des Kriegsgeschehens auf der Pazifikinsel Iwo Jima, die durch US-amerikanische Truppen erobert wurde und letztlich den zweiten Weltkrieg beeinflusste. Kritiker lobten die Zwillingsfilme "Flags of Our Fathers" und "Letters from Iwo Jima" in hohem Maße.
Doch manchmal kann Eastwood auch viel sanfter. In "Die Brücken am Fluss" und "Million Dollar Baby" wird er geradezu emotional und lässt den weichen Kern unter der harten Schale heraus. Ein paar Tränen können einem echten Haudegen eben nicht schaden.
Autoren: Rachel Brozowski, Carla Quick
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