Owen Wilson
Biographie
Außen Komödiant, innen Melancholiker: Owen Wilson, der Mann mit "Mittelkind-Syndrom", schafft es nicht immer, seine zerbrechliche Seite zu verbergen
"Er hatte einen beständigen Sinn für Melancholie, der ihn auch durch kurze Zeiten der Freude begleitete" - Es kommt nicht selten vor, dass der belesene Owen Wilson den Meister der Schwermut Samuel Beckett zitiert. Schon gar nicht dann, wenn er sich selbst durch ein Zitat so gut beschrieben fühlt wie durch dieses. Auch der Schauspieler, der optisch eher wirkt wie der typische Sunnyboy, neigt zum Trübsinn und bezeichnet sich selbst als launisch und sentimental. Schuld an dem Gemütszustand sei seine Kindheit, da ist sich Owen sicher. Aufgewachsen mit einem älteren und einem jüngeren Bruder habe sich bei ihm das "Mittelkind-Syndrom" ausgebildet. "Das ältere Kind hat eine ganz klare Identität, das kleinere Kind bekommt die ganze Aufmerksamkeit. Das mittlere Kind ist irgendwie im Niemandsland. Das gibt einem diese gewisse Sensibilität, ein Gefühl, dass man nicht wirklich auf der Gewinnerseite steht."
Auf der wollte Owen Wilson aber stehen und versuchte, sich die fehlende Aufmerksamkeit zu erarbeiten. So sehr, dass er in der zehnten Klasse von der Highschool flog und seinen Abschluss an einer anderen Schule nachholen musste. Wahrscheinlich war ihm einfach mal wieder langweilig, als er seiner Klassenlehrerin das Kursbuch klaute. Wie heute, wenn er Filme dreht. So erzählte Owen einmal, er sei ziemlich erleichtert, dass viele seiner Film-Charaktere gegen Ende sterben. Denn bis dahin seien ihm die Dreharbeiten meist sowieso zu langweilig geworden.
Das könnte auch der Grund dafür sein, dass Owen sich nicht immer hundertprozentig an Drehbücher hält. Improvisation liegt ihm ohnehin mehr als lange Monologe auswendig zu lernen. Doch Dank seiner Fantasie soll es schon häufiger zu ungeplanten, aber durchaus lustigen Szenen gekommen sein, die den fertigen Film später nur bereicherten.
Der aufmüpfige Schulclown und spaßige Improvisationskünstler schaffte es aber nicht, seine dunkle, traurige Seite völlig zu verbergen. Im August 2007 musste Owen Wilson nach einem Suizidversuch eine Woche in einem Krankenhaus versorgt werden. Danach gab er bekannt, er werde sich aufgrund einer Depression behandeln lassen.
Eine berufliche Pause gönnte sich der Texaner trotzdem nicht und drehte 2008 gleich wieder zwei große Filme - natürlich Komödien. An seinem leuchtend hellen Karrierehimmel zogen bisher nämlich keine dunklen Wolken auf. Und vielleicht kann man ja auch für sein Privatleben hoffen, dass aus den kurzen Zeiten der Freude lange Phasen werden und die Melancholie nur noch beim Zitieren von Samuel Beckett aufflammt. Die Chancen dafür stehen gut: Er und Freundiin Jade Duell erwarten Anfang 2011 ihr erstes Kind.
Autorin: Rachel Brozowski
Klatsch & Tratsch
Owen Wilson führte von 2006 bis 2007 eine turbulente On-Off-Beziehung mit Kate Hudson. Kurz vor seinem Selbstmordversuch, hatte sich das Paar erneut getrennt. Einen Neuanfang wagten die beiden sowohl 2008 als auch 2009 - beide scheiterten. +++ Es gibt Gerüchte, Owen Wilson soll 2010 am Set zu "Midnight in Paris" mit Rachel McAdams angebändelt haben.

