König Juan Carlos

Jetzt geht's um Geld!

Von Elefantenjagd bis Ehebruch: Skandale waren die Spanier von König Juan Carlos schon gewöhnt. Mutet er seinem Volk mit dem jüngsten Eklat zu viel zu?

König Juan Carlos, Königin Sofia, Prinz Felipe, Prinzessin Letizia, Prinzessin Infanta Elena

König Juan Carlos, Königin Sofia, Prinz Felipe, Prinzessin Letizia, Prinzessin Infanta Elena

Das Ansehen der spanischen ist auf einen historischen Tiefpunkt abgesackt. Kein Wunder: Seit einem Jahr jagt ein Skandal den nächsten. So soll , 40, vor ihrer Ehe mit Thronfolger Felipe, 45, ein Kind abgetrieben haben. Ihr Schwager Iñaki Urdangarín, 45, muss sich wegen Verdachts auf Geldwäsche und Steuerbetrug in Höhe von sechs Millionen Euro vor Gericht verantworten. Und König selbst machen seit einer Weile Gerüchte über Seitensprünge und eine Elefanten-Safari schwer zu schaffen. Nun aber geht es auch bei dem 75-jährigen Monarchen um Geld. Viel Geld. Die Zeitung "" schrieb, dass er vor 20 Jahren von seinem verstorbenen Vater neben zahlreichen Immobilien auch 7,8 Millionen Euro geerbt und diese auf drei Schweizer Bankkonten deponiert habe. Am Fiskus vorbei.

Die Empörung ist groß. Die hohe Arbeitslosigkeit und die allgemeine Wirtschaftskrise haben die Bürger für das Thema Korruption sensibel gemacht. Während der Palast zunächst eine Stellungnahme zu den Vorwürfen verweigerte, nahmen Steuerfahnder die königlichen Konten und Steuererklärungen unter die Lupe. Sie suchten nach eigener Aussage fleißig, fanden aber in der Tat keinen Beleg darüber, dass Juan Carlos das geerbte Vermögen je versteuert hätte. Jetzt äußerte sich doch noch ein Palastsprecher zu den Vorgängen: Der König habe mit dem Geld die Schulden seines Vaters beglichen – und die Schweizer Konten bereits 1995 aufgelöst. Man gehe davon aus, dass die Testamentsvollstrecker sich um die Zahlung der Erbschaftssteuer gekümmert hätten. Obgleich man die Belege nun nicht mehr im Zarzuela-Palast finden könne ...

Spaniens Königspaar

Felipe und Letizia mit ihren Töchtern

17. Mai 2017  Zusammen mit ihren Mitschülern der Santa Maria de los Rosales Schule bekommt Sofia ihre Erstkommunion - wie ihre Schwester Leonor vor zwei Jahren.
17. Mai 2017  Wie alle Kinder tragen trägt Sofia an diesem besonderen Tag die Uniform ihrer Schule, während ihre Schwester Leonor ein schlichtes Kleid in blau gewählt hat.
17. Mai 2017  An so einem Tag dürfen Familienmitglieder und Paten nicht fehlen. Begleitet wird Sofia von ihren Eltern, den Großeltern König Juan Carlos und Königin Sofia, Jesús Ortiz und Paloma Rocasolano (die auch Sofias Taufpatin ist), ihre Stiefgroßmutter Ana Togores, ihrer Urgroßmutter Menchu Alvarez del Valle sowie ihren Patenonkel Prinz Konstantin-Assen von Bulgarien.
16. April 2017  Am Ostersonntag geht König Felipe mit seiner Familie traditionell auf Mallorca in die Messe. Königin Sofia ist mit dabei.

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Im Visier der Justiz: Infantin Cristinas Ehemann Iñaki Urdangarín muss sich wegen Korruptionsverdachts vor Gericht verantworten. Sie selbst wurde kürzlich des Steuerbetrugs verdächtigt.

Im Visier der Justiz: Infantin Cristinas Ehemann Iñaki Urdangarín muss sich wegen Korruptionsverdachts vor Gericht verantworten. Sie selbst wurde kürzlich des Steuerbetrugs verdächtigt.

Für die Finanzbehörden klingt das nach einer faulen Ausrede: Zumindest beim Notar müssten die Dokumente noch vorliegen, jedenfalls in digitalisierter Form. "Zu sagen, man finde die Erbschaftsunterlagen nicht, bedeutet, das Finanzamt und alle Steuerzahler auf den Arm zu nehmen", so der Verfassungsrechtler und Königshausexperte Antonio Torres del Moral gegenüber "Gala". "Die Spanier wollen ihren Monarchen und die ganze Königsfamilie als Vorbilder betrachten. Davon kann spätestens jetzt aber nicht mehr die Rede sein. Im Gegenteil!"

Spaniens Royalisten bleibt nun noch die Hoffnung, dass sich die Steuerfahnder erneut geirrt haben. Schon vor wenigen Wochen unterlief den Beamten bei den Untersuchungen der Affäre um Iñaki Urdangarín ein schwerer Fehler. Bei der Prüfung von Steuererklärungen der zunächst ebenfalls verdächtigten Ehefrau Urdangaríns, Prinzessin Cristina, 48, spürten die Ermittler angeblich Immobilienverkäufe auf, die niemals versteuert wurden. Doch bereits vier Tage später musste sich Spaniens Finanzminister Cristóbal Montoro öffentlich entschuldigen: Falsch erfasste Ausweisnummern hätten zu einem Irrtum geführt.

Ob König Juan Carlos auch so glimpflich davonkommt? Selbst wenn – das Image des großen Vorbilds wird er kaum wiedererlangen können.

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