Hochzeit in Schweden: Prinzessin Madeleine und Chris O'Neill
© Getty Images Prinzessin Madeleine und Chris O'Neill

Hochzeit in Schweden Ein privates Märchen vor dem Altar

Wer hätte das gedacht: Der smarte, sonst coole Bräutigam zeigte große Gefühle. Und auch sonst überraschten Prinzessin Madeleine und Chris O'Neill mit einer Hochzeit, die ihre ganz persönliche Note trug

Die Hochzeit von Prinzessin Madeleine und Chris O'Neill war ein Fest der großen Gefühle, kleinen Gesten, persönlichen Akzente – und der Küsse. Als im Vorfeld der Feier erste Details durchsickerten, hatten viele befürchtet, die Prinzessin wolle ihrer sehr viel populäreren Schwester Victoria nacheifern und deren Hochzeit gar imitieren. Madeleine und Chris machten es aber doch ein wenig anders: Ja, sie fuhren in einer offenen Kutsche und mit einem Schiff. Aber nur dank des offenen Vierspänners konnten die Schaulustigen einen Blick auf das Brautpaar außerhalb der Kirche erhaschen. Und die Fahrt mit dem Dampfschiff, inmitten von vielen Gästen, gehörte zu den vielen Punkten an den Feierlichkeiten, die weniger Staatsakt als Fest mit der Familie waren.

Hochzeit in Schweden: Geküsst wurde viel, mehr als auf jeder royalen Hochzeit.
© ReutersGeküsst wurde viel, mehr als auf jeder royalen Hochzeit.

Schon die Gästeliste war bei Madeleine und Chris anders ausgefallen, kürzer und weniger royal. Die junge Generation der Royals kam zusammen, die untereinander freundschaftliche Kontakte pflegt. Dazu viele Freunde des Brautpaares und die große Familie. Der eine oder andere Gast von der Bräutigams-Seite dachte wohl, er hätte eine Einladung ins "Disneyland" bekommen. Anders ließen sich einige der Outfits mit allzu tiefen Dekolletés, Federstolas und hochgetürmten Frisuren nicht erklären.

Obwohl die Kameras scheinbar überall waren, blieb vieles der Feierlichkeiten sehr viel privater als bei Victoria und Daniel. Ob beispielsweise der König beim Pre-Wedding-Dinner einen rührenden Toast auf seinen künftigen Schwiegersohn ausbrachte, konnten nur die eingeladenen Gäste verfolgen. Und das Gala-Bankett, das den Hochzeitstag beschloss, fand ebenfalls hinter verschlossenen Schlosstüren statt. Ob es Bilder vom Anschneiden der Hochzeitstorte und dem ersten Tanz geben wird, bleibt abzuwarten.

Beim Gottesdienst sah man nicht nur große Gefühle beim Bräutigam, man erlebte auch viele persönliche Akzente: Zwei Lieder hatte sich das Brautpaar gewünscht und dabei nicht ins Kirchengesangbuch geschaut. Die beiden (etwas kitschigen) Popsongs wurden live in der Kirche vorgetragen. Beim Brautkleid setzte Prinzessin Madeleine, die oftmals als "schönste Prinzessin der Welt" bezeichnet wird, auf ihren persönlichen Geschmack mehr als auf alte Traditionen. Kein einheimischer Designer bekam den Zuschlag fürs Kleid, sondern das Haus Valentino. Statt des traditionellen, für eine zarte Braut sehr üppigen Kameediadems trug sie eines, was zu ihrem – extra für sie kreierten – Schleier passte. Und doch war sie keine ganz moderne Braut, schließlich trug sie alten Familienschmuck und hatte im Brautbouquet die traditionelle Myrte.

Hochzeit in Schweden: Ein bisschen Tradition, ein bisschen eigener Stil: Prinzessin Madeleine und Chris O'Neill setzten eigene Akzente.
© ReutersEin bisschen Tradition, ein bisschen eigener Stil: Prinzessin Madeleine und Chris O'Neill setzten eigene Akzente.

Die größte Überraschung aber war der Bräutigam: Was man in Schweden und der Welt kaum für möglich gehalten hätte, trat ein. An seinem großen Tag, vor den Augen der royalen Gäste und der Verwandtschaft, taute der smarte Finanzier auf und zeigte große Gefühle. Selten wurde auf einer königlichen Hochzeit so viel geküsst wie bei Prinzessin Madeleine und ihrem Chris. Immer wieder tauschten die beiden verliebte Blicke, wobei der Bräutigam noch eine Spur ergriffener und emotionaler wirkte als seine Braut, die aber immer wieder seinen Blick und den Blick ihrer Eltern suchte. Insgesamt wirkte sie in der Kirche ein wenig zu königlich.

Als Madeleine am Arm von König Carl Gustaf durch das Kirchenschriff schritt, kamen dem bis dahin beherrschten Chris O'Neill zum ersten Mal die Tränen. Als Oberhofprediger Lars-Göran Lönnermark in seiner Ansprache Sätze wie "Ein ganzer Tag für ein ganzes Leben" sagte, kämpfte er wieder und wieder mit seiner Rührung. Wer den 38-Jährigen bei den Hochzeitsfeierlichkeiten erlebte, sah einen glücklichen, wirklich sehr verliebt wirkenden Bräutigam, dem man das kürzlich in einem Interview geäußerte "Madeleine ist die Liebe meines Lebens" vom ersten Augenblick an glaubte. Und auf dem royalen Parkett bewegte er sich absolut vorbildlich.

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Heimlicher Star der Trauung war aber Prinzessin Estelle: Die Kleine benahm sich mustergültig und schien dem Gottesdienst sogar phasenweise sehr andächtig zu lauschen. In ihrem weißen Kleid saß sie mal auf ihrem Ministuhl zwischen ihren Eltern, mal bei einem der beiden auf dem Arm. Erst als Prinzessin Victoria für eine Lesung nach vorne ging, wurde Estelle unzufrieden. Papa Daniel nahm seine Tochter kurzerhand auf den Arm und stellte sich mit ihr dicht zu seiner Frau. Solche Gesten sind es, die die Kronprinzessinnen-Familie überaus beliebt macht

Die Hochzeit dürfte der Popularität von Prinzessin Madeleine und ihrem Ehemann Chris einen gewaltigen Schub gegeben haben. Ob man die beiden allerdings in Zukunft häufig in Schweden sehen wird, bleibt abzuwarten. Nach den Flitterwochen, in denen die Königstochter ihren 31. Geburtstag feiern wird, kehren sie zurück nach New York, wo beide arbeiten und ihren Lebensmittelpunkt haben. Dort leben sie auch ihr ganz privates schwedisch-amerikanisches Märchen.