Gwen Stefani
Biographie
Von wegen "Just A Girl" - Gwen Stefani tapst als Stil-Ikone, Popstar, Designerin und Mutter munter durch ihr kunterbuntes Wunderland
Schon Gwen Stefanis Kindheit in Orange County in Kalifornien lag im Glanz einer unwirklichen Traumwelt: Vor ihrem Kinderzimmerfenster lag groß und irreal das Disneyland. Und die kleine Gwen, schon damals ein Powergirl, wollte Mickey und Co am liebsten tägliche Besuche abstatten. Ging nicht, Mama und Papa Stefani waren nicht gerade Teil der Upper Class. Ob sie da heute noch Nachholbedarf verspürt? Es ist jedenfalls kein Wunder, dass sie sich immer noch als quietschige Popgöre der Musikwelt in den schrillsten Farben präsentiert. Eine plumpe Berufsjugendliche, die die Zeichen der Zeit überhört hat, ist Gwen Stefani aber nicht.
Gut, ein bisschen wie eine zu bunt geratene Zeichentrickfigur sieht sie selber aus: Kreischend bunte Outfits, die Haare fast schon grotesk blond und knallroter Lippenstift. Wer's als Pop-Ikone zu was bringen will, der braucht halt auffallende Markenzeichen. Obwohl sie das mit ihrem Riesentalent gar nicht nötig hätte. Gwen Stefani ist übrigens eine entfernte Verwandte von Madonna. Auch wenn Mrs Ciccone letztens keifte, dass Gwen frech ihren Stil kopieren würde, verstehen sich die beiden ganz gut. Das kalifornische It-Girl mit dem entwaffnenden Kaugummilächeln meint dazu nur, dass es ja auch nahezu unmöglich sei, nicht aus Versehen einen der ca. 432 Looks auch zu tragen, der vorher schon an der unermüdlichen Madonna zu betrachten war. Und um sich auf Zickenkrieg einzulassen, ist Gwen viel zu nett.
Vielleicht, weil der Weg Richtung Superstar beschwerlich war. Er fing an in einem düsteren Partykeller Mitte der 80er Jahre. Gwens Bruder Eric engagierte die kleine Schwester als Backgroundsängerin für "No Doubt", damals noch eine unbekannte Ska/Punk/Rockband, die erst zehn Jahre und unzählige Gigs vor einer Handvoll Zuhörer später mit Gwen Stefani als Frontfrau Riesenerfolge hatte. Wer erinnert sich nicht an ihr Schmollmündchen in der Ballade "Don't Speak" oder geballte Girlpower im zackigen "Just A Girl"? Gwens Vorbilder sind bis heute übrigens die Ska-Heroen "Madness", Mary Poppins Julie Andrews und Kermit der Frosch. Eine wüste Mischung, doch genau das macht Gwen Stefani aus. Sie selbst schaffte es ja auch spielend vom Rock-Girlie mit Nasenring und Springerstiefeln zur glamourösen Partnerin von Leo DiCaprio in "The Aviator" 2005 - da spielte sie in einer Minirolle die Hollywoodlegende Jean Harlow.
Mit Nebenrollen gibt sie sich in der Musik übrigens längst nicht mehr zufrieden. Nachdem sie und ihre drei männlichen Bandkollegen im Musikbusiness so ziemlich alles abgeräumt hatten, wollte sich Gwen mit Dance und Pop als Solokünstlerin probieren. Und wenn man sich ihren Erfolg so ansieht, fragt man sich, wieso sie damit so lang wartete. Erfolgreiche Alben hat sie bereits herausgebracht und ein Duett mit Gwen Stefani ist immer noch das heißeste, was einem Musiker derzeit passieren kann. Die platinblonde Sexbombe, die trotz beachtlicher Signalwirkung eher der häusliche Typ und quasi skandalfrei ist, macht aber nicht nur als Chartstürmerin von sich reden: Mit ihren Söhnen Kingston James und Zuma ist sie die "most trendy mama" in ganz Hollywood. Liegt aber nicht nur daran, dass ihre und die Outfits der Kleinen die flippigsten sind. Sondern vor allem daran, dass Gwen Stefani eines ausstrahlt: Ich habe einfach Spaß.
Autor: Roland Rödermund
Klatsch & Tratsch
Noch was zum Thema Missverständnisse zwischen Madonna und Gwen: Stefani schickte Madonna für den kleinen David einige Stücke aus der Kinderlinie ihrer Modekollektion L.A.M.B. Das kam bei Madge aber nicht so gut an. Die meinte, dass Stefani keinen Freundschaftsdienst erweisen, sondern nur Werbung für ihr Label machen wolle. Madonna habe sich bedankt, aber auch betont, dass sie nicht wolle, dass ihre Kinder so sichtbar als Werbefläche benutzt werden +++ Gwen Stefani findet es merkwürdig, dass ihr Alltag interessant genug für die Klatschzeitungen zu sein scheint. Sie gibt aber zu, dass sie seit ihrer Schwangerschaft selbst gern Promi-Magazine liest: "Ich bin auch so, dass ich gern Klatsch höre. Wenn ich eins von diesen Magazinen aufschlage, kann ich es nicht wieder weglegen. Wir sind alle süchtig danach."
