Kim Cattrall
Biographie
Sexy, sexy, sexy: Kim Cattrall zeigt im Kino und im Fernsehen vollen Körpereinsatz - vor allem als Samantha in "Sex and the City"
Das hatte sie sich vermutlich anders vorgestellt: Als die elfjährige Kim Elizabeth Cattrall aus Kanada in ihr Geburtsland England zurückkehrte, um an der renommierten "London Academy of Music and Dramatic Arts" zu lernen, hatte sie wohl eher Hochkultur und Shakespeare im Sinn. Anfangs sah es auch nach einer anspruchsvollen Schauspielkarriere aus: Kim beendete ihre Ausbildung an der legendären "American Academy of Dramatic Arts" in New York und hatte ihre ersten Filmrollen neben Stars wie Peter O'Toole und Jack Lemmon.
Doch es kam anders: Kurz darauf wurde sie unter dem Namen "Lassie" bekannt. Warum? In der erfolgreichen Teenie-Komödie "Porky's" war dies der Spitzname ihrer Figur, die beim Sex vor Erregung wie ein Hund heulte. Cattrall hatte schlagartig viele Fans - und war prompt auf einen bestimmten Komödienstil festgelegt ("Police Academy", "Mannequin").
Nun machen sich viele Schauspielerinnen am Anfang ihrer Karriere mit sexy Rollen einen Namen und geraten dann in Vergessenheit. Kim schaffte es aber knapp 20 Jahre später immer noch, als die sexy Verführerin besetzt zu werden, und wurde damit sogar noch erfolgreicher als in ihren Jungstarzeiten. Dabei schien der Part, den sie 1997 bekam, gar nicht so außergewöhnlich: Eine PR-Managerin, die sich mit ihren Freundinnen über Beziehungsprobleme unterhält. In einer normalen, zahmen Sitcom wäre Samantha Jones wohl nichts Besonderes. In "Sex and the City" jedoch sprengte sie TV-Tabus und wurde zur Kultfigur.
Offene, tabulose Frauengespräche über Sex und Männer im Fernsehen - das hatte es vorher noch nie gegeben! Millionen von Frauen identifizierten sich auf Anhieb mit Carrie, Samantha und ihren Freundinnen, "SATC" wurde Kult. Kim erklärte den Erfolg der Show damit, dass "sie eine Liebeserklärung ans Single-Dasein ist. Früher war "Single" gleichbedeutend mit "keiner will dich". Jetzt heißt es, dass du sexy bist und dir Zeit dafür nimmst zu entscheiden, wie dein Leben sein soll und mit wem du es teilen willst."
Das Image der Sexbombe Samantha verhalf Kim auch zu einer weiteren lukrativen Einnahmequelle: dem Schreiben von Sex-Ratgebern. Wer könnte sich schließlich besser mit dem weiblichen Orgasmus auskennen als die wilde Samantha? Ihre Bücher "Satisfaction", "Sexual Intelligence" und "Girl" wurden auch hierzulande Bestseller.
Nach sechs Staffeln war erstmal Schluss mit SATC, und Kim nicht weiter böse drum. Die Stimmung am Set war gegen Ende nicht immer die Beste gewesen, und gerade mit Co-Star Sarah Jessica Parker kam es oft zu Reibereien. Stattdessen zog es Cattrall zurück nach London, wo sie sich wieder der Hochkultur hingab, die sie dort als Kind erlebt hatte. Zwei Jahre lang spielte sie anspruchsvolle Theaterstücke auf den Bühnen des West Ends.
Den "SATC"-Fans war das egal: Sie wollten unbedingt ihre ungehemmten New Yorkerinnen auf der Leinwand sehen. Nach anfänglichen Problemen standen Kim und Konsorten bereits für zwei "SATC"-Filme vor der Kamera.
Ob wir Kim Cattrall nochmal als sexhungrige Samantha sehen können? Jedenfalls ist es unwahrscheinlich, dass sie in Zukunft nur biedere, brave Rollen spielen wird. Cattrall ist schließlich sehr zufrieden mit der Richtung, die ihre Karriere in den letzten Jahren eingeschlagen hat: "Ich habe mein Leben lang Frauen gespielt, die sich ihrer Sexualität bewusst sind. Ich hatte erwartet, in meinem Alter nur noch Mütter und Ehefrauen spielen zu können. Es macht Spaß, die Femme Fatale zu sein!"
Also auch in Zukunft "Sex" statt "Shakespeare"? Wir warten auf den gemeinsamen Film mit Sharon Stone, der da ja fast in der Luft liegt.
Autor: Henning Hönicke
Klatsch & Tratsch
Kim Cattrall eine First Lady? Fast wäre es dazu gekommen: 1980 war sie mit dem damaligen kanadischen Premierminister Pierre Trudeau liiert. +++ Cattrall spricht fließend Deutsch, da sie in dem achtziger Jahren mit ihrem zweiten Ehemann Andre J. Lyson ein paar Jahre in Frankfurt lebte. +++ Kim mag ihre Männer gerne etwas jünger: "Diese Männer haben einfach weniger Probleme damit, wenn eine Frau stärker und unabhängig ist, als die Männer meiner Generation." +++ Für sie schmolz sogar ein Roboter dahin: In der Filmparodie-Show "Mystery Science Theater 300" sang eine Roboterpuppe den Song "Ode to Kim Cattrall". Kim war beeindruckt, und schickte dem Puppenspieler als Dankeschön Blumen. +++ Samantha Jones machte Kim Cattrall zum Superstar - und überstrahlt ihren Ruhm sogar. In einem Interview beklagte sich Kim darüber, dass ihre Fans Samantha viel mehr verehren als die Schauspielerin dahinter: "Oft wollen Leute gar nicht mich buchen, sondern Samantha. Das macht mich eifersüchtig! Niemand hat Interesse daran mich kennenzulernen. Dabei bin ich auch lustig und aufregend, wenn man mich lässt."
