Queen Elizabeth + Stella McCartney

Zum Niederknien

Große Ehre für Stella McCartney: Queen Elizabeth verlieh der britischen Designerin einen Orden. Damit reiht die sich in eine lange Liste von Stars ein, die ordensträchtige Leistungen vollbracht haben

Queen Elizabeth, Stella McCartney

Mehr als zwanzig Mal im Jahr bittet verdiente Bürger in eine ihrer Residenzen und verleiht in einer Investitur-Zeremonie im Namen ihres Premierministers Orden für herausragende Verdienste. Am Dienstag (26. März) gehörte Modedesignerin zu den neuen Ordensträgern, die im den obligatorischen Hofknicks vor ihrer Königin machten.

Weil die ganze Investitur-Zeremonie nur rund eine Stunde dauern soll, gibt es einen straffen Zeitplan. Die Queen muss rund 120 Mal Hand anlegen, einen Orden verleihen oder das Schwert zum Ritterschlag schwingen. So dauern die Mini-Audienzen, die jeder Auszuzeichnende von der Queen bekommt, nur etwa 20 Sekunden. Ein uniformierter Hofmitarbeiter verliest laut den Namen und den Grund der Ordensverleihung. Ein anderer reicht der Königin den jeweiligen Orden auf einem Samtkissen. Die Aufgerufenen treten vor die Monarchin, knicksen oder verbeugen sich, treten näher und erhalten von der etwas erhöht stehenden Queen den Orden. Währenddessen ist Zeit für etwas Smalltalk.

Vor der Queen geht selbst ein "Star Trek"-Kapitän in die Knie: Patrick Stewart erhielt Anfang 2010 den Ritterschlag.

Vor der Queen geht selbst ein "Star Trek"-Kapitän in die Knie: Patrick Stewart erhielt Anfang 2010 den Ritterschlag.

Wer den Ritterschlag erhält, kniet sogar zwei Mal nieder und bekommt dazu den so genannten Investitur-Stuhl hingestellt. Königin Elizabeth tippt mit einem Schwert, dass ihrem Vater gehörte, einmal auf jede Schulter. Nach einem kurzen Händeschütteln ist das Ganze vorbei und die Ausgezeichneten haben sich laut Protokoll einige Schritte rückwärts, noch mit dem Gesicht zu ihrem Staatsoberhaupt, zu entfernen. Damit es keine protokollarischen Patzer gibt, erhalten die Ausgezeichneten vorher eine Einführung durch Hofbedienstete, bei der ihnen unter anderem eingeschärft wird, dass man die Queen mit "Eure Majestät" oder "Ma'am" anzusprechen hat.

Royals

Königs bei der Arbeit 2013

24. Februar 2014: Prinz Philip besucht das erste Battalion der "Grenadier Guards" in der englischen Stadt Aldershot. Der Herzog von Edinburgh ist Oberst des Regiments.
26. Dezember 2013: Alle Jahre wieder: Die Queen wünscht bei ihrer Weihnachtsansprache aus dem Blue Drawing Room des Buckingham Palace in London "A merry Christmas".
16. Dezember 2013: Prinzessin Beatrice und Prinzess Eugenie besuchen die "8th Annual Charity: Water in NYC"-Gala in Brooklyn.
13. Dezember 2013: Königin Máxima trifft lokale Farmer auf ihrer Reise durch Tansania.

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Aus Stella McCartney wurde nicht "Dame Stella", aber für ihre Verdienste in der wurde ihr der "OBE" ("Officer of the British Empire") verliehen. Queen Elizabeth plauderte mit ihr, das verriet die Designerin verschiedenen Medien im Anschluss, über ihren straffen Terminkalender und darüber, dass sie die Ausstattung der britischen Olympia-Mannschaften entworfen habe. Die 86-Jährige habe zu ihr gesagt "Sie sind sehr beschäftigt", woraufhin sie geantwortet habe "Nicht so sehr wie Sie." Reporter und Fotografen fragten Stella McCartney natürlich auch nach ihrem Urteil über das Outfit der Queen. "Ich finde, sie sah sehr schick und hübsch aus", lobte die Tochter von "Beatles"-Star . Und fügte lachend hinzu: "Es hätte natürlich ein Outfit von "Stella McCartney" sein sollen - Ich habe ihr meine Karte zugesteckt."

So sieht Stella McCartneys "OBE" aus: Ein goldenes Kreuz auf roter Schleife, das angesteckt werden kann.

So sieht Stella McCartneys "OBE" aus: Ein goldenes Kreuz auf roter Schleife, das angesteckt werden kann.

Als "Officer of the British Empire" reiht sich Stella McCartney in eine lange Liste von so ausgezeichneten Stars ein. zum Beispiel wurde 2012 der "CBE" ("Commander of the British Empire") verliehen, der in der fünfstufigen Ordensgliederung sogar noch höher steht als der "OBE". Im Jahr des Thronjubiläums erhielt der Regisseur und Schauspieler den Ritterschlag und darf sich seither "Sir " nennen. , die aktuell die Queen in einem Theaterstück verkörpert, ist seit 2003 "Dame Commander of the British Empire" und darf deswegen vor ihrem Vornamen den Titel "Dame" tragen. Genauso wie beispielsweise ihre Schauspieler-Kolleginnen , und die Designerin .

Sehr viel häufiger als Schauspieler, Designer, Politiker oder Sänger zeichnet die Queen aber ganz normale Bürger und Angehörige der Streitkräfte für ihre Verdienste in Kunst, Wissenschaft, öffentlichem Dienst, in sozialen oder karitativen Einrichtungen aus. So hat alleine der 1917 gestiftete "Order of the British Empire", zu dem nun auch Stella McCartney gehört, mehr als 100.000 Mitglieder.

Um sicherzustellen, dass niemand übersehen wird, der Herausragendes leistet, liegen in öffentlichen Gebäude Vorschlagslisten aus. Außerdem kann jeder auf der Webseite der zuständigen Behörde, dem "Cabinet Office", ein Formular herunterladen, um dem Premierminister jemanden vorzuschlagen. Wer ausgezeichnet wird, findet seinen Namen dann auf einer der Listen, die die britische Regierung mehrmals im Jahr veröffentlicht und erhält etwa sechs Wochen vorher eine Einladung zur Investitur-Zeremonie aus dem Büro des Premierministers. Deswegen ist klar, dass in diesem Jahr noch weitere Stars vor Queen Elizabeth niederknien werden: Nach Stella McCartney werden beispielsweise 2013 noch Kate Bush und Orden erhalten.

Einen Einblick in die Investitur-Zeremonie gibt es hier .

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