"Brains, boobs and bravado" sind die Argumente, die dafür sprechen, dass Christina Hendricks ("Mad Men") Hollywoods neues Sexsymbol werden kann
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Das sollte man über Christina Hendricks wissen:
"Männer, wir lieben eure Körper." So beginnt Christina Hendricks ihren offenen Brief an das andere Geschlecht. Die Männer haben den Anfang gemacht bei diesem Flirt - und die kurvige Mittdreißigerin mit dem Magazin "Esquire" im Mai 2010 zur "Frau mit dem meisten Sexappeal" gekürt. Eine gegenseitige Liebe also.
Christina Hendricks wirkt wie eine Erscheinung aus einer anderen Zeit, als es Wörter wie metrosexuell und androgyn noch nicht gab und Audrücke wie Sexbombe und Busenwunder alltäglich waren. Und da die 34-Jährige als verführerische Obersekretärin in der TV-Serie "Mad Men" berühmt wurde und diese in den scotchgetränkten Sechzigerjahren spielt, drängt sich die Frage auf: Spricht hier tatsächlich Christina Hendricks? Oder ist es eher Joan Holloway, ihr Serien-Charakter?
Aus ihr könnte ein Vorbild werden, so etwas wie die neue Carrie Bradshaw, nur deutlich cooler. Eine starke Frau, die sich nimmt, was sie will, und ihre Reize als Mittel zum Zweck einsetzt. Und so wie Sarah Jessica Parker erst spät durch "Sex And The City" ein Superstar wurde, musste auch Christina Hendricks erst die 30 hinter sich lassen, um wirklichen Erfolg zu haben.
Dass ausgerechnet ein kleines blondes Mädchen, das in den eher ländlichen Bundesstaaten Tennessee, Idaho und Virginia aufwuchs, einmal als kurviges Traumweib in Hollywood für Wirbel sorgt, das war nicht zu erwarten. Dabei ging die jugendliche Christina hauptsächlich deshalb zur Theatergruppe ihrer High School, weil sie als Außenseiter mit Gothklamotten bei den meisten Mitschülern nicht so gut ankam. Freak zu Freaks, zur Not muss man halt auch singen und tanzen.
In Hollywood war sie nach ein paar ersten Rollen im Schüler- und Gemeindetheater natürlich noch nicht. Sie wurde Model, lebte in New York, London, Tokio. Ein Boost fürs Selbstbewusstsein, sagt sie selbst.
Ihr Einstieg in Hollywood kam über erste Seriengastrollen ("Angel", "ER", "Firefly"), Serienrollen ("Beggars and Choosers", "Kevin Hill") und schließlich das große Ding, die Figur der Joan Holloway in dem Kritikerliebling "Mad Men". Für den Erfolg hat sie hart gekämpft. Das Ex-Model wollte unbedingt bei "Mad Men" mitmachen, wurde deshalb sogar von ihrer Agentur fallen gelassen. Glück für sie: "Mad Men" wurde nicht nur ein Erfolg in den USA, die Sendung bekommt weltweit riesige Aufmerksamkeit und setzt modische Trends. Für die AMC-Serie über eine Werbeagentur in den frühen Sechzigern des letzten Jahrhunderts regnete es Preise: 4 Golden Globes, laut IMDB bis einschließlich April 2010 38 weitere Auszeichnungen. Die Klamotten der Zeit schmiegen sich wie gemalt an Hendricks kurvigen Körper und die Sekretärinnenrolle passt hervorragend zur Kreation eines neuen Sexsymbols.
Noch nimmt Christina Hendricks das ganz locker, spielt mit den Erwartungen. Sie fühlt sich wohl in der Rolle als Sirene, ihre Serienfigur ist in der dritten Staffel zu einer Hauptrolle geworden. "Brains, boobs and bravado" sei ihr Geheimrezept, jubelt die Presse. Schauen wir mal, wie weit Christina Hendricks mit dieser oft intimidierenden Kombination in der Filmfabrik noch kommen kann.
Claudia Fudeus, Alexander Stilcken
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