Vierbeiniger Trend

Auf den (Schoß-)Hund gekommen

Seit Britney, Paris und Co. den Schoßhund-Trend vormachten, stieg die Nachfrage nach den kleinen "Handtaschen-Hunden". Ein Trend, der Tierschützern ein Dorn im Auge ist

Ashley Tisdale

In der September-Ausgabe des amerikanischen Frauen-Magazins "" verrät , ein absolutes Must-Have seien momentan keinesfalls die schicken Pumps oder eine bestimmte Ledertasche, sondern ein vierbeiniger Gefährte.

Derlei Aussagen dürften gerade Tierschützer in aller Welt momentan auf die Palme bringen. Sie kritisieren den bereits seit Jahren anhaltenden Trend, der kleine Hunde zu modischen Accessoires verkommen lässt. Seit internationale Stars wie Hilton und nur noch mit ihren kleinen Chihuahuas auf den Roten Teppich traten, sei der Verkauf dieser kleinen Hunde dramatisch gestiegen. Dies bestätigte unter anderem ein Sprecher der britischen Supermarktkette "Sainsbury", die diese Hunde versichert.

Paris Hilton heizte den Trend zum Modehund entscheidend an

Paris Hilton heizte den Trend zum Modehund entscheidend an

Neal Devine, Versicherungsmanager bei "Sainsbury" sagt: "Die Beliebtheit von Stars wie und Britney Spears und deren kleinen Rassehunden hat die Nachfrage nach den 'Handtasche-Hunden' geradezu angeheizt."

Er wie auch Tierschutzverbände warnen davor, Hunde aus modischen Gründen zu kaufen. Außerdem sei das Tragen der Hunde in kleinen meist großer Stress für die Vierbeiner. "Ein Tier sollte niemals wie ein schickes Accessoire betrachtet werden und man sollte nie einem Modetrend folgen, wenn man sich nach einem Hund umsieht."

Die Sprecherin des Tierschutzverbandes "Humane Society", Stephanie Shain, sieht in dem Trend noch ein weiteres Problem: "Diese unnatürlich klein gezüchteten Hunde leiden an Unterzuckerung und schlechtem Knochenbau, was sie extrem gebrechlich macht". Zudem verstießen manche Züchter gegen die Vorschriften und hielten ihre Hunde wie "Geburtsmaschinen" in winzigen Käfigen. Mit dem Ansteigen der Nachfrage, steigen auch die schlechten Zuchtbedingungen für die Tiere.

Schnoodle, Labradoodle und Co.

Mickey Rourke brachte seinen kleinen Hund Loki zu den diesjährigen Filmfestspielen in Venedig

Mickey Rourke brachte seinen kleinen Hund Loki zu den diesjährigen Filmfestspielen in Venedig

Doch noch ist kein Ende des Trends in Sicht. Ganz im Gegenteil: Züchter kreieren für ihre zahlungskräftigen Kunden immer ausgefallenere Rassen. Durch das Kreuzen zweier beliebter Hunderassen, entstehen neue trendige Kreationen. Sie heißen Schnoodle, Labradoodle oder Golden Doodle und erfreuen sich auch bei den Hollywoodstars äußerst hoher Beliebtheit.

Neuerlich muss meist einer der zu kreuzenden Hunde ein Pudel sein, damit aus der neuen Rasse ein möglichst pflegeleichtes Exemplar wird. Er haart nicht so sehr, bellt so gut wie nie und passt in jedes noch so kleine Handtäschchen. So verlangt das Tier wirklich kaum mehr Aufmerksamkeit als ein Modeaccessoire, das nach dem Auftritt auf dem Roten Teppich schließlich auch ganz schnell wieder im Kleiderschrank verschwinden kann.

Und noch etwas haben die Vierbeiner mit anderen modische Must-Haves gemeinsam: Genau wie Fashion-Victims auf so manche Pradatasche einige Monate warten müssen, so müssen sich auch die zukünftigen Hundelhalter gedulden - und zwar mindestens sechs Monate. Bis zu 3.000 Euro kostet dann das hübsche lebendige Beiwerk, das leider oftmals nach wenigen Jahren im Tierheim landet.

Es gibt aber auch viele Besitzer von Design-Hunden, die um ihren Vierbeiner einen regelrechten Hype veranstalten. Maßanfertigungen für Hunde sind keine Seltenheit mehr. Boutique-Besitzer Steven Cohen bietet seinen Kunden in Florida nicht nur Trockenfutter und Gummiknochen an: Hier gibt es für die Minihunde Cheerleader-Kostüme, Sommerkleidchen und komplette Hochzeitsgarderoben. Auch Aromatherapien und Massagen werden gerne und oft für die Tiere gebucht. Doch auch hier ist die Frage, wem dieser Trend mehr Spaß bringt, Hund oder Herrchen?

rbr

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