Prinz Amedeo: Prinz Amedeo und seine Frau Lili bei ihrer Hochzeit 2014.
© Getty Images Prinz Amedeo und seine Frau Lili bei ihrer Hochzeit 2014.

Prinz Amedeo Zurück in der Thronfolge

König Philippe von Belgien hat seinem Patensohn und Neffen Prinz Amedeo nachträglich die Zustimmung zur Hochzeit erteilt. Das verändert die belgische Thronfolge erneut

Nun ist es offiziell: Wie verschiedene belgische Medien, darunter "Lalibre.be", berichten, hat Prinz Amedeo von Belgien rückwirkend seinen Platz in der Thronfolge wieder. Der älteste Sohn von König Philippes Schwester Prinzessin Astrid hatte am 5. Juli 2014 in Rom seine Verlobte Elisabetta "Lili" Rosboch von Wolkenstein geheiratet. Allerdings hatte er vor der romantischen Vermählung nicht um die formelle Genehmigung seines Onkels gebeten. Diese brauchte es aber laut Artikel 85 der belgischer Verfassung, um den Platz in der Thronfolge behalten zu können.

Zustimmung im Nachhinein

Prinz Amedeo: Maximilian Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg und seine schöne Franziska (geb. Balzer) hatten schon Ende des Jahres 2015 standesamtlich geheiratet, nun holten sie sich den kirchlichen Segen. Prinzessin Franziska strahlte wunderschön und standesgemäß in einem elfenbeinfarbenen Traum aus Spitze und Seide, mit zartem Diadem, langer Schleppe und verträumten Hortensien-Bouquet.
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In dem von "Lalibre.be" zitierten, sehr knappen königlichen Dekret vom 24. November heißt es, die nachträgliche Zustimmung sei wirksam ab dem 4. Juli 2014. Der König hat also seine Einwilligung auf den Tag vor dem Jawort von Lili und Amedeo datiert. Damit rangiert der 29-Jährige nun ganz offiziell wieder auf Platz sechs der Thronfolge. Da vor ihm allerdings die vier Kindern von König Philippe und Königin Mathilde (und seine Mutter) kommen, sind Amedeos Aussichten auf die Krone ohnehin eher theoretisch. Repräsentative Aufgaben übernimmt er nicht und arbeitet im Finanzsektor, seine Frau ist Journalistin.

Durch die nachträglich erteilte Zustimmung zur Hochzeit steht zu vermuten, dass Lili offiziell den Titel einer "Prinzessin von Belgien" führen kann. Zuvor war in belgischen Medien spekuliert worden, dass sie lediglich den Titel einer "Erzherzogin von Österreich" tragen könne. Diesen brachte ihr Schwiegervater Prinz Lorenz, als Mitglied des Hauses Habsburg-Este, bei seiner Hochzeit mit Prinzessin Astrid 1984 mit in die Ehe. Und dieser ist entsprechend unabhängig von einer Hochzeitszustimmung des Königs an seine Kinder gegangen.

Eine Heirat kann Titel und Thron kosten

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Dass königliche Prinzen und Prinzessinnen vor ihrer Hochzeit beim regierenden Monarchen um Erlaubnis bitten müssen, ist keine Seltenheit. Allerdings gilt die Zustimmung des jeweiligen Regenten oder der Regierung eigentlich als Formsache.

Mitunter wird sie aber auch verweigert: 2003 wollte Königin Beatrix' Sohn Prinz Friso Mabel Wisse Smith vor den Traualtar führen. Da die Verlobte des Königinnensohnes allerdings eine schlagzeilenträchtige Vergangenheit vorzuweisen hatte, entstand der Skandal "Mabelgate". Die niederländische Regierung stimmte der Heirat nicht zu. Damit verlor der Prinz 2004 mit der Eheschließung seine Zugehörigkeit zum niederländischen Königshaus und den Titel "Prinz der Niederlande". Seine Witwe trägt heute den Titel Prinzessin von Oranien-Nassau.