Sebastian Copeland, Orlando Bloom
© Copeland Sebastian Copeland, Orlando Bloom

Sebastian Copeland Ich liebe das Abenteuer

Sebastian Copeland ist Fotograf und Umweltaktivist. Auf seinen riskanten Reisen begleiten ihn oft Hollywood-Stars wie sein Cousin Orlando Bloom

Neben Sebastian Copeland

, 46, fühlt man sich erst einmal irgendwie unbedeutend. Der Brite kämpft mit seiner ganzen Kraft gegen die Zerstörung der Umwelt und könnte locker wochenlang in der Wildnis überleben - während man selbst schon bei der Bestimmung der Himmelsrichtungen Probleme bekommt und stolz ist, wenn man das Altglas im Container entsorgt.

Für sein Engagement wurde Sebastian Copeland schon oft geehrt, zuletzt mit dem GALA Spa Award.
© Axel KirchhofFür sein Engagement wurde Sebastian Copeland schon oft geehrt, zuletzt mit dem GALA Spa Award.

Doch Copeland, der Fotograf, Abenteurer und Umweltaktivist, hebt im Gespräch die ohnehin eingebildete Distanz sofort auf. Beim Treffen mit GALA im Hotel "Brenner's" in Baden-Baden plaudert er locker über seine Herzensangelegenheit, den Naturschutz, aber auch über Punkrock und seinen Cousin Orlando Bloom, 33. Copeland ist einer dieser Menschen, die spät im Leben ihre wahre Bestimmung finden, dann aber ihre Sache mit ungeheurer Energie vorantreiben.

Jahrelang drehte er Werbe- und Musikclips in Los Angeles und rückte als Fotograf Filmstars ins rechte Licht. Erst mit Mitte 30 entdeckte er seine Leidenschaft für den Umweltschutz. Seitdem macht er mit ebenso aufwendigen wie riskanten Expeditionen zum Nord- und Südpol und spektakulären Fotografien auf den Klimawandel aufmerksam.

Was war die gefährlichste Situation, in die Sie jemals geraten sind?
Ich habe einige bedenkliche Dinge erlebt, aber die schlimmste Sache passierte 2008, als ich auf Devon Island in der Arktis war. Ich hielt gerade nach Bären Ausschau, als das Eis, auf dem ich mich befand, brach und in Bewegung kam. Plötzlich gab es keine Verbindung zur Insel mehr, und ich saß auf den treibenden Platten fest - nur mit meiner Pistole, der Kamera und zwei Energieriegeln. Da dachte ich, jetzt ist es aus.

Mit Brigitte Nielsen war Sebastian Copeland von 1990 bis 1992 verheiratet. Damals arbeitete der Brite als Werbefilmer und Celebrity- Fotograf in L. A.
© WireImage.comMit Brigitte Nielsen war Sebastian Copeland von 1990 bis 1992 verheiratet. Damals arbeitete der Brite als Werbefilmer und Celebrity- Fotograf in L. A.

Wie verhält man sich in so einem Moment?
Das Wichtigste ist: keine Panik! Das würde nur dazu führen, dass man dämliche Entscheidungen trifft. Und die können tödlich sein.

Das sagt sich so leicht.
Stimmt, aber man kann das trainieren. Angst existiert nur in der Vorstellung. Du bist der Meister deines Schicksals, der Kapitän deines Schiffs. Was dich bis zu diesem Punkt gebracht hat, bringt dich auch zum nächsten.

Wie haben Sie sich damals gerettet?
Über fünf Stunden bin ich auf dem Eis hin und her gelaufen. Ich habe Salzwasser getrunken, um nicht zu dehydrieren. Dann haben sich einige Platten günstig verschoben, so dass ich von Scholle zu Scholle springen konnte, bis ich schließlich das Festland erreichte. Als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, habe ich mich auf den Boden geworfen und meine Hände in die Erde gegraben.

Sie riskieren viel. Ärgert es Sie, dass es trotzdem mit dem Umweltschutz nicht wirklich voran geht?
Ich bin gern in der Natur, ich liebe diese Reisen und die Strapazen, die sie mit sich bringen. Für mich ist das so normal wie das Atmen. Was mich frustriert ist, wie wir Menschen uns aus unserer Verantwortung stehlen. Wir zerstören den Planeten und machen uns gerade unsere eigene Lebensgrundlage kaputt. Und wenn dann irgendwer behauptet, der Klimawandel falle gar nicht so drastisch aus - machen wir weiter wie bisher.

Früher waren Sie mal mit Brigitte Nielsen verheiratet, haben Werbefilme gedreht und Filmstars fotografiert. Was hat Sie zum Umweltaktivisten werden lassen?
(lacht) Ja, auf den ersten Blick wirkt das komisch, aber mir war schon als Kind klar, dass ich ein Abenteurer werden wollte. Das kommt von meinem Großvater mütterlicherseits. Er war Arzt, leidenschaftlicher Jäger und Fotograf und hat in Indien und Afrika gelebt. Am meisten Spaß hat es ihm immer gemacht, meiner Schwester und mir seine riesige Dia-Sammlung vorzuführen. Klick, klick, schaut mal hier Kinder – Grandpa in Safari-Kleidung, hier die Löwen, dort die Giraffen und da das Nashorn. (lacht) Es war irre.

Das hat Sie geprägt?
Ja. Meine erste Kamera hatte ich mit zehn Jahren. Später habe ich trotz meiner Jobs Expeditionen unternommen und wurde von Organisationen eingeladen, um Vorträge zu halten. Bei den UN zum Beispiel. Dieser Bruch in meinem Leben kam mir irgendwann merkwürdig vor, und so habe ich die Werbewelt verlassen. Danach ging es mir viel besser.

Was wollen Sie mit Ihren Fotos erreichen?
Ich will, dass du dich in die Natur verliebst. Nur das, was du liebst, willst du auch retten.

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