William + Harry
© Reuters William + Harry

William + Harry Gefahr im Anflug

Die britischen Prinzen William und Harry riskieren ihr Leben beim Militär. Warum tun sie sich das an?

Dunkelheit, Windstärke neun, meterhohe Wellen. Prinz William und sein Kamerad steuern ihren Sea-King-Hubschrauber über die Irische See, tasten mit Suchscheinwerfern die aufgewühlte Wasseroberfläche ab. Es ist kurz nach Mitternacht, das neue Jahr hat eben erst begonnen, doch nach Feiern ist hier niemandem zumute: Auf der Promenade von Blackpool wurde ein Mann von einer Welle ins Meer gerissen. Wegen des Unwetters sind die Bergungsarbeiten schwierig und hochriskant. Am frühen Morgen müssen Polizei, Küstenwache und Royal Air Force ihre Suche einstellen. Der Mann bleibt vermisst.

Um Leben und Tod geht es fast immer den Einsätzen von Flight Lieutenant Wales, wie Prinz William, 30, beim Militär heißt. Nicht selten, so wie in der Silvesternacht, bringt sich die Nummer zwei der britischen Thronfolge dabei selbst in Gefahr. Noch dramatischer verhält es sich bei seinem jüngeren Bruder Prinz Harry, 28, der seit September in der afghanischen Provinz Helmand stationiert ist. Harrys Apache-Kampfhubschrauber ist mit Raketen und Maschinengewehren ausgestattet - als Kopilot bedient der Prinz die Waffen.

William und Harry im Einsatz
Prinz Harry
Britische Royals

Von Anfang an fühlten sich die Taliban durch den royalen Fronteinsatz provoziert und erklärten Harry zur Trophäe. Erst kürzlich wurde sein Camp wieder schwer angegriffen. Der berüchtigte Warlord Gulbuddin Hekmatyar hetzte öffentlich gegen Harry und nannte ihn einen "Schakal": "Der britische Prinz kommt nach Afghanistan, um im betrunkenen Zustand unschuldige Afghanen zu töten."

Das britische Verteidigungsministerium wies die Anschuldigung umgehend zurück. Auch wenn Prinz Harry dafür berüchtigt ist, in seiner Freizeit mehr Bier als Vernunft im Kopf zu haben - er gilt als vorbildlicher, disziplinierter Soldat. "Der Einsatz in Afghanistan ist für jeden Soldaten sehr gefährlich", sagt ein ehemaliger Offizier der Irish Guards, einer Elitetruppe der Queen, zu GALA. "Zum einen muss man rund um die Uhr mit Angriffen der Taliban rechnen, zum anderen sind viele Gebiete gerade im Süden des Landes, wo die britischen Truppen stationiert sind, vermint. Es ist mutig, dort Dienst zu schieben."

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© ReutersWer in Nordwales in Gefahr gerät, könnte von Prinz William im Sea-King-Hubschrauber gerettet werden

Trotz der Gefahren beschrieb Harry seinen Trip nach Afghanistan im Dezember 2012 als "die beste Zeit" seines Lebens: "Es ist toll, als einer der Jungs mit anzupacken. Ich genieße es, einmal ein normaler Mensch zu sein. Ich glaube, normaler werde ich nie sein können." Auch William liebt seinen riskanten Beruf, weil er als Pilot nicht nur Leben rettet, sondern im Job auch seinem Status als Thronfolger davonfliegen kann. Er will keine Sonderbehandlung, selbst jetzt nicht, wo er wahrscheinlich am liebsten rund um die Uhr mit seiner schwangeren Frau Catherine, 31, zusammen wäre.

"Der Einsatz der Prinzen kommt beim Volk sehr gut an", so der Ex-Offizier. "Da sind zwei tapfere junge Männer, die ihren Beitrag zur Landesverteidigung beziehungsweise zur Rettung von Menschen in Gefahr leisten. Das ist sehr gut für das Image der Monarchie."

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