Alle kreativen Köpfe aufgepasst: Für Super RTL dürfen sich jetzt die “Glee”-Fans ins Zeug legen und die Episodentitel der dritten Staffel möglichst treffend übersetzen. Eine tolle Aktion, denn schon oft haben mir die Original-Titel besser gefallen, als die deutsche Variante.
Ich mag zum Beispiel die abgewandelten Filmtitel bei “Gossip Girl” sehr (mein Liebling war “The Blair Bitch Project”!) oder Running Gags wie bei “HIMYM” etwa die Folge “Slapsgiving 2: Revenge of the Slap”. Schön atmosphärisch ist auch der Titel der Pilotfolge von “Mad Men”: “Smoke Gets in Your Eyes”.
Die dritte Staffel von "Glee" sucht schöne Episodentitel!
Früher habe ich eigentlich kaum auf die Episodentitel geachtet – bei “Friends” habe ich erst beim (damals noch…) Video-Schauen das “The One with…”-Konzept bemerkt. Aber jetzt, wo die meisten von uns ihre Seriensucht via DVD und Internet stillen, sind die Namen der Folgen verstärkt in den Fokus gerückt.
Buffys “Once more with feeling” fand ich super für eine Musical-Folge und bei “Sex and the City” muss ich über Titel wie “Bay of Married Pigs” oder “They Shoot Single People, Don’t They?” lachen.
Die ersten beiden “Glee”-Folgen heißen übrigens “The Purple Piano Project” und “I am Unicorn”. Na, habt ihr schon Ideen?!
Holt die Whisky-Gläser raus: “Mad Men” ist zurück! 3, 5 Millionen Zuschauer hat der Staffelauftakt am Wochenende in den USA angezogen – selbst für die wohl momentan stylishte Serie überhaupt ein Rekord! Kein Wunder, es hat ja auch über anderthalb Jahre gedauert, bis die “Mad Men” in die fünfte Runde gingen.
Die Trailer versprechen das bewährte Rezept: Mode, Machos und Martinis werden zu gleichen Teilen Aufmerksamkeit geschenkt und natürlich bahnen sich in der wohl berühmtesten Werbeagentur der Welt wieder die ein oder anderen Affären und Katastrophen an.
Die große Frage ist nun: Wie geht es weiter? Schafft die Serie es, glaubhaft zu bleiben und sich trotzdem weiterzuentwickeln? Unser Chefredakteur Gregor hat bereits reingeschaut und findet, dass die erste Folge eine seltsame Stimmung verbreitet: Einerseits könnten die zahlreichen losen Enden, die angerissen werden, im Verlauf der Staffel spannend werden, andererseits bleibt der Zuschauer auch verwirrt und mit einem Gefühl der Beliebigkeit zurück.
Doch bei “Mad Men” gab es schon immer zwei Arten von Folgen: Die, in denen eher das Gesamtgefühl gelebt, gezeigt und gepflegt wird, und die, die möglicherweise retrospektiv TV-Geschichte schreiben werden: In denen es Jon Hamm als “Don Draper” schafft, den Zuschauer mitzunehmen in eine andere, vergangene, faszinierende Welt mitsamt seiner eigenen komplizierten Persönlichkeit – inklusive zahlreicher menschlicher Kollateralschäden am Straßenrand.
Also: Am besten Whisky einschenken und selber anschauen, denn Don is back! Und schon allein deshalb lohnt es sich eigentlich, oder?
Übrigens: Der Pay-TV-Kanal “Fox- Der Seriensender” zeigt die 5. Staffel ab dem 24. September in deutscher Erstaustrahlung.
Seid ihr “Mad Men”-Anhänger? Schon in die neue Staffel reingeschaut?
Sonntagnacht wird es für Film-Fans wieder spannend: Die Oscars werden verliehen! Aber wie ich schon erwähnt hab: Dieses Mal sind auch einige Serienstars unter den Oscar-Kandidaten. Weil wir aber nicht sicher sein können, dass unsere Serien-Lieblinge auch wirklich gewinnen, verleihen wir heute hier – auf Anregung von Kadeh - die Serien-Oscars. Denn: Wir wollen auch mitmachen! Nominiert hab ich, abgestimmt hat die Redaktion, viel Spaß!
And the Serien-Oscar goes to…
Bester Heißester Serien-Vampir
Eindeutig der heißeste Serien-Vampir: Alexander Skarsgard.
