Edward Norton
Biographie
Wenn es darum geht, Prügel einzustecken, ist Edward Norton Hollywoods Nummer 1. Oder wenn hinter einem Engelsgesicht ein fieser Kerl stecken soll
Leonardo DiCaprio hatte kurzfristig abgesagt. Nun musste für den Gerichtsthriller "Zwielicht" schnellstens ein junger Schauspieler gefunden werden, der an der Seite von Richard Gere die Rolle eines berechnend bösartigen Killers übernehmen konnte. Die Entscheidung für Edward Norton erwies sich als Glücksgriff: Der Kinodebütant mit dem unscheinbaren Gesicht erhielt blendende Kritiken, räumte 1998 den Golden Globe ab und wurde als bester Nebendarsteller für den Oscar nominiert.
Selten hat ein Schauspieler gleich mit seinem ersten Film so viel Furore gemacht. Von der Schauspielerei war Edward Norton seit dem zarten Alter von fünf Jahren fasziniert, als auf der Bühne seiner Grundschule in Columbia "If I were a Princess" aufgeführt wird. "Ich kann mich genau an den Moment erinnern, als es mich packte", erinnert er sich. "Ich war völlig verstört und gefesselt von der Magie dieses kleinen Provinztheater-Stücks."
Einen Hauch dieser Magie vermag der 38-jährige, der vor seiner Karriere in Yale Geschichte studierte, seinen Figuren stets mitzugeben. Und seien sie auch noch so bösartig. Edward Norton erhält 1999 für die Rolle des geläuterten Neo-Nazis "Derek Vinyard" in "American History X" seine zweite Oscar-Nominierung und löst gleichzeitig eine große Diskussion über Rechtsradikalismus in den USA aus. Ein Jahr später folgte die heftige Gesellschaftskritik "Fight Club" an der Seite von Brad Pitt.
Norton meldet sich immer wieder mit politischen Äußerungen zu Wort, schreckt dabei auch nicht vor heftiger Kritik an Präsident George W. Bush zurück. So verglich er die Politik seines Präsidenten gar mit George Orwells "1984". Sein selbst gesetztes Credo kann damit gleichzeitig für den Menschen und Schauspieler Edward Norton gelten: "Wer etwas wirklich machen will, muss dafür auch etwas riskieren."
Autor: Björn Erichsen
Klatsch & Tratsch
Obwohl sie sich in "Fight Club" ordentlich prügelten, wurde Norton von Brad Pitt als einer von ganz wenigen Promis zu seiner Malibu-Hochzeit mit Jennifer Aniston eingeladen +++ Mit Regisseur Tony Kaye lag sich Norton nach der gemeinsamen Produktion von "American History X" in den Haaren. Kaye warf ihm vor, den Film selber umgeschnitten zu haben, um häufiger im Bild zu sein.
