Jennifer Hudson
Biographie
Mit Jennifer Hudson hat sich ein Star in die Traumfabrik eingeschleust - eine Frau, die ganz anders ist als viele Kolleginnen: drall und weiblich
In Hollywood - so erzählt man sich - werden Träume gemacht. Niemand weiß genau, wann und wo es passiert. Aber plötzlich steht man mit beiden Beinen in einer anderen Welt. Die meisten Menschen warten sehnsüchtig darauf, dass jemand ihre größten Luftschlösser in Stein haut, andere bauen selbst. Jennifer Kate Hudson gehört zu Letzteren: "Ich will das Poster-Girl für die Leute werden, die ihren Träumen folgen," sagt die Sängerin und Schauspielerin.
Der "Dreamgirls"-Star war selbst einmal eine kleine Froschprinzessin. Disney schickte die junge Frau mit Soul im Blut und Gold in der Kehle mit "Herkules - Das Musical" auf Tour. Ohne Musicalausbildung, aber mit weit reichenden Erfahrungen im Gospelchor, schulte sie ihre Stimme. In dem Gesangswettbewerb "American Idol", dem amerikanischen Pendant zu "Deutschland sucht den Superstar", prophezeite Juror Simon Cowell ihr 2004 nichts Gutes. Im Halbfinale hätte er sie auch persönlich hochkant aus der Sendung geworfen: Kleider, Frisur, Persönlichkeit, Stimme - alles an ihr sei "too much". Und doch, gegen alle Wahrscheinlichkeit: Goldjunge Oscar hat Märchenprinzessin Jennifer im Februar 2007 wach geküsst. Dabei ist das Hollywood-Musical "Dreamgirls" ihr bislang erster, einziger Film - und für diesen Auftritt gab es gleich einen Oscar als beste Nebendarstellerin!
Der "American Idol"-Juror hat seine Fehleinschätzung mittlerweile eingesehen, die Giftspritze wieder eingefahren. Er entschuldigte sich drei Jahre nach dem Rauswurf öffentlich bei Jennifer. Diese kann darüber nur lachen: "Meine Aufgabe in dieser Show war es offenbar, wahrgenommen zu werden. Ich glaube, dass Gott meinen Weg vorgesehen hat, und das war nur ein weiterer Schritt auf meinem Weg." Die Gewinnerin von "American Idol", Fantasia Barrino, stach Jennifer übrigens im Casting für die Rolle der "Effie White" in "Dreamgirls" aus - ebenso wie über 750 weitere Mitbewerberinnen.
"Ich glaube, ich träume", definierte das Traumgirl seinen Gemütszustand. "Ich warte nur darauf, dass ich jeden Moment aufwache." Doch der Traumzustand hält an. Für die Sängerin, die 2006 einen Plattenvertrag bei dem Musiklabel "J Records" unterschrieb, regnet es seit "Dreamgirls" nur noch Gold in der Filmbranche. Mit dem Golden Globe und dem Oscar gewann sie bereits die beiden wichtigsten amerikanischen Filmpreise. 2008 ist sie im Film zur Erfolgsserie "Sex and The City" zu sehen. Wenn Träume Wirklichkeit werden, verliert so manch einer den Blick für die Realität. Das Goldkehlchen aber bleibt am Boden, obwohl es längst hätte abheben können.
Autorin: Nina Heitele
Klatsch & Tratsch
Die Gesangskarriere allein reicht Jennifer nicht. Sie will auch in der Filmbranche richtig durchstarten. Mit Star-Filmemacher Quentin Tarantino soll sie bereits zukünftige Filmprojekte diskutiert haben. "Ich denke, dass mein nächster Film ein Drama werden wird. Ich möchte in der nächsten Zeit viel herumkommen und Filme und Musikplatten produzieren", so Jennifer in dem amerikanischen "Vogue"-Magazin. +++ Dass Schauspielschulen nicht immer alles sein müssen, lernte Regisseur Bill Condon bei den Dreharbeiten zu seinen "Dreamgirls". Zwar war er von Jennifers Sangesleistungen fasziniert, aber was das Schauspiel anging, hatte er zu Beginn der Aufnahmen dann doch leise Zweifel: "Mir wurde klar, dass der ganze Film von ihr abhängt. Alles andere kann stimmen, aber wenn Jennifer nicht überzeugt, fällt alles auseinander." Er konnte aufatmen, schnell stellte sich heraus, dass auch Frau Hudsons Spiel preisverdächtig war. +++ Vor den Dreharbeiten zu "Dreamgirls" absolvierte die Sängerin einen Schnellkurs in Benimmregeln der etwas anderen Art. Die wohlerzogene Jennifer sollte sich ein Beispiel an den Diva-Allüren von Kollegin Beyoncé Knowles nehmen: "Bill wollte, dass ich frecher und sicherer werde", berichtet Hudson. "Ich musste aufhören, Bitte' und Danke' zu sagen und mich für alles zu entschuldigen. Und dann wollte er, dass ich ihn und Beyoncé bei den Proben eine Stunde lang warten lasse."