Nominiert: Alexander Skarsgård (“True Blood”), Ian Somerhalder (“Vampire Diaries”), Joel B. Dacks (“Der kleine Vampir”), Stephen Moyer (“True Blood”)
Gewinner: Skarsgård! Sein Eric Northman war im echten Leben auch noch Wikinger – besser geht’s nicht. Übrigens: Rüdiger, der kleine Vampir, ist inzwischen Professor für Biochemie an einer Uni in den USA!
Einladenste Serien-Kneipe
Nominiert: Pawlow (“Two and a Half Men”), Moe’s Pub (“Simpsons”), MacLaren’s Pub (“HIMYM”), Rammer Jammer (“Hart of Dixie”)
Gewinner: Das MacLaren’s Pub! Es liegt direkt unter Teds Wohnung, man kriegt Chicken Wings und Bier und wie von Zauberhand schafft es Barney hier auch nach Jahren immer noch, neue Frauen aufzureißen. Außerdem sehen die Bänke ziemlich bequem aus…
Stylishste Kleidung
Christina Hendricks zeigt uns in "Mad Men", wie man sich schick anzieht.
Nominiert: “Mad Men”, “Gossip Girl”, “Downton Abbey”, “Sex and the City”
Gewinner: “Mad Men”. Es wäre zwar unglaublich unpraktisch, aber irgendwie reizt es ja doch, einmal in einem Kleid von “Joan Holloway” auszugehen!
Idealstes Serien-Paar
Nominiert: Ross & Rachel (“Friends”), Chuck & Blair (“Gossip Girl”), Dr. Gretchen Haase & Dr. Marc Meier (“Doctor’s Diary”), Doug & Carrie (“King Of Queens”), Marshall & Lily (“HIMYM”)
Gewinner: Marshall und Lily! Bei ihnen sieht das Beziehungsleben einfach aus: Sie unterstützen sich gegenseitig und akzeptieren die Macken des anderen – diese Ehe wird halten.
BBB: Beste Best Buddies
Nominiert: Ted und Marshall (“HIMYM”), Turk und JD (“Scrubs”), Chandler und Joey (“Friends”), Dawson und Pacey (“Dawson’s Creek”)
Gewinner: Eindeutig Turk und JD. Als Argument genügt dieses Video:
Gewinner: Die Simpsons! Nach so vielen Folgen immer noch Varianten für den Schluss zu schaffen – Respekt! Hier handelt es sich um den Gewinner der Herzen, denn auch wenn Homer + Co. weniger mehrdeutig oder elaboriert daherkommen, wie die die anderen : Der Simpsons -Vorspann bringt die Zuschauer immer wieder zum Lachen!
Beliebtester Nebendarsteller
Nominiert: Der Hausmeister (“Scrubs”), Cary Agos (“The Good Wife”), Mr. Big (“SATC”), Schwester Sabine (“Doctor’s Diary”)
Gewinner: Cary Agos! Ok, eigentlich hätte hier auch “Logan” stehen können – wir wollen einfach Matt Czuchry zurück! Egal wie, egal wo – aber am liebsten als Haupt – und nicht Nebendarsteller!
Welche Serien-Oscars würdet Ihr noch vergeben? Und: Bleibt Ihr am Sonntag wach zur Verleihung?
Wer gestern abend in Deutschland ferngesehen hat, der war vermutlich mit Professor Boerne und Kommissar Thiel auf Verbrecherjagd beim “Tatort” in Münster. Ich musste vor allem bei einer Szene ziemlich lachen: Als Professor Boerne alias Jan Josef Liefers selbstverliebt eine Dankesrede vorm Spiegel einübt (“Bleibt doch sitzen, Kinders”). Ob er sich das wohl in den USA abgeschaut hat? Dort gab es gestern abend im Fernsehen nämlich ziemlich viele Dankesreden zu sehen: Die 63. Emmy Awards wurden verliehen!
Einige meiner Lieblinge haben es dieses Jahr geschafft, sich einen der Fernseh-Oscars abzuholen: zum Beispiel Julianna Margulies für “The Good Wife” oder wie so oft “Mad Men”! Leider waren die Dankesreden nur halb so amüsant wie die von Professor Boerne… Neben dem üblichen “Oh mein Gott, mir läuft die Zeit weg” und dem Runter-Rattern sämtlicher Beteiligter war nicht viel zu hören. Wenigstens wirkte Kate Winslet überzeugend überwältigt – und leicht hysterisch:
Die arme Sookie – äh – Melissa McCarthy musste sogar mit Krönchen auftreten und heulte Rotz und Wasser:
Damit es nicht allzu langweilig wurde, kam zwischendurch wirklich Charlie Sheen auf die Bühne. Seine Entschuldigung wirkte jedoch ziemlich unecht, oder?
