Waverly Inn, Jennifer Lopez
© WireImage.com Waverly Inn, Jennifer Lopez

Waverly Inn Vorspeise: Heisse Gerüchte

Im exklusiven New Yorker "Waverly Inn" bekocht John DeLucie VIPs in Plauderlaune. Nur für die Kellner gilt: Wer zu viel redet, fliegt

Von den gerösteten Karotten

war Karl Lagerfeld dermaßen angetan, dass er sie eine Woche lang für seine Entourage ins Hotel liefern ließ. Andere Gäste favorisieren die Trüffel-Pasta für rund 40 Euro, Burger nach Art des Hauses oder Blaubeer-Pfannkuchen. Die Handvoll Gerichte, die Chefkoch John DeLucie im "Waverly Inn" anbietet, finden sich lediglich auf Zetteln, die im Lokal ausliegen. Aber hinter der grünen Holztür geht es ja auch um mehr als ums Essen: In exklusiver Atmosphäre trifft sich die Celebrity-Elite zum Sehen und Gesehenwerden.

Der gebürtige Italiener John DeLucie bekocht die Stars
© WireImage.comDer gebürtige Italiener John DeLucie bekocht die Stars

Fast unmöglich für Normalsterbliche, einen der 110 Sitzplätze zu ergattern. Wer reservieren will, muss erst irgendwie an die Geheimnummer von DeLucies Geschäftspartner, "Vanity Fair"-Chef Graydon Carter, kommen. Hollywood-Ikone Robert De Niro ist das gelungen, genauso wie Madonna und Beyoncé. Warum bei allen Gästen Tisch 217 nicht gerade beliebt ist, verrät John DeLucie jetzt in seiner Biografie: Es ist der lauteste, direkt am Eingang zur Küche. Wie soll man da die jüngsten Gerüchte austauschen ...

Sie haben gerade Ihre Biografie "The Hunger" veröffentlicht. Warum kein Kochbuch?

Weil ich der Welt das zigste Rezept für Brathähnchen ersparen wollte. Ich wollte die Menschen ermutigen, ihrem Traum zu folgen. Ich war schon über 30, als ich mich entschieden habe, Koch zu werden. Man hat mich für verrückt gehalten, als ich meinen Job als Headhunter kündigte und einen Kochkurs belegte. Und jetzt habe ich ein erfolgreiches Restaurant in New York.

Das klingt sehr bescheiden. Ihr Restaurant ist in Wahrheit der In-Laden schlechthin. Liegt das an den Käse-Makkaroni mit Trüffeln, dem wohl berühmtesten Gericht des Hauses?

Auch. Und an unserem Pot pie. Ganz ehrlich: Wir sind keine kulinarische Sensation. Wir bieten Gerichte an, die gut schmecken, frisch zubereitet sind und ein Gefühl von zu Hause geben. Man soll sich hier wohl fühlen.

Scheint zu klappen. Die VIPs kommen in Scharen.

Das liegt an meinem Partner Graydon Carter. Als Chefredakteur von "Vanity Fair" ist er sehr beliebt. Im Grunde sind wir eine Art Stammtisch für die Nachbarschaft. Die ist halt nur sehr berühmt.

Victoria und David Beckham gehen gerne mal zu einem romantischen Dinner ins Waverly Inn
© WireImage.comVictoria und David Beckham gehen gerne mal zu einem romantischen Dinner ins Waverly Inn

Normalos kriegen kaum einen Tisch. Wenn doch, kommen die meisten sicher, um sich die berühmten Schauspieler anzugucken.

Die meisten Gäste kommen aus dem Viertel und sind an berühmte Gesichter gewöhnt. Kaum jemand fragt nach einem Autogramm. Mir ist aber aufgefallen, dass Promis andere Promis beobachten.

Wenn Susan Sarandon ihren Lebensgefährten Tim Robbins mitbringt - wie kommt dieser Riese durch den winzigen Eingang?

Irgendwie klappt das immer. Beschwert hat sich noch niemand.

Bei welchem Gast sind Sie nervös geworden?

Bei Robert De Niro. Ich bewundere ihn sehr und fühle mich extrem geehrt, dass jemand seines Kalibers bei mir isst.

Es heißt, eine Kellnerin wurde entlassen, weil sie sich von Will Smith nach dem Essen zum Cocktail einladen ließ ...

Das ist richtig. Sich mit den Gästen anzufreunden, ist tabu. Auch wer Infos an die Presse gibt, fliegt sofort raus. Unsere Verträge sind da eindeutig.

Wie kommen Sie als Spätzünder mit Ihren Koch-Kollegen zurecht?

Köche sind generell neidische Menschen. Viele fragen sich, wie ich es geschafft habe, das "Waverly Inn" so erfolgreich zu machen. Mein Rezept lautet: viel Arbeit und eine Prise Glück. Und eine italienische Großmutter, die mir die Leidenschaft fürs Kochen weitergegeben hat.

Grüne Holzvertäfelung, Klapptische: Die Terrasse des "Waverly Inn" passt zum lässigen Greenwich Village
© Getty ImagesGrüne Holzvertäfelung, Klapptische: Die Terrasse des "Waverly Inn" passt zum lässigen Greenwich Village