Boxer Felix Sturm
© Getty Boxer Felix Sturm

TV-Tipp Boxen: "Kann ich jedem empfehlen"

Ein Vertreter der jungen Boxer-Generation - smart und mit guten Manieren ist Felix Sturm die beste Werbung für seinen Sport. Sein Traum: Zum nächsten Kampf kommt Bundeskanzlerin Merkel

Die Zuschauerzahlen sprechen für sich: 13 Millionen Menschen verfolgten in Deutschland den letzten Klitschko-Kampf am Bildschirm, fast 17 Millionen waren es beim sensationellen Comeback von Henry Maske. Spielten vor ein paar Jahren noch Skandale um Rüpelboxer wie Mike Tyson die Hauptrolle, treten heute gebildete, smarte Typen im Ring gegeneinander an. Felix Sturm ist einer davon. Über den neuen In-Sport spricht der 28-Jährige im GALA-Interview.

GALA: Von Ihnen stammt das Zitat "Wer an Gott glaubt, hat schon gewonnen". Passt diese religiöse Aussage zum doch oft brutalen Boxsport?

Felix Sturm: Jeder Sport kann brutal sein. Wenn ich mir die Grätschen beim Fußball anschaue und die Fouls beim Handball oder beim Eishockey, dann finde ich, Boxen ist eine Sportart wie jede andere auch.

GALA: Aber Sie tun Ihren Gegnern doch mit Absicht weh.

Ich versuche, taktisch zu boxen. Mir geht es nicht um einen schnellen Knockout, normalerweise möchte ich nach Punkten siegen. Ich kann diesen Sport jedem empfehlen. Er beansprucht den ganzen Körper, und den Kopf noch dazu. Wer einfach nur drauf loshaut, findet schnell sein Ende. Sollte jeder mal ausprobieren.

GALA: Finanzbeamte, Ärztinnen oder Friseure sollen die Fäuste fliegen lassen?

Natürlich! Boxen schult das Reaktionsvermögen, das Körpergefühl, Kraft und Kondition. Ich kenne auch einige Prominente, die sich damit fit halten.

GALA: Inzwischen fiebern auch immer mehr VIPs am Ring mit.

Stimmt. Ich weiß aber nicht, ob das immer echtes Interesse am Kampf oder doch eher am roten Teppich ist. Mich freut es trotzdem. Denn es zeigt, dass der Sport endlich raus ist aus seiner alten Schublade.

GALA: Wen würden Sie denn gerne mal bei einem ihrer Kämpfe begrüßen?

Angela Merkel wäre toll.

GALA: Damit sie sich besser gegen die Opposition wehren kann?

Damit die Kanzlerin diesen Sport besser beurteilen kann. Und vielleicht würde sie sich dann für mehr Trainingsmöglichkeiten für Jugendliche einsetzen.Vor allem in Problemvierteln würde das bestimmt Wunder wirken.

Der Leverkusener Felix Sturm kämpft am 28. April in Oberhausen gegen Javier Castillejo um den WM-Titel im Mittelgewicht - live im ZDF