Mary von Dänemark
© Getty Mary von Dänemark

Mary von Dänemark Baby gut - alles gut?

Australien jubelt mit Mary von Dänemark über die Geburt ihrer Tochter. Der Vorwurf, sie sei eine "Rabenmutter", scheint erst mal vergessen

Zwar ist es in Australien

gerade mitten in der Nacht, doch die Meldung verbreitet sich trotzdem rasend schnell. "Prinzessin Mary von Dänemark hat am Samstag in Kopenhagen eine Tochter zur Welt gebracht", jubelt zum Beispiel die Online-Ausgabe der Tageszeitung "The Daily Telegraph". Begeistert wird berichtet, die Kleine wiege 3350 Gramm und sei 50 Zentimeter groß. Mutter und Kind gehe es gut.

So aufrichtig die Freude Down Under sein mag ­- sie steht im krassen Gegensatz zu dem, was sich Mary von Seiten der Medien ihrer ehemaligen Heimat noch vor Kurzem anhören musste. Eine "Rabenmutter" sei die 35-Jährige, weil sie ihren Sohn Christian, der gerade mal 18 Monate alt ist, schon jetzt in die Kinderkrippe gegeben hat. Das kennt man so nicht in Australien.

Der kleine Christian von Dänemark abgeschoben in die Kinderkrippe - so lautete die Kritik an Mama Mary
© GettyDer kleine Christian von Dänemark abgeschoben in die Kinderkrippe - so lautete die Kritik an Mama Mary

Die Illustrierte "Woman's Day" suchte nach Gründen für Marys Verhalten, vermutete, es sei ihr nicht genug, nur für ihre Kinder da zu sein, sie suche Freiräume für sich selbst. Kurz: Sie sei eine schlechte Mutter. Die Prinzessin brach in Tränen aus, als sie die Berichte las. Damit wenigstens ihre australische Familie die Entscheidung versteht, führte sie lange Telefonate mit Vater und Stiefmutter.

Das Verständigungsproblem zwischen den Kontinenten sitzt tief

Auch wenn die Geburt der kleinen Prinzessin die Australier nun ein wenig zu versöhnen scheint: Das Verständigungsproblem zwischen den Kontinenten sitzt tief. Australische Kinder werden meist zu Hause von ihren Müttern versorgt und gehen frühestens mit drei Jahren -­ für zwei oder drei Tage pro Woche ­- in den Kindergarten. In dem weitläufigen Land gilt die häusliche Betreuung als die wertvollste. Berufstätige Frauen müssen nach wie vor mit Vorurteilen kämpfen.

In Dänemark dagegen kann sich niemand erklären, warum man Mary und ihrem Ehemann Prinz Frederik, 38, vorwerfen sollte, schlechte Eltern zu sein. Es ist in Skandinavien üblich, Kinder bereits mit sechs Monaten in eine Betreuungseinrichtung zu bringen. Der Nachwuchs soll früh soziale Kontakte zu anderen Kindern bekommen.

Christian soll Spielkameraden haben

Übrigens war das auch das Argument für Thronfolger Frederik, seinen Sohn in einen öffentlichen Kindergarten zu geben. Er selbst und sein Bruder Joachim, 37, hatten lediglich eine private Erzieherin ­- und keine Spielkameraden.

Für so viel Liberalität scheinen viele Australier noch nicht reif zu sein. Manche mutmaßen sogar, die Entscheidung für eine Krippe könne Mary doch gar nicht selbst gefällt haben, der Hof habe ihr wohl die "mütterliche Macht" entzogen. Dabei wird übersehen, dass Mary und Frederik sich in Erziehungsfragen einig sind und ihnen die pädagogische Linie, die in Christians Kinderkrippe verfolgt wird, sehr gefällt. Seine kleine Schwester, die gemäß der Tradition im dänischen Königshaus erst bei der Taufe offiziell einen Namen bekommt, darf sicher auch schon bald hin.