Kronprinzessin Mette-Marit
© Getty Kronprinzessin Mette-Marit

Prinzessin Mette-Marit Warum tut man ihr so etwas an?

Mette-Marit von Norwegen wird im Internet massiv bedroht. Nicht der einzige Zwischenfall, der in jüngster Vergangenheit das Glück der Prinzessin auf eine harte Probe stellte

Auch, wenn ihr niemand etwas anmerkte

- beim 70. Geburtstag ihrer Schwiegermutter Königin Sonja vor einem Monat war der norwegischen Kronprinzessin sicher nicht nach Feiern zumute. Denn damals wusste Mette-Marit bereits, was nun erst an die Öffentlichkeit gelangte: Die 33-Jährige erhält über eine Internetseite Morddrohungen. Über einem Foto der Prinzessin steht dort "Stirb!", ihr Gesicht ist mit roter Farbe durchgestrichen. Und die neun Männer und vier Frauen, die der Polizei inzwischen bekannt sind, belassen es nicht dabei. Sie beschimpfen die Gattin von Kronprinz Haakon, 34, zudem als Prostituierte, die Drogen konsumiere. Außerdem wird zu sexuellen Gewalthandlungen gegen sie aufgerufen. Der Gruppen-Anführer hat bereits fünf Einträge in seiner Polizeiakte.

Schwere Zeiten für Prinzessin Mette-Marit, die man derzeit seltener als früher glücklich in die kameras strahlen sieht
© GettySchwere Zeiten für Prinzessin Mette-Marit, die man derzeit seltener als früher glücklich in die kameras strahlen sieht

Eine schreckliche Situation für die dreifache Mutter. Mittlerweile wurde die Seite zwar geschlossen, aber sicher kann Mette-Marit sich trotzdem nicht fühlen. Man kann nur ahnen, wie schwer ist es ihr gefallen ist, bei den Geburtstagsfeierlichkeiten Haltung zu bewahren. Der Hof äußert sich nicht zu den Vorkommnissen, der Chef der Königlichen Polizeieskorte bestätigt jedoch, dass die Drohungen bekannt seien und bei den Sicherheitsmaßnahmen berücksichtigt werden.

Woher kommt dieser Hass?
Für einen Dummejungenstreich geht die Brutalität der Aussagen eindeutig zu weit. Den meisten Norwegern ist die Attacke auf ihre Kronprinzessin unverständlich. Mette-Marit genießt seit ihrer Hochzeit vor sechs Jahren stetig wachsende Zustimmung und Sympathie seitens der Bevölkerung. Nun sieht es aber ganz danach aus, als hätten einige Fanatiker noch immer ein Problem mit der wilden Partyvergangenheit der Prinzessin und ihrem alten Leben als alleinerziehende Mutter. Es ist sicher ein Glück, dass die Kronprinzenfamilie kurz nach Sonjas Geburtstag in die Sommerferien fahren konnte und so bis Mitte des Monats erst einmal keine öffentlichen Auftritte mehr anstehen. Zeit zum Ausruhen also. Doch bald ruft wieder die Pflicht: vom 26. bis 28. August geht's auf die traditionelle kleine Norwegenreise.

Der aktuelle Zwischenfall ist übrigens nicht der Erste.
Bereits Anfang des Jahres wurde die Idylle der Norweger massiv gestört, als "En helt vanlig dag pa jobben" ("Ein ganz normaler Arbeitstag"), erschien. Darin schildert Autor Haavard Melnaes, ehemaliger Redakteur der Illustrierten "Se og hør", ausführlich die perfiden Methoden, mit denen das Blatt die Königsfamilie und insbesondere Mette-Marit und Haakon jahrelang ausspioniert hat.

Journalisten haben demnach nicht nur Polizisten bezahlt, um an Informationen zu gelangen, auch Bank-Angestellte standen auf ihrer Bestechungsliste und offenbarten königliche Kontoauszüge.

Am schlimmsten müssen für Mette-Marit aber die Passagen gewesen sein, in denen Melnaes beschreibt, wie er ihrem im März gestorbenen Vater Sven O. Høiby jahrelang mit viel Geld intime Details und Geheimnisse entlockte. Besonders gemein: Die Zeitung hatte dem Rentner damals sein Handy abgenommen - als Haakon anrief und seinem Schwiegervater die Nachricht von der Geburt seiner Enkeltochter auf die Mailbox sprach, war es nicht Høiby, sondern die Redaktion, die die Nachricht abhörte. Die Zeitung streitet zwar ab, mit solchen Methoden gearbeitet zu haben, ging aber auch nicht gerichtlich gegen die Behauptungen vor.

Doch welche Schwierigkeiten auch auf sie zukommen mögen: Die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass Mette-Marit jede Krise meistert, weil ihr die Familie Kraft und Stärke dafür schenkt.