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    Der tägliche Serien-Wahnsinn

    Was ist eigentlich mit den Daily Soaps und Telenovelas im deutschen Fernsehen momentan los? Gerade tut sich da mal wieder so einiges: Susan Sideropoulos steigt tatsächlich nach zehn Jahren als nervige Blondine “Verena Koch” bei “GZSZ” aus, der amtierende Dschungelkönig Peer Kusmagk bei “Hand aufs Herz” ein und “Verbotene Liebe” wird zur Telenovela (mit Drehort auf Mallorca, haha!).

    Dafür flimmert der Dauerbrenner “Marienhof” nächste Woche (15. Juni) zum allerletzten Mal über die Bildschirme (habt ihr das noch geschaut?).

    Mehr Pink geht nicht: Jeannette Biedermann ist trotzdem bei den Telenovela-Fans beliebt.

    Am Samstag gab’s außerdem die erste deutsche “Soap Award”-Verleihung. “Anna und die Liebe” gehörte mit fünf Preisen zum großen Abräumer. Ich war schon etwas überrascht – oder hattet ihr Jeannette Biedermann noch auf dem Zettel? Anscheinend läuft ihr Serien-Comeback dort ganz gut – abholen wollte sie sich den Preis als “Beste Darstellerin Telenovela” aber nicht persönlich.

    Ich hab schon längst den Überblick über die ganzen Annas, Lenas, Biancas, Lisas etc. verloren. Trotzdem muss ich zugeben: Mein Samstagmorgen startet – zumindest bei Regenwetter – gelegentlich mit den Wiederholungen der “GZSZ”-Woche… Und während der Prüfungszeit an der Uni gab es kaum eine bessere Ablenkung, als 45 Minuten “Sturm der Liebe” nachmittags: Laura ist schwanger von ihrem Halbbruder, der gar nicht ihr Halbbruder war und außerdem mit einer anderen verheiratet und mit dem Portier verwandt ist, plus die minutenlangen Einstellungen von den bayerischen Voralpen – da konnte man getrost kurz wegnicken. So ähnlich wie nachts bei Bob Ross.

    Raul Richter von "GZSZ" wurde zum besten Darsteller einer Daily Soap gewählt.

    Aber so richtig bewusst dazu einschalten? Bei der inzwischen wirklich großen Auswahl an gutgemachten Serien, wirken die täglichen Sendungen wie kleine verrückte Stiefgeschwister der großen “Staffel”-Schwester. Und in den USA sieht es nicht anders aus – ich denke da an “Reich und schön” oder “Zeit der Sehnsucht”…

    Trotzdem: Ganz aussterben werden die Telenovelas und Daily Soaps wohl nie. Und das ist auch gut so, denn wie könnten wir sonst so schön fernsehen ohne fernzusehen?

    Einschalten oder abschalten? Schaut ihr noch Soaps und Telenovelas?

    gepostet von Sarah

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    Juni
    8

    Mehr Selbstbewusstsein, bitte!

    Liebe deutsche Serie,
    dies ist ein Aufmunterungsbrief. Ich weiß, Du hast es hier in Deutschland schwer. Ständig wirst Du mit den reichen amerikanischen Schwestern verglichen, wirst schlecht geredet und weggezappt. Langweilig seist Du, vorhersehbar, schlecht gespielt. Verteidigt wirst Du selten, wer gibt schon gerne zu, dass er bei „GZSZ“, „Sturm der Liebe“ oder „Lindenstraße“ entspannt?

    Da hilft nur eines: Zeig Dich von Deiner besten Seite. Das Konzept von „Danni Lowinski“ wurde in die USA verkauft? Hast Du doch gewusst! „Berlin, Berlin“ hat einen Emmy gewonnen? Hochverdient! „Doctor’s Diary“ geht in die dritte Staffel? Sei stolz darauf und erzähl davon. Du bist nicht nur „Schwarzwaldklinik“ und „Unter Uns“! Schließlich kriegen wir aus den USA auch lediglich die etablierten Sahnehäubchen zu sehen.
    Damit Du das nächste Mal nicht wieder stumm da stehst und auf Abspann schaltest, hier ein paar Deiner Vorteile, die Du Kritikern entgegnen kannst!

    1. Du bist heimatverbunden.
    Anstatt der New Yorker Skyline sieht der Zuschauer Bilder, mit denen er sich identifizieren kann. Ob wilde Kameraschwenks durch einen fiktiven Berliner Kiez bei „GZSZ“ oder ein Blick auf die Lüneburger Heide bei „Rote Rosen“: Hier kennen wir uns aus. Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht besonders gerne zu „seinem“ „Tatort“ in „seiner“ Region einschaltet („Genau da haben wir doch auch schon einmal Currywurst bestellt“). Diese Art von Unterhaltung bietet „CSI: Miami“ den wenigsten. Ha!

    2. Du kannst Dialekte.
    Schwäbisch, Platt-Deutsch, Bayerisch, Sächsisch, Schweizer-Deutsch … Deine Möglichkeiten sind hier schier unerschöpflich. Dialekte haben humoristisches Potenzial, können Figuren charakterisieren und verleihen Dir Authentizität und Vielschichtigkeit. „Dr. Knechtelsdorfer“ ohne Wiener Schmäh? Langweilig! Der „Bulle von Tölz“ im astreinen Hochdeutsch? Undenkbar! Von teilweise erschütternden Synchronisationen englisch-sprachiger Serien will ich gar nicht erst anfangen … Und ehrlich: Wer versteht im Original schon wirklich sämtliche Krankheitsbilder bei „Dr. House“ ? Eben.

    3. Du bist gesellig.
    Gemütliche Serienabende unter Freunden sind mit den amerikanischen Serien aus der Mode gekommen. Heute hat der eine die Staffel schon im Internet gesehen, die andere während ihres USA-Aufenthalts und der dritte auf DVD. Du hingegen bist anfangs immer neu und dadurch ein Event. Also ab mit den Kritikern in die Kneipe, in großer Runde den neuen „Tatort“ gucken. Oder ins Wohnzimmer der besten Freundin, zum gemeinsamen „Dr. Meier“ -Anschmachten. Macht doch viel mehr Spaß zusammen.

    4. Du hast Stars zum Anfassen.
    Vielleicht sind die deutschen Schauspieler weniger glamourös, als ihre amerikanischen Pendants, dafür sind die Chancen auch größer, einem Serienstar auf der Straße zu begegnen. „Lolle“ an der Supermarktkasse, „Danni Lowinski“ bei H&M oder „Jo Gerner“ in der Kneipe nebenan – die Wahrscheinlichkeit ist zumindest höher, als Alexander Skarsgård beim Arzt zu treffen. Okay, okay: Natürlich würdest auch Du Dich über einen Gastauftritt von Zach Braff freuen. Aber „Stromberg“ und „Pastewka“ sind auch ziemlich witzig.

    Also, liebe deutsche Serie, ganz so schlecht ist es nicht um Dich bestellt. Mehr Selbstbewusstsein, bitte! Dann klappt’s auch mit den Zuschauern.

    Herzliche Grüße
    Deine
    Sarah von Gala.de

    Heute Abend starten auf Sat1 die beiden hauseigenen Serien „Danni Lowinski“ und „Der letzte Bulle“ in die zweite Staffel – schaltet ihr ein? Welche deutschen Serien mögt ihr? Oder schaltet ihr aus, sobald der Berliner Fernsehturm im Bild zu sehen ist?

    gepostet von Sarah

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    März
    14