Ich finde, beim nächsten Mal sollten sich die Gewinner bei den Danksagungen mehr Mühe geben! Dafür sind die Star-Namen bei den Emmys mittlerweile fast so groß, wie bei den Oscars: Martin Scorcese hat einen Preis für “Boardwalk Empire” entgegen genommen, Gwyneth Paltrow präsentierte einen Award und Katie Holmes war auch mit von der Partie. Eine Liste mit allen Emmy-Gewinnern findet Ihr übrigens hier!
Wurden Eure Lieblingsserien bei den Emmys ausreichend bedacht? Und: Habt Ihr nach dem “Tatort” auch versucht, Euch den Pullover männlich/weiblich auszuziehen?
Das Hütchen sitzt, die Koffer sind gepackt und das Kostüm ist auch frisch gebügelt: Als ich gestern Fotos vom Set der neuen ABC-Stewardessen-Serie “Pan Am” gesehen habe, bekam ich gleich Lust aufs Verreisen – allerdings in den 60ern. Denn natürlich hatte mein EasyJet-Flug von letzter Woche rein gar nichts mit dem Glamour zu tun, den das Fliegen damals noch versprühte.
Stewardess im 60er-Jahre-Look: In New York wird gerade "Pan Am" gedreht.
Zum Glück stehen die Sender offenbar gerade auf Geschichten, die in der Vergangenheit angesiedelt sind: Auch die neue NBC-Sendung “The Playboy Club” spielt in den 60ern. Sie erzählt von Hugh Hefners ersten Bunnies in Chicago. Meine Nostalgie hält sich jedoch in Grenzen, wenn ich an das damalige Frauenbild denke, das wir spätestens seit “Mad Men” auch aus Serien kennen.
In der amerikanischen Presse gab es prompt einen kleinen Aufschrei von besorgten Feministinnen, die in “Pan Am” und vor allem in “The Playboy Club” zahlreiche Klischees bedenklich bestärkt sehen.
Ich werde erst einmal abwarten, ob die neuen Serien die überholten Geschlechterollen wirklich so positiv darstellen. Bei “Mad Men” wirken die Verhaltensweisen jedenfalls immer zwar aus heutiger Sicht faszinierend – aber auch umso verwerflicher. Was die Serie ausmacht, sind die wirklich beeindruckende Bildästhetik und die subtile Symbolik, die immer wieder mit den sexistischen Dialogen kontrastiert werden.
Auch Christina Ricci geht unter die Stewardessen.
Wenn “Pan Am” also nur mit halb so viel Liebe zum Detail die 60er aufleben lässt, haben die Stewardessen um Christina Ricci eigentlich schon gewonnen. Denn dass die Genauigkeit entscheidend sein kann, beweist der britische Retro-Versuch “The Hour”: Hier musste sich die Autorin Abi Morgan kürzlich für die Verwendung von nicht-zeitgemäßer Sprache rechtfertigen. Die Anachronismen hätten dazu geführt, dass viele Sequenzen für die Zuschauer nicht funktioniert haben, räumte sie ein. Die sechsteilige Serie über eine Nachrichtensendung in den 50ern wurde trotzdem für eine zweite Staffel verlängert (Habt Ihr zufällig mal reingeschaut?).
Fragt sich nur, was bleibt, wenn die Retro-Welle doch einmal vorbei ist: In der Redaktion haben wir kürzlich wieder darüber diskutiert, dass das vergangene Jahrzehnt so gut wie keine eigene neue Linie – vor allem in der Mode – hervorgebracht hat. Es dreht sich immer nur um Vintage-Looks, Retro-Trends und Old School-Vorlieben. Kein Wunder also, dass sich das auch in der Serienwelt widerspiegelt. In den USA startet “The Playboy Club” am 19. September, “Pan Am” geht am 25. September los.
Was gefällt Euch an Serien, die in den 50ern/60ern/70ern spielen?
Für viele Menschen hat das Leben seit wenigen Tagen wieder einen Sinn – das Geschacher um Gagen für die 5. Mad-Men-Staffel sind nach so langen Verhandlungen wie selten im TV-Serien-Geschäft glücklich zuende gegangen: Es wird weiter gehen, vielleicht sogar mit einer 6. Staffel!
Direkt zeitgleich erschien vor wenigen Tagen die BluRay-Box “Seasons 1-4″ auf Englisch, vergleichsweise günstig zu bestellen bei Amazon.co.uk; und dabei hatte das Mad-Men-Fan-Glück ohnehin schon einen guten Lauf, ist doch auch seit Wochen January Jones als elegantes Versace-Testimonial in Print-Anzeigen zu sehen…
Mad Men - der Cast
So gepampert kann der Fan den U.S.-TV-Re-Start erst in 2012 verkraften, zudem Christina Hendricks gerade in New York am Broadway im Musical “Company” spielte. Wer nicht so weit fliegen möchte kann bis 7. Mai auch noch Elisabeth Moss in London in einer bemerkenswerten Performance im “Comedy Theatre” sehen (oh, angenehmerweise an der Seite von der [im wahren Leben!] frischverliebten Keira Knightley, allerdings werden die Stimmen beider Damen im überexpressiven Theater-Sprech leicht keifig und vor allem Elisabeth Moss verliert so ihren – im wahrsten Sinne des Wortes – vieldeutig-sanften Unterton…)
All diese Ablenkungen können aber nicht über die einzig wichtige Frage hinweghelfen, die nun wohl bis 2012 im Raume stehen bleiben muss: “Wie um alles in der Welt wird es weitergehen in Mad Men”? An dieser Stelle soll es im ersten Teil zu Mad Men nur um Charaktere gehen, konkret die unterschätzten oder überraschend wenig eingesetzten.
Natürlich stellt sich die Frage nach dem Grund des überhasteten Abgangs von Salvatore Romano (gespielt von Bryan Batt). Im Office-Konzert hatte er eine tragende Rolle gespielt, und sollten es nicht Gründe wie Zerwürfnisse hinter den Kulissen sein, so wäre ein safe bet, dass der latent schwule Italiener in der Serie, der ein geniales Style-Pendant zu Donald Draper gab, wiederkommt und erheblich entwickelt wird, was Batt und auch seine Rolle unbedingt hergäben.
Schauspielerin Abigail Spencer
Reines Wunschdenken dagegen ist sicher ein Aufleben der Beziehung von Donald zur Lehrerin der Draper-Kinder, Suzanne Farrell, schmachtend gespielt von Abigail Spencer (die derzeit oft auf Empfängen in Hollywood rumsteht…) Spencer startet ihre Karriere erst und ist eine absolut faszinierende natürliche Schönheit und schauspielerische Präsenz, die sicher schnell vorankommen wird.
Und genau diesen Eindruck hat man ja oft, dass Serienmacher Matthew Wiener oft Schauspieler und deren Serien-Charaktere geradezu auprobiert, doch dabei kommt es eben auch zu so verwundernden da fast banalen Entwicklungslinien wie der um die beziehungstechnisch farblosen und äußerlich unauffälligen Dr. Faye Miller (gespielt von Cara Buono) und erstrecht der ihr in Drapers Gunst unmittelbar und unverhofft folgenden Sekretärin Megan Calvet (gespielt von Jessica Paré) zum Ende der Staffel 4.
Schauspielerin Anna Camp
Ebenso unterschätzt wie Spencers in der Serie bislang ist der kurze Auftritt der absolut klassischsten aller All-American-Girl-Blondinen Anna Camp als Drapers Kurzzeitflamme Bethany Van Nuys, die sich schon in True Blood – aber auch im Broadway-Theater! – einen Namen machte. Während sie in True Blood die Bandbreite ihres Könnens aufblitzen lassen konnte, blieb ihre Rolle hier bislang belanglos, und so fragt man sich auch hier: Will Wiener jungen, aussichtsreichen Schauspielern einen Anschubs geben oder probiert er Ihr Funktionieren im Plot schlichtweg aus? Jedenfalls wäre Camp die dritte der möglicherweise entweder meist unterschätzten oder aber bewusst wenig eingesetzten Charaktere hier.
Das sind spannende Fragen, da sie neue Schauspieltalente entwickeln können. Aber natürlich will man zentral wissen: Was ist mit Don Draper und Peggy Olson? Wieviel Vernachlässigung erträgt sie? Welchen weiteren Ausdruck wird ihre Loyalität zu Draper finden? Dass Jon Hamm und Elisabeth Moss die ganz großen Entdeckungen durch Mad Men sind ist ein Gemeinplatz, und so gesehen haben natürlich vor allen Geheimtipps in der Serie vor allem diese beiden ihre schauspielerisch größten Karrieresprünge – parallel zu den Staffel-5-Dreharbeiten, die jetzt anlaufen? – ganz sicher unmittelbar vor sich.
Doch dazu ein andermal mehr…