Yoga - Bryan Kest

"Neulich habe ich Sting abgesagt"

Er kommt nicht zu den Stars, die Stars kommen zu ihm: Bryan Kest ist einer der erfolgreichsten Yogalehrer der Welt. Gala hat sich bei ihm auf die Matte gelegt

Bryan Kest

Bryan Kest

Nach 90 von 180 Minuten Power-Yoga

mit Bryan Kest irrlichtert vor meinem dritten Auge die Grundsatzfrage allen Daseins: Was mache ich hier? Schnappatmend liege ich auf der Öko-Matte, meinen Kopf durchpulst der Yoga-Lehrsatz schlechthin: Geh an deine Grenzen - und darüber hinaus. Ich bin nah dran, kurz vor dem "Darüber hinaus" in Ohnmacht zu fallen.

Da Bryan Kest keine Privatstunden gibt, sieht man auch Drew Barrymore ab und zu beim öffentlichen Yoga-Unterricht in Santa Monic

Da Bryan Kest keine Privatstunden gibt, sieht man auch Drew Barrymore ab und zu beim öffentlichen Yoga-Unterricht in Santa Monica

Aber beginnen wir von vorn. An einem sonnigen Sonntag sitzen und liegen rund 70 Yoginis im neuen Hamburger Inspya-Power- Yoga-Studio auf einem Patchwork aus dicht gelegten Matten. Auf dem Programm: drei Stunden Workshop mit Bryan Kest, dem amerikanischen Power-Yoga-Erfinder. Die Schüler meditieren in Rückenlage oder im Lotussitz. Manche praktizieren für Neulinge rätselhaften Fortgeschrittenen-Smalltalk: "Das ganze Jahr nahm er nicht einmal das Wort Mula Bandha in den Mund", flüstert hinter mir ein Mittdreißiger, seine Nachbarin quittiert diese Ungeheuerlichkeit mit einem entsetzten Gesichtsausdruck.

Kest meditiert unterdessen seelenruhig auf großen Bodenkissen. Als er aufsteht, kehrt Ruhe ein. Und dann? Einige knappe Details zum Ablauf – schon geht es stramm voran, vom Sonnengruß bis zur letzten Drehübung. Das ist Bootcamp-Yoga, dynamisch, schweißtreibend; Höchstleistung ohne Pause. "Der Tag hat nicht genug Stunden, um alles zu machen, deshalb suche ich mir im Yoga die Sachen raus, die am meisten Power haben!" Kest klingt, wie er aussieht: nach 100 Prozent Mann. "Für alle über 40 machen wir ein entspannteres Warm-up", hatte er noch gesagt - und gibt später zu: "Das gilt nun auch für mich. Um ehrlich zu sein: Ich habe es schon gebraucht, als ich noch viel jünger war - ich habe es bloß nicht gemerkt!"

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Trockener Humor ist eines seiner Charakteristika, noch aus den schwierigsten Asanas prusten die Übenden Lachsalven hervor. "Was machst Du mit deiner Unterlippe?", fragt Kest eine angespannt posierende Frau: "Mach das nicht! Wenn es zu anstrengend ist, geht raus und atmet. Entspannt euch in der Bewegung, alles andere ist kein Yoga."

Auch in Hamburg hat Bryan Kest jetzt ein "Power Yoga"-Studio eröffnet

Auch in Hamburg hat Bryan Kest jetzt ein "Power Yoga"-Studio eröffnet

Mit 45 Jahren sieht der Vater zweier Kinder (zwei und drei Jahre), Yogini seit seinem 15. Lebensjahr, gut zehn Jahre jünger aus und hat einen Body, wie man ihn in seiner Heimat anbetet: Athletisch, ohne zu muskulös zu sein, Körperkontrolle pur - so möchten auch jenseits von Hollywood viele aussehen und erhoffen sich vom Yoga einen Weg zum Ideal-Ich, Knack-Po inklusive. "Gutes Aussehen und Jugendlichkeit erhalten zu wollen ist nicht Yoga. Ob in München oder Monaco, die Gründe, Yoga zu machen, sind überall gleich, weil es jedem dasselbe gibt. Los Angeles ist verrückt, viele dort sind oberflächlich körperfixiert, aber gleichzeitig ist dort die größte Yoga-Gemeinde überhaupt."

Kest fliegt pro Monat sechs Tage durch die Welt und zählt zu den Bestverdienern der Szene. Privat- unterricht schließt er aus: "Neulich habe ich Sting absagen lassen, ich sollte zu ihm nach Malibu kommen, seine Frau wollte Einzelunterricht. Mich langweilt das. Früher brauchte ich drei Espressi, um nicht einzuschlafen. Zu meinem Unterricht kann jeder kommen, und in L.A. sind das natürlich auch Celebritys".

Läge ich also in seinem Studio in Santa Monica, atmete sich möglicherweise Drew Barrymore in die Pose des "nach unten schauenden Hundes"? "Wenn sich Drew nach dem Unterricht mit einem glücklichen Gesicht bedankt, würde niemand die Multimillionärin in ihr sehen. Weil ich kaum fernsehe, kenne ich die VIPs eh nicht. Michael Jackson hätte ich erkannt, aber der kam nie."

Alke von Kruszynski

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