Marie Cavallier
© SIPA Press Marie Cavallier

Marie Cavallier Prinz Joachims Braut im Interview

Bald schon ist Marie Cavallier Prinzessin von Dänemark. Wenn sie am 24. Mai Prinz Joachim ihr Ja-Wort gibt, wird ihr Leben anders werden. Im exklusiven Interview spricht sie über Pläne, Ängste und Glück, für das es keine Worte gibt

"Es ist eine schwierige Aufgabe: Dänisch und eine Prinzessin zu werden und gleichzeitig ich selber zu bleiben"

Am 24. Mai diesen Jahres wird eine bisher unbekannte junge Französin aus Genf - Marie Cavallier - mit ihrem königlichen Verlobten, Prinz Joachim von Dänemark, zweiter Sohn von Königin Margrethe II und Prinzgemahl Henrik, auch französischen Ursprungs, auf dem königlichen Schloss Schackenborg in Dänemark, die Ringe tauschen.

Seit der offiziellen Verkündigung der Verlobung im Oktober 2007 bereitet sich die verliebte Fast-Prinzessin auf den großen Tag vor und pendelt zwischen Genf und Dänemark, um jeden freien Moment auf Prinz Joachims Schloss in Schakenborg zu verbringen, einem kleinen, ländlichen Dorf in Dänemark. Sie hat die königliche Familie ebenso wie einige von Joachims Freunden kennengelernt. Sie hat sich auch darauf vorbereitet, eine dänische Adlige zu werden - in dem sie die Sprache, die Kultur, die evangelische Religion und die Kultur ihres neuen Landes lernt.

Kennengelernt bei der Jagd

Das glückliche Paar traf sich Ende 2005 zufällig bei einer Jagd in Dänemark. Erst als Freunde, später entwickelte sich eine Romanze zwischen ihnen. Allerdings war ihre Beziehung nicht immer eitel Sonnenschein. Einmal trennten sie sich sogar, weil Marie mit dem großen Medieninteresse nicht umgehen konnte. Doch am Ende "besiegt die Liebe alles" und sie waren wieder vereint. "Ich war zu unglücklich ohne ihn", sagt Marie, "Ich realisierte, dass ich niemals einen anderen Mann treffen würde, der mich so sehr lieben würde wie er."

Aufgewachsen in Frankreich

Die hübsche Französin wuchs in Paris auf, bis sich ihre Eltern scheiden ließen, als sie zwölf Jahre alt war. Ihr Vater blieb in Paris, während ihre Mutter nach Genf zog. Marie entschied sich, das Internat Beausoleil in der Schweiz zu besuchen und nicht zwischen den Eltern zu wählen. Dieser Zeit in den Schweizer Alpen ist ihre große Ski-Leidenschaft zu verdanken.

Nachdem sie die Schule abgeschlossen hatte, zog die abenteuerlustige Marie mit 17 Jahren nach Amerika und besuchte eine Kaufmannsschule in Boston. Danach erwarb sie in New York einen BA. Ihr erster Job nach der Universität war für die Internetfirma "Double Click" in New York, bei der sie 1999 anfing. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001, die stattfanden, als sie in Frankreich Urlaub machte, kehrte sie nicht mehr in die Staaten zurück.

Stattdessen zog sie nach Genf und arbeitete für verschiedene Firmen, darunter die Presseagentur "Reuters", bevor sie einen Job in der Finzanzfirma ihres Stiefvaters annahm. Ungefähr zu dieser Zeit erfüllte sich das Schicksal und Marie traf ihren "Prinz Charming":

Zwischen der offiziellen Verkündung der Verlobung im Oktober 2007 und dem Hochzeitsdatum, dem 24. Mai 2008, wie organisieren Sie ihr Leben in Genf?

Sie können sich vorstellen, dass die Verkündung meine Alltagsroutine ins Chaos stürzte! Ich realisierte, dass es nicht möglich war, weiter zu arbeiten. Also habe ich mich kurze Zeit, nachdem wir die Ankündigung gemacht hatten, entschlossen, meinen Job aufzugeben. Ich mag es, die Dinge richtig zu machen und es wäre unmöglich gewesen, beides gleichzeitig zu tun, meinen Job und die Vorbereitung auf die Hochzeit. Außerdem war ich in Gedanken immer woanders.

Warum haben Sie weiterhin in Genf gelebt?

Erst einmal muss man sich Zeit nehmen, bevor man sein Leben total umkrempelt. Außerdem, und das war der wichtigere Punkt, schreibt das Protokoll in bestimmten Kreisen vor, dass man vor der Hochzeit nicht mit seinem Verlobten zusammen wohnt. Das war eine Tradition und ich sah keinen Grund darin, diese zu brechen. Sie hat mich nicht belastet. Wenn überhaupt würde ich sagen, dass das Warten alles noch wundervoller gemacht und ihm eine romantische Dimension gegeben hat.

Wie haben Sie sich ihre Zeit eingeteilt?

Ich bin viel gereist. Alles in alles habe ich fast jedes Wochenende in Kopenhagen verbracht, und immer mal wieder eine ganze Woche in Dänemark.

Was haben Sie in Dänemark gemacht?

Ich habe angefangen, alles über meine neue Rolle zu lernen. Ich lerne, wie ich dänisch fühle. Das beinhaltet, die Sprache, Religion, Geschichte und Sitten zu lernen.

Und wie läuft es?

Ich muss zugeben, dass ich noch nicht so große Fortschritte in der dänischen Sprache gemacht habe. Ich nehme in Kopenhagen Unterricht, aber ich verbringe meine meiste Zeit auf Joachims Schloss in Schackenborg, ziemlich weit entfernt von der Hauptstadt. So kann ich nur sechs Unterrichtsstunden im Monat nehmen, was bedeutet, dass ich wirklich nur ein Basis-Level erreicht habe. Dänisch ist eine sehr schwierige Sprache, mit einem ziemlich "besonderen" Akzent. Aber ich mache mir keine zu großen Sorgen, denn wenn ich erst einmal in dem Land lebe, höre ich sie die ganze Zeit. Und ich denke, da ich gerne Sprachen lerne, werde ich recht schnell klarkommen.

Und wie ist es mit den anderen Dingen - die dänischen Sitten, Geschichte, etc?

Das kann ich wenigstens alleine lernen. Und glücklicherweise habe ich Joachim, der ein großartiger Privatlehrer ist. Er hat ein außergewöhnliches Gedächtnis und kennt die gesamte Geschichte Dänemarks auswendig - ich hätte fast gesagt, seine ganze Familiengeschichte! Er ist sehr geduldig und ein guter Lehrer.

Also haben Sie die Chronologie der dänischen Geschichte auswendig gelernt und können die Könige in die richtige Reihenfolge bringen?

Ich habe die wichtigsten Daten gelernt. Und mit der Reihenfolge der Könige ist es ziemlich einfach. Einem Christian folgt immer ein Frederick und so weiter. Also muss man einfach mit dem Richtigen anfangen.

Wer sind Ihre Lieblingskönige oder -königinnen?

Meine Lieblingskönigin ist die, die ich am besten kenne - Königin Margrete II! Ich sage das nicht um ihr zu schmeicheln, ich finde das wirklich. Sie ist eine außergewöhnliche Person mit einer außergewöhnlichen Persönlichkeit im wahrsten Sinn des Wortes. Sie schafft es, Professionalität und Klasse miteinander zu verbinden und bleibt dabei ganz natürlich. So wie Joachim. Ich glaube, sie sind sich sehr ähnlich.

Sie eine Städterin. Sie haben in New York, Paris und Genf gelebt. Macht es Sie nervös, von jetzt an auf dem Land zu leben?

Das fragt mich jeder! Erstmal, ich liebe das Land. Ich liebe die Schönheit der Wälder, die Jagdsaison. Wir werden oft in Kopenhagen sein. Wir können viele Freunde zu Besuch einladen, was ein richtiger Traum von mir ist. Und vor allem ist das Schloss wirklich hübsch. Von außen ist es weiß und innen mit hellen, dänischen Farben dekoriert, die eine lebendige Atmosphäre und Lebensfreude schaffen. Nicht zu vergessen, dass ich Zeit für mich mag - oh, und ein wenig Zeit zu Reisen sollte auch noch übrig bleiben! In jedem Fall bin ich kein Mensch, der sich schnell langweilt, Joachim übrigens auch nicht.

Haben Sie irgendetwas im Schloss verändert - die Raumdekorationen etc.?

Nicht wirklich. Aber wir haben darüber gesprochen und ich habe ein paar Ideen.

Was macht Ihnen Angst an ihrem neuen Leben als Prinzessin?

Das Leben in Dänemark macht mir keine Angst. Aber was mir Sorgen bereitet, ist meine Rolle zu erfüllen, den königlichen Pflichten gerecht zu werden. Ob man es möchte oder nicht, eine Prinzessin in einer königlichen Familie zu sein bedeutet, eine Repräsentantin zu sein. Da ist ein Bild, das eng mit dem Land verbunden ist - und es wird von mir erwartet, im wahrsten Sinne des Wortes eine Art Botschafterin zu sein. Ich denke, ich werde es schwierig finden, das "natürlich" zu tun und dabei ich selber zu bleiben - dänisch und ich selbst zu sein. Aber ich versuche, die Dinge aus dem richtigen Blickwinkel heraus zu sehen. Und da ich das Glück habe, einen zukünftigen Ehemann zu haben, der extrem freundlich und aufmerksam ist und der mich konstant unterstützt und mir zuhört, mache ich mir nicht wirklich Sorgen.

Ihre Hochzeit findet in wenigen Wochen statt. Wie fühlen Sie sich?

Glücklich natürlich, und entspannt. Wir möchten an unseren Hochzeitstag eine intime Atmosphäre wahren mit den Familien und Freunden - wobei intim natürlich relativ ist, da die religiöse Zeremonie im Fernsehen übertragen wird. Aber wir haben darauf bestanden, dass es auf dem Land stattfinden wird, in "unserem Haus". Ich habe schon immer davon geträumt dort zu heiraten, wo ich auch leben würde. Und ich bin so glücklich, dass der Mann, den ich liebe, dieses Schloss besitzt, das er so sehr liebt - er erbte es mit neun Jahren. Das ist das Zuhause, das ihm sehr wertvoll ist. Und das I-Tüpfelchen ist, dass die kleine Kirche im Dorf wirklich bezaubernd ist.

Es ist wirklich wie ein Märchen, dass wir es schaffen, unsere Hochzeit privat zu halten, abgesehen von der religiösen Zeremonie natürlich. Es wurde uns angeboten und da haben wir die Chance genutzt.

Zum Schluss, wie ist Ihre Definition vom Glücklichsein?

Zu wissen, dass man sein Leben an der Seite des Mannes verbringt, den man liebt. Wie ich es schon einmal gesagt habe, es muss ein neues Wort erfunden werden, nur um unser Glücklichsein zu beschreiben!

Das Interview führte Etienne de Monpezat. ein Onkel des Bräutigams, in Genf.