Jahrhundertlange Dynastie, monarchische Traditionen – damit hat es das Norwegische Königshaus nicht so streng. Als König Harald 1991 den Thron bestieg, hatte das skandinavische Land seit 1370 erst wieder einen König. Schon in seiner Jugend setzte er sich über das königliche Statusdenken hinweg, und heiratete Ende der 60er Jahre die bürgerliche Sonja Haraldsen. Sie wurde Kronprinzessin und später erstmals norwegische Königin seit 53 Jahren.

Norwegens Kronprinzen

Obwohl Sonja Haraldsen eine "Frau des Volkes" war, und zur souveränen und studierten Monarchin reifte, blieb die erhoffte Sympathiewelle aus. Sie fühlte sich unerwünscht, was sie damals in einem TV-Interview verriet. Gerade deshalb wollte Harald seinem Sohn und Thronfolger Haakon dieses Schicksal ersparen und wünschte sich eine blaublütige Schwiegertochter. Die Liebe zur Bürgerlichen lag jedoch wohl in den Genen, und so verliebte sich der Kronprinz auch in eine Bürgerliche, die alleinerziehende Mutter Mette-Marit Hoiby. Eine schöne Vergangenheit hatte sie nicht vorzuweisen, der Vater ihres Sohnes war wegen Drogenbesitzes vorbestraft, sie selbst kam in den 90er-Jahren auch häufig mit Drogen in Berührung. Auch sie blieb nicht von der Kritik der Öffentlichkeit verschont, dennoch glaubten Haakon und Mette-Marit an die große Liebe, sodass sie kurz vor ihrer Hochzeit in einer Pressekonferenz mit allen Vorurteilen aufräumte. Die Kritik verstummte, das Volk fing an, die Blondine zu mögen und ihr den Titel der Prinzessin von Norwegen zu gönnen.

Fünf im Patchwork-Glück

Zwar finden die Norweger immer wieder Grund, über die ungewöhnliche Konstellation der Königsfamilie den Kopf zu schütteln, doch Monarchen, die näher am Volk dran sind als der Prinz von Norwegen und seine Prinzessin, gibt es nicht.