Westminster Abbey
© WireImage.com Westminster Abbey

Westminster Abbey Die Hochzeitskirche

Die Kirche, für die sich Prinz William und seine Braut Kate entschieden haben, ist ein Klassiker für englische Monarchen. Hier wird seit Jahrhunderten geheiratet, gekrönt und beerdigt

Eine Hochzeit in der "Westminster Abbey" kann - gemessen an den Maßstäben englischer Königsgeschichte - schon als eine neumodische Entscheidung gelten. Denn die Kirche im Herzen Londons ist zwar schon seit mehr als tausend Jahren eins der zentralen Gotteshäuser der Könige, sie wurde in dieser Zeit aber hauptsächlich für Krönungen und häufig auch für Beerdigungen benutzt. Ihre Stellung als beliebte Hochzeitskirche der Adligen eroberte sie erst im 20. Jahrhundert.

Ihr eigentlicher Name lautet "Collegiate Church of St. Peter at Westminster" - sie liegt neben dem Palast von Westminster in London und ihre Gründung wird auf einen Erscheinung des Heiligen Peter gegenüber einem Themsefischer, vermutlich im 7. Jahrhundert nach Christus, zurückgeführt. Bis heute erhält die Abtei jährlich einen Lachs von der Fischverkäuferzunft. Um 970 soll eine Benediktinerabtei dann die Basis für diese Kirche gelegt haben, die 1065 geweiht wurde und die seit 1066 ununterbrochen als Krönungskirche englischer Monarchen dient. Ihr heutiges Gemäuer und der gotische Baustil geht größtenteils auf einen Bau von 1245 zurück.

So blickt das Brautpaar im April Richtung Altart (links) und nach der Trauung Richtung Ausgang (rechts).
© ReutersSo blickt das Brautpaar im April Richtung Altar (links) und nach der Trauung Richtung Ausgang (rechts).

Im Inneren der großen Kirche, die schon seit Queen Elizabeth I. unter direkter Herrschaft der Könige steht, haben normalerweise 200 Menschen Platz. Will man mehr Platz schaffen - zum Beispiel für die Krönung von Queen Elizabeth II. im Jahr 1953 oder für eine prinzliche Hochzeit im kommenden Jahr - so können bis zu 8200 Menschen unter den hohen Kuppeln untergebracht werden, berichtet die "BBC". Zwischen dem Hauptaltar und dem langen Gang, der auf ihn zu führt, ist eine große offene Fläche - genau richtig, um beeindruckenden royale Ereignisse in Szene zu setzen. Angeblich soll die Atmosphäre der Abtei gegenüber der auch als Hochzeitskirche genutzten riesigen Kathedrale von St. Paul auf Prinz William und Kate Middleton einen entschieden familiäreren, weniger hallenartigen Eindruck gemacht haben.

Weitere Pluspunkte von Westminster Abbey: Hier heiratete auch die aktuelle Königin, Queen Elizabeth. Die Kirche liegt in der Nähe des Buckingham Palace und so ergibt sich zwischen beiden Orten eine naheliegende Route für die obligatorische Prozession.

Spannend in der Chronologie der Kirche ist, dass ausgerechnet die Monate November und April die beliebtesten Hochzeitsmonate für Trauungen dort waren - viel beliebter als Januar, Februar, Mai und Juli. Im April 1269 heiratete Prinz Edmund, ein Sohn von Henry III., Aveline de Forz. Im April des Jahres 1290 wurde die Ehe zwischen Joan of Acre, einer Tochter Edwards I., und ihrem Mann, dem siebten Earl of Gloucester geschlossen. Im April 1923 vermählte sich der spätere König George VI. mit Lady Elizabeth Bowes-Lyon (später bekannt als beliebt als "Queen Mom"). Und Prinzessin Alexandra von Kent heiratete im April 1963 Angus Ogilvy.

Im November 2010 verkündeten Prinz William und seine Braut Catherine ihre Verlobung, und am 29. April 2011 feiern beide in der traditionsreichen Westminster Abbey ihre Hochzeit. Der Dekan der Westminster Abbey freute sich stellvertretend für alle Angestellten, Lerer und Schüler, die zur Kirche gehören: "Uns freut, dass sie Westminster Abbey für ihre Vermählung ausgewählt haben und wir sind gespannt auf die genauen Planungen dieses Ereignisses, das für das Paar selbst, die Familien und Freunde, das Land dund den Commonwealth und viele, viele Gratulanten rund um den Erdball ein großartiges und glückliches sein wird."