Königin Maxima
© Getty Images Königin Maxima

Königin Máxima Maximales Risiko

Europas Royals leben in ständiger Angst. Bodyguards gehören zu ihren täglichen Begleitern. Für die Familie von Königin Máxima wird jetzt sogar der neue Wohnsitz zum Bollwerk ausgebaut. Aus Sicherheitsgründen muss vor allem der Nachwuchs viele Freiheiten opfern …

Alle Welt liebt sie für ihr Lachen, die unermüdlich gute Laune. Beim Staatsbesuch in Frankreich scherzte Königin Máxima jetzt in fast perfektem Französich mit Staatspräsident François Hollande, ließ sich von kleinen Mädchen Blumen überreichen. Alles wie immer – bis das Programm einen emotionalen Höhepunkt vorsah: Das Königspaar besuchte das Café "Le Carillon", jenen Schicksalsort, an dem vorigen November bei den Anschlägen von Paris viele Opfer zu beklagen waren. Wie viel Kraft es Máxima kostete, im Gespräch mit Anwohnern und Überlebenden nicht in Tränen auszubrechen, war deutlich zu spüren. Immer wieder tastete sie nach Willem-Alexanders Hand, drückte sie unauffällig.

Prinzessinnen Alexia, Amalia und Ariane
© Dana PressBeim Skifahren folgen den Prinzessinnen Alexia, 10, Amalia, 12, und Ariane, 8, (v. l.) stets mehrere Sicherheitsbeamte auf Skiern. Alles verhindern können sie natürlich nicht: So brach sich Alexia im diesjährigen Lech-Urlaub den Oberschenkel. Mittlerweile geht es der Prinzessin wieder besser, sie geht auf Krücken zur Schule

Anschlagsversuch auf die Königsfamilie

Schlimme Erinnerungen muss der Termin bei ihr wachgerufen haben, war die holländische Königsfamilie doch selbst schon öfter Ziel von Anschlägen. Der tragischste Vorfall ereignete sich 2009 während der Parade zum Nationalfeiertag, als ein Amokfahrer in die Zuschauermenge raste. Sechs Menschen verloren ihr Leben. Wie ein Justizsprecher später mitteilte, handelte der Attentäter in vollem Bewußtsein, wollte eigentlich die königliche Familie treffen. In einem offenen Bus saß Máxima damals, erlebte das Drama aus nächster Nähe mit. Seitdem sorgt sie sich massiv um die Sicherheit ihrer drei Töchter.

Die Tragödie hat konkrete Folgen

So fallen die aktuellen Umbauarbeiten auf Schloss Huis ten Bosch, dem künftigen Wohnsitz der Königsfamilie, weit aufwendiger aus als geplant: Der Palast wird gerade zur uneinnehmbaren Festung aufgerüstet. Fast 60 Millionen Euro kostet die Renovierung, den Großteil davon verschlingen die aufwendigen Sicherheitsvorkehrungen. Schon jetzt gilt höchste Geheimhaltungsstufe. Damit keinerlei Information über das Überwachungssystem nach außen dringen, werden die Arbeiter Leibesvisitationen unterzogen, müssen ihre Handys abliefern und unterzeichnen Schweigeklauseln. Trotzdem wird das Leben nach dem Umzug 2018 für Amalia, Alexia und Ariane eingeschränkter als bisher verlaufen. Noch darf das "A-Team" in Begleitung eines Sicherheitsbeamten von der Villa Eikenhorst zur Schule radeln – von Huis ten Bosch aus werden sie mit der gepanzerten Limousine chauffiert.

Prinzessin Estelle
© Getty ImagesVersuchte Einbrüche auf Schloss Haga und mehrere Stalker: Auf Kronprinzessin Victoria gab es schon häufiger Attacken, deshalb wird Tochter Estelle, 4, besonders gut beschützt. Hier auf mit Nanny Katie

Georges Sicherheit

Kate und William bereitet die Sicherheit von George und Charlotte ebenso viel Kopfzerbrechen. So wurden rund um Georges Montessori-Kindergarten 20 Kameras angebracht, ein bewaffneter Leibwächter bleibt immer in seiner Nähe. Eltern, die ihre Kinder auf Anmer Hall zum Spielen mit dem kleinen Prinzen abliefern, werden zuvor akribisch genau vom Geheimdienst durchleuchtet. Was passiert, wenn man sich dem Landsitz unangemeldet nähert, erlebte GALA jüngst: Bei kurzem Anhalten mit dem Wagen in der Nähe des Geländes tauchten zwei schwer bewaffnete Polizisten auf, notierten das Kennzeichen und die Personalien. Zwei Tage später erfolgte ein Besuch im Haus des Reporters, bei dem alle Angaben noch einmal überprüft wurden. All das, damit George und Charlotte unbeschwert aufwachsen können.

Leibwächter bleiben im Hintergrund

Für die Royal-Kids selbst gehört Sicherheitspersonal von klein auf zum Alltag. Etwas hat sich allerdings verändert: Während die Bodyguards früher in der Öffentlichkeit direkt neben den Royals auftauchten, halten sie sich heute meist dezent im Hintergrund, sind auf den ersten Blick oft nicht mal zu erkennen – so wie Kates Leibwächterin Emma Probert, die bei Charlottes Taufe im Kleid und mit Fascinator nicht von den anderen Gästen zu unterscheiden war. Auch in der Schule der Königs-Kids hält man sich zurück: In Norwegen etwa verbringt der Leibwächter von Ingrid Alexandra den Tag in einem extra aufgebauten Häuschen vor dem Gebäude. Dort löste sich jüngst ein Schuss aus seiner Waffe. Waren dadurch Kinder in Gefahr? Nein, die Kugel blieb in der Wand des Häuschens stecken, verletzt wurde niemand.

Herzogin Catherine, Prinz William, Emma Probert
© Getty ImagesDass Kate, 34, und William, 33, bei Charlottes Taufe im Juli so relaxt lächeln können, verdanken sie auch der Ex-Scotland-Yard-Mitarbeiterin Emma Probert, 43. Auf dem Foto behält sie die Szenerie konzentriert im Blick. Unter dem Blazer trägt die Leibwächterin eine Glock-Pistole und eine Elektroschockwaffe, außerdem beherrscht sie diverse Kampfsportarten.

Auch wenn Máxima & Co. alles tun, um ihren Kindern ein normales Leben zu bieten, bleibt ein Restrisiko. Damit umzugehen fällt sicher nicht leicht. Umso schöner, wenn es den Königsfamilien trotzdem gelingt.