Prinz William
© Getty Images Prinz William

Prinz William Tierschützer, aber für Trophäenjagd?

Prinz William setzt sich seit Jahren gegen Wilderei ein. Daher dürften diese Aussagen des Royals bei Tierschützer für Verwirrung sorgen: Trophäenjagd sei unter bestimmten Bedingungen in Ordnung, sagte der Prinz in einem Interview

Dass die königliche Familie gerne mal auf die Jagd geht, ist kein Geheimnis. Das gehört in ihren Kreisen zum guten Ton. Auch Prinz William und Herzogin Catherine haben in der Vergangenheit an royalen Jagdausflügen teilgenommen. Zuletzt wohl am 34. Geburtstag der Herzogin im Januar. Am Ehrentag von Kate soll das Paar auf dem königlichen Anwesen Sandringham im britischen Norfolk zur Flinte gegriffen haben und jagen gegangen sein.

William setzt sich für den Schutz bedrohter Arten ein

Gleichzeitig setzt sich der Prinz als Präsident der Organisation "United for Wildlife" seit Jahren für bedrohte Tierarten ein. Dafür startete er unter anderem bereits Kampagnen gegen den illegalen Handel mit Nashorn-Hörnern und Elefantenstoßzähnen.

Doch ein neues Interview mit dem 33-Jährigen dürfte Tierschützer weltweit verwirren. So rechtfertigte der britische Royal in dem Gespräch mit dem Fernsehsender "ITV" die kommerzielle Jagd.

Naturschützer, aber für kommerzielles Jagen - wie passt das zusammen?

"Das ist zwar nicht jedermanns Sache, aber ein Argument für eine regulierte und kontrollierte Jagd ist, dass das Geld, das durch das Erschießen von sehr alten und schwachen Tieren verdient wird, wieder in den Schutz bedrohter Tierarten fließt", erklärt der zukünftige Thronfolger seinen Standpunkt.

"Wenn ein Tier am Ende seines Lebens unfruchtbar ist und irgendjemand Geld dafür bezahlen würde [es zu jagen] - ich würde das nicht tun - und das Geld schließlich wieder in den Tierschutz fließt, ist das ein vertretbares Mittel, um sehr bedrohte Spezien erhalten zu können", führt Prinz William sein Argument weiter aus.

Mit dieser Meinung stehe er nicht alleine da, betonte der britische Royal. "Es gibt viele bekannte Naturschützer, die meinen, dass es ein Gleichgewicht geben muss. Das ist natürlich ein schmaler Grad, der ein hohes Maß an Regulierung braucht", fügt er hinzu.

Kritik an Jagdausflug in Spanien

Schon 2014 wurde der Prinz für einen Jagdausflug kritisiert: Damals ging er mit seinem Bruder Prinz Harry in Spanien auf die Jagd nach Wildschweinen, Fasanen und Hirschen. Pikant war vor allem das Timing: Am darauffolgenden Tag startete William seine "United for Wildlife"-Kampagne, eine Intiative gegen Wilderei und illegalen Wildhandel. Ein unglückliches Timing, das jedoch nicht das Engagement des Royals für die Umwelt schmälern sollte, lautete damals die Stellungnahme des Palastes.

George und Charlotte sollen es ihm nachmachen

So ist es dem zweifachen Vater auch ein Anliegen, das Bewusstsein für den Tierschutz an seine Kinder weiterzugeben. "Ich würde mich sehr freuen, George und Charlotte in Afrika zu sehen und es wäre wundervoll, wenn sie sich wie ich für dieses Thema interessieren würden und die gleichen Ziele verfolgen würden."