Philip Seymour Hoffman
Biographie
Philip Seymour Hoffman ist das Gesicht von Otto Normalverbraucher. Dass ihm der Wechsel in jede Rolle so nahtlos gelingt, liegt allerdings an seinem Talent
Schauspieler Philip Seymour Hoffman landete durch Zufall in seinem Fach. Auf der Highschool in seiner Heimat Fairport in New York war er zunächst Baseballspieler, wurde dann Ringer - musste aber verletzungsbedingt aufhören. Doch Philip tauschte die Ringermatte gegen die Theaterbühne. Mit Begeisterung! In der Schule hatte er das Stück "All My Sons" gesehen - die Initialzündung für seine Bestimmung. "Ich habe es geliebt", so Hoffman, "Ich dachte, dass Theater das Wundervollste auf der ganzen Welt sein muss." Selbst mitgespielt hat er dann zum ersten Mal in "Tod eines Handelsreisenden", auch an der Schule. Unheilbar infiziert mit dem Schauspiel-Virus studierte Philip Seymour Hoffman an der "Tisch School of the Arts" (der Schauspiel-Fakultät der "New York University") und machte dort seinen Abschluss.
Doch der anschließende Berufsstart war hart. "Nicht nur, dass ich keinen Job als Schauspieler finden konnte - es gelang mir auch nicht, die Nebenjobs zu behalten. Ich wurde als Kellner im Restaurant gefeuert und auch als Bademeister in einem Spa", erzählt Philip Seymour Hoffman. "L.A. war anfangs schrecklich. Ich wusste nicht, welches Skript gut oder schlecht war. Und wenn ich nach einem Vorsprechen nicht angerufen wurde, starb ich tausend Tode." Die Devise? Durchhalten! Eines hat Philip während dieser Zeit gelernt: "Du darfst das nicht wegen des Geldes machen, man muss den Job wirklich lieben." Das tat er - und tut es noch.
"Andere Leute sind anderer Meinung, aber für mich war 'Duft der Frauen' wirklich mein Durchbruch. Ich arbeitete in einem 'Deli', als ich für diesen Film gecastet wurde und musste seither nie wieder einen nicht-schauspielerischen Job machen. Das ist wunderbar", so Philip Seymour Hoffman.
Er wurde zum Herrn der Nebenrolle: "The Big Lebowski", "Patch Adams", "Der talentierte Mr. Ripley", "Unterwegs nach Cold Mountain". Ja, Philip Seymour Hoffman war dabei. Wirklich. Ganz unauffällig. Ein konturloser Formwandler, der in der Rolle aufhört, er selbst zu sein - Hollywoods Chamäleon. "Er macht sich hässlich bis zum Gehtnichtmehr. Ob ihn jemand mag, ist ihm egal. Er sagt das Unaussprechliche, tut das Unmögliche und nimmt die Konsequenzen in Kauf. Er wird zwar nie 20 Millionen Dollar für einen Film bekommen, aber er wird immer Arbeit haben und die faszinierendsten Rollen spielen", sagt Regisseur Joel Schumacher über Philip Seymour Hoffman. Die härtesten Anforderungen stellt der Schauspieler dabei aber an sich selbst. "Schauspielen ist so schwierig für mich, dass ich - so lange ich nicht meine Erwartungen an mich erfüllt habe - unglücklich bin", so Philip.
Seine erste richtig große Hauptrolle übernahm Philip Seymour Hoffman erst 2003 in "Owning Mahowny". Doch der Wechsel vom Neben- ins Hauptfach zahlte sich aus: Als Hauptdarsteller des biografischen Films "Capote" gewann er 2006 einen Oscar. Die Dankesrede widmete er seiner Mutter Marilyn. "Sie hat vier Kinder allein großgezogen", sagte Philip vor Millionenpublikum. Seine Eltern hatten sich scheiden lassen, als er neun Jahre alt war.
Ansonsten hält er sein Privatleben bedeckt - es ist ebenso unauffällig wie er selbst. Man weiß: Seit 1999 ist Philip mit der Kostümdesignerin Mimi O’Donnell zusammen. Sie haben keine Eheringe - aber drei gemeinsame Kinder. Die Familie lebt eher zurückgezogen in Lower Manhattan. "Ich bin am liebsten zu Hause und mache gar nichts", sagt Philip Seymour Hoffman. Mit wenigen Ausnahmen: Er liebt Sportveranstaltungen, spielt gern Tennis und liest viel. Drehbücher? Sicher, die auch. Aber eben nicht nur: "Ich arbeite längst nicht so viel, wie ihr glaubt."
Autorin: Jessica Wagener
Klatsch & Tratsch
Während des Drehs zu "Almost Famous" hatte er fast die ganze Zeit eine Grippe. +++ Er ist ein Fan der "New York Mets" (Baseball) und der "Buffalo Bills" (Football).
