Seth MacFarlane
Biographie
Seth MacFarlane hat ein Problem mit dem Respekt in Hollywood: Einerseits macht er sich in seinen Animationsserien nur zu gern über alles und jeden lustig, andererseits möchte er dafür mehr respektiert werden. Auch wenn sein Gesicht nur die Wenigsten kennen, mit seinem Humor brachte es der 39-Jährige sogar auf die Forbes-Liste der "Top Celebrities"
Seth MacFarlane darf im amerikanischen Fernsehen alles – zumindest durch seine Cartoon-Charaktere. Von derben Sprüchen zu 9/11 bei "Family Guy" über rassistische Witze im Spin-off "The Cleveland Show" oder sexuelle Anspielungen des "American Dad". Der 39-Jährige ist Erfinder dieser Serien, die das Sonntagabendprogramm des US-amerikanischen und eigentlich als konservativ geltenden Senders Fox dominieren.
Als höchstbezahlter Produzent, Drehbuchautor und Synchronsprecher der Fernsehgeschichte schafft er es mit einem Jahreseinkommen von 33 Millionen Dollar sogar auf die "Forbes"-Liste der "Top Celebrities". Was er anfasst, wird trotz oder gerade wegen seines Humors zu Gold. Doch obwohl ihm und seinem Animations-Imperium, das er seit der ersten "Family Guy"-Folge 1999 aufgebaut hat, die Fans und Programmplaner zu Füßen liegen und er jetzt auch noch die Oscars moderieren darf, hat er ein Problem mit der Filmbranche: Sie respektiere ihn nicht genug.
"Es gibt Vorurteile gegen das Medium Animation. Mir ist es egal, ob ich Preise gewinne, aber es wäre schön, wenn das, was ich mache als ein bisschen bedeutungsvoller wahrgenommen würde", sagte MacFarlane, der an der "Rhode Island School of Design" Animationsfilm studierte, erst kürzlich in einem Interview mit dem britischen "Guardian".
Zumindest eine Nominierung seiner Serien in einer der wichtigen Kategorien bei den "Emmys" wünsche er sich - zum Beispiel. Doch da staubten immer nur die "real life"-Sitcoms ab. Das nervt MacFarlane offenbar so sehr, dass er nun nach noch Höherem strebt und 2012 den Schritt auf die große Leinwand wagte – nicht mit einem Cartoon, sondern einer Komödie über den kiffenden Teddybären "Ted" mit Mark Wahlberg und Mila Kunis in den Hauptrollen. Er schrieb das Drehbuch, führte Regie und lieh im amerikanischen Original dem Bären seine Stimme. Die hat übrigens einen hohen Wiedererkennungswert und wird von MacFarlane nur zu gern eingesetzt – bei "Family Guy" spricht er drei der Hauptcharaktere.
Auch sonst kann sich Seth MacFarlane eigentlich nicht über zu wenig Aufmerksamkeit beschweren. Als vorzeigbarer Pianist und Sänger wurde er mit seinem ersten Soloalbum "Music Is Better Than Words" 2011 sogar für einen Grammy nominiert. Mit sanfter, sonorer Stimme und Humor ist es kein Wunder, dass ihm auch die Frauen zu Füßen liegen. Beziehungen zu Ashley Greene oder Amanda Bynes wurden ihm nachgesagt. Seit Sommer 2012 zeigt er sich allerdings offiziell kuschelig mit "Game Of Thrones"-Darstellerin Emilia Clarke. Im Privatleben hat er den Hauptgewinn also bereits.
MacFarlane ist übrigens nicht nur erstmals Moderator der Oscars, sondern auch selbst für eine Goldtrophäe nominiert. Allerdings wieder nicht in einer der Hauptkategorien, sondern für den Filmsong "Everybody Needs A Best Friend" aus dem Film "Ted", für den er den Text schrieb. Eine Versöhnung mit Hollywood steht also weiterhin aus.
Ines Weißbach
Klatsch & Tratsch
"Entertainment Weekly" kürte Seth MacFarlane 2008 zur "schlausten Person im Fernsehen". Als er in einem Promotion-Clip für die Oscars das Wort "Erektion" verwendete, weigerte sich der Sender ABC jedoch die Werbung auszustrahlen +++ Dem Alkohol hat Seth MacFarlane sein Leben zu verdanken: Am 11. September 2001 war er auf einen Flug gebucht, der von Terroristen ins World Trade Center gesteuert wurde. Doch weil er vom Feiern am Abend zuvor einen Kater hatte und ihm im Reisebüro auch noch eine falsche Abflugzeit genannt wurde, kam er zu spät zum Flughafen und verpasste die Maschine +++ Seth MacFarlane besitzt eine Nachbildung des DeLorean, mit dem Michael J. Fox "Zurück in die Zukunft" reiste +++
