Angelina Jolie
Biographie
Angelina Jolie ist eine Frau, der man zutraut, die Welt zu retten. Ein eiserner Wille und eine große Familie im Rücken machen das Sexsymbol mit der Extraportion Nächstenliebe so stark
Angelina Jolie ist die Meisterin der Gegensätze. Weil sie genauso aufregend nach Gefahr aussieht wie eine Tigerin und als sanftes Lamm zu einer modernen Mutter Theresa geworden ist. Wer sich schon immer gefragt hat, ob die charismatische Dame wirklich so unwirklich schön ist, wie auf den tausenden Hochglanzfotos, die man von ihr täglich zu sehen bekommt, dem sei versichert: Sie ist es. Ist drahtig und trotzdem zierlich, ihr schmales Gesicht schmückt dieser unglaubliche Luftkissenmund. Und natürlich die riesengroßen, weit auseinander stehenden türkis-grünen Augen. Kurzum: Sie sieht genauso exotisch aus, wie die attraktive Rotfeuerfischdame Lola, der sie im Animationsfilm "Kleine Haie - Große Fische" ihre betörend dunkle Stimme leiht.
Ihr Name passt hervorragend: "Schöner Engel" bedeuten ihre beiden Vornamen, zusammen ausgesprochen klingen sie wie ein himmlischer Lobgesang. Sie verzichtet im Zuge einer breit angelegten Protestaktion auf ihren Nachnamen Voight: Hollywoodschauspieler John verließ sie, Mutter Marcheline Bertrand und Bruder James Haven (den Angelina abgöttisch liebt) sehr früh. Bis heute verzichtet sie auf jeglichen Kontakt zu ihrem Vater. Früher war Angie, die französische, irokesische und holländische Vorfahren hat, echt morbide drauf. Sie hasste sowohl die Sonne als auch ihre Mitschülerinnen. Berufswunsch: Bestatterin. Oder Vampir. Ihre Haustiere? Ratten und Schlangen.
Daraus erwuchs nach und nach das Image der düsteren halbirren Schlampe, das sie sich lange bewahrte. Nicht zuletzt, weil sie als genau solche für "Durchgeknallt" einen Nebenrollen-Oscar bekommt. Sie stand mal auf bizarre Liebesspiele, bei denen Messer eine tragende Rolle spielen. Und von sich selbst sagt sie, sie sei bisexuell: "Ich hätte wahrscheinlich Jenny Shimizu geheiratet, wenn ich nicht meinen damaligen Mann (Billy Bob Thornton) geheiratet hätte. Ich verliebte mich im ersten Moment in sie." In der Ehe mit Billy Bob baumelt dann ein Fläschchen mit seinem Blut um ihren Hals. Angelinas Absicht war aber nie zu provozieren: "Irgendwie scheinen alle durchzudrehen, sobald ich erwähne, dass ich in eine Frau verliebt war."
Sie hat einfach zu viel Energie und diese unstillbare Neugier auf das Leben. Und kann gar nicht verstehen, dass sich Normalsterbliche dreimal bekreuzigen würden bei Dingen, die für sie selbstverständlich sind. Irgendwann trieb ihre Neugier sie auch zur UN mit den Worten: "Hi, ich bin Angelina und würde gerne auch was tun." Damals wurde sie Botschafterin für das Flüchtlingshilfswerk UNCHR, für das sie Lobbyarbeit betreibt und ihr schönes Gesicht in die Kameras hält. Engagiert bereist sie Krisengebiete, spricht mit Betroffenen, spendet Millionen, schreibt Gastbeiträge für große Zeitungen und gründete eine eigene Stiftung.
Sie, die früher nie wusste, wo sie hingehörte, fand damit ihre Bestimmung. Zusammen mit ihrem Partner Brad Pitt lebt sie inzwischen das Projekt einer lebhaften, umherreisenden, multikulturellen Patchworkfamilie. Sie adoptierte zunächst Maddox aus Kambodscha und später Zahara aus Äthiopien. Ihre erste leibliche Tochter Shiloh brachte sie im afrikanischen Namibia auf die Welt. Pax Thien kam als Adoptivsohn aus Vietnam in die Familie. Und in Frankreich erblickten nach schwieriger Schwangerschaft die Zwillinge Knox und Vivienne das Licht der Welt. Alle sechs Kinder finden die Längen- und Breitengrade ihres Geburtsortes an Mamis Oberarm wieder - eintätowiert. So tief geht Familienliebe.
Autor: Roland Rödermund
Klatsch & Tratsch
Als Angelina Jolie 2012 für Disney in die Rolle der bösen Fee Malefiz schlüpfte und erste Setbilder von ihr - Hörner auf dem Kopf tragend - auftauchten, gab es in den Klatschmagazinen gleich ein böses Gerücht: Altrivalin Jennifer Aniston solle beim Blick auf die Bilder gesagt haben "Passt doch mit den Hörnern - sie war eh schon immer 'ne Ziege." +++
Angelina Jolie ist für die Rolle in ihrem Filmprojekt "Ein mutiges Herz" stark kritisiert worden. In der Filmbiografie über den ermordeten Journalisten Daniel Pearl spielt sie die Ehefrau des Opfers, was afroamerikanischen Menschenrechtlern überhaupt nicht passt: "Wir dachten die Zeiten, in denen weiße Schauspielerinnen die Rollen von schwarzen Frauen einnehmen, seien vorbei." Halle Berry hätte die Rolle genauso gut spielen können, hieß es. +++ Für das Modelabel St.John war Angelina lange Jahre das Vorzeigemodel. Bis die Angst aufkam, ihre Persönlichkeit sei einfach zu stark und die Klamotten nur noch Beiwerk für den Betrachter. +++ Zwischen Anfang Februar und Ende April 2013 lässt sich die Schauspielerin wegen eines Gendefekts und einer damit verbundenen hohen Wahrscheinlichkeit, eines Tages Brustkrebs zu bekommen, vorsorglich beide Brüste amputieren und als künstliche Brüste wieder aufbauen. Eine schmerzhafte Prozedur. Zur Überraschung aller blieb die Sache geheim und wurde erst von Jolie selbst in einem Op-Ed-Stück in der "New York Times" am 14. Mai enthüllt.